Viel Bewegung im Holzwickeder Sport: Sportabzeichen-Verleihungen und Neuaufstellung des Ortsverbands für Sport

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Allgemein: 45 Erwachsene und Kinder erhielten am Mittwochabend im Montanhydraulik-Stadion ihre Belohnung für sportliche Leistungen. Sie alle freuten sich über die Verleihung der Sportabzeichen in Gold, Silber und Bronze. Dazu kamen noch rund 60 Mini-Sportabzeichen für Kinder unter sechs Jahren. „Das ist trotz der coronabedingten Einschränkungen ein gutes Ergebnis“, freuten sich die kommissarische Vorsitzende des Holzwickeder Ortsverbands für Sport, Marion Schwittay und Sportabzeichen-Obfrau Brigitte Bastert. Dennoch gab es auch nachdenkliche Töne und alarmierende Zustandsbeschreibungen bei der Verleihung. Bei kühlen Getränken sowie leckeren „Stadion-Würstchen“ von Ballhaus-Wirt Torsten Potyka wurde entsprechend lange diskutiert.

Reinhard Bünseler holt zum 57. Mal Gold

Doch zunächst zum Erfreulichen. Bei den erfolgreichen 45 Erwachsenen- und Kinderabsolventen des Sportabzeichens fiel ein Athlet besonders auf. Reinhard Bünseler holte sich zum 57. Mail (!) die Gold-Auszeichnung. Das ist in der heimischen Region schon eine außergewöhnliche Zahl und große sportliche Leistung.

Warum genießt das Sportabzeichen auch heute noch große Attraktivität? „Die Gründe sind verschieden. So wollen viele Aktive sich mal abseits von Sportvereinen betätigen, in diesem Rahmen gemeinsam zwanglos und stressfrei trainieren. Dann gibt es einige, die das Sportabzeichen für Bewerbungen brauchen, wenn sie soziale und athletische sowie sportliche Kompetenz dokumentieren wollen“, erklärt Marion Schwittay. Und schließlich werden auch gar nicht so wenige von ihrer Familie oder Partnern mitgenommen, finden dann Spaß am Training und an den Sportprüfungen in der Leichtathletik, beim Schwimmen, Radfahren oder Seilspringen. Für einige ist es dann neudeutsch auch eine „Challenge“, also eine Herausforderung, die sie gerne annehmen, sich mit anderen messen und erfolgreich sein wollen.

Doch Marion Schwittay hat eben nicht nur diejenigen im Auge, die ohnehin aufgrund der gerade skizzierten Gründe kommen. Ihr liegen besonders Kinder am Herzen – und da liegt sportlich leider aktuell so einiges im Argen.

Beispiel Grundschule. „Die aktuellen vierten Klassen bereiten sich in diesem Jahr erstmals in ihrem Leben auf Bundesjugendspiele vor. Das kannten sie vorher, natürlich bedingt durch Corona und die entsprechenden Maßnahmen, gar nicht“, so Schwittay.

„Wurde schon beschimpft und bedroht, weil die Wartelisten für Kinder-Schwimmkurse ellenlang sind“ 

Oder Schwimmangebote für Kinder: „In den Vereinen gibt es lange Wartelisten für Schwimmkurse. Und um es klar zu sagen: Mit einem Seepferdchen kommt man heute eigentlich auch nicht viel weiter. „Bronze“ sollte es schon sein. Doch viele Kinder können überhaupt nicht mehr schwimmen“, paddeln mit hochgerissenem Kopf irgendwie durch das Wasser und schaffen nur wenige Meter“, beobachtete Marion Schwittay, die auch Vorsitzende des Holzwickeder Schwimmvereins ist. Wer es denn im Verein öernen muss, der muss sich lange gedulden: Die Wartelisten sind ellenlang und werden der Reihe nach abgearbeitet. Da liegen die Nerven auch schon mal so richtig blank: „Ich musste mich zuletzt richtig beschimpfen, ja fast bedrohen lassen. Das geht natürlich überhaupt nicht“, so Schwittay.

Wie aber kann man nun die Kinder und Jugendlichen ansprechen und ihnen sportliche Angebote unterbreiten? Dessen Kinder schwimmen lernen wollen, der wird sich gehörig, auch im Umland, informieren müssen. Oder aber selber als „Trainer“ oder „Trainerin“ für den eigenen Nachwuchs tätig werden.

„Kinder brauchen Zuspruch – und bewältigen Herausforderungen“       

Was das Sportabzeichen und damit die Werbung für sportliche Betätigung betrifft, so ist Marion Schwittay aktuell richtig viel unterwegs. „Ich habe die Grundschulen angeschrieben. Zuletzt war neun Kinder der Nordschule da“, freut sich die Vorsitzende des Ortsverbands für Sport. Auch die anderen Grundschulen haben Interesse gezeigt. Was sie besonders gefreut hat, war eine Reaktion eines Viertklässlers. Der, durchaus kräftig gebaut“, meinte im Vorfeld noch „Das schaffe ich doch eh nicht“ – er war dann aber doch beim Training für das Sportabzeichen dabei und lieferte Übungsleistungen ab, die sich sehen lassen konnten. „So etwas ist großartig, so etwas baut einen auf und zeigt, welches Potential in jedem Einzelnen steckt“, so Schwittay.

Weitere Baustellen: Chef oder Chefin des Ortsverbands für Sport und Sportabzeichen-Obfrau oder -Obmann gesucht

Und gleich zwei weitere Baustellen bearbeitet Marion Schwittay ebenfalls noch. Da wäre zum einen die Suche nach einem neuen Vorsitzenden für den Ortsverband für Sport. Sie leitet das Amt kommissarisch. Udo Wiesemann, ihr Vorgänger im Amt, war leider viel zu früh im Februar dieses Jahres im Alter von 63 Jahren verstorben. Sie wäre durchaus bereit, dieses Amt zu übernehmen, würde dann aber eine Stellvertreterin oder einen Stellvertreter gebrauchen.

Und auch für die Sportabzeichen-Obfrau Brigitte Bastert wird es die letzte Saison in Holzwickede werden. Sie zieht es in den Südwesten Deutschlands und wird ihr Amt folgerichtig nach der Sportabzeichen-Saison 2022 niederlegen. „Auch da wäre es super, wenn sich jemand finden würde, der diese Aufgabe übernehmen möchte“, hofft Marion Schwittay.

Wer Interesse an einer der Tätigkeiten hat, kann sich jederzeit gerne bei Marion Schwittay unter 0176 54 01 42 56 melden.

Bildzeile: Der Ortsverband für Sport in Holzwickede zeichnete im Montanhydraulik-Stadion die erfolgreichen Absolventen der Sportabzeichen für das Jahr 2021 aus.

 

 

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