Sensationelles Gold für Sauerländerin Hannah Neise bei ihrer Olympiapremiere

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Wintersport/Skeleton: Das Olympische Gold im Skeleton der Frauen geht ins Sauerland.  Hannah Neise vom BSC Winterberg triumphierte sensationell im Yanqing Sliding Center. Die 21Jährige Schmallenbergerin, jetzt wohnhaft in WinterbergNeuastenberg, fuhr in drei von vier Läufen Bestzeit und gewann vor der Weltcupgewinnerin von St. Moritz, Jaclyn Narracott (Australien), und der Weltcupgesamtsiegerin Kimberley Bos (Niederlande). Die anderen beiden deutschen Starterinnen Tina Hermann (WSV Königssee) und Jaqueline Lölling (RSG Hochsauerland) verpassten das Podium, rundeten aber als Vierte und Achte das gute deutsche Gesamtergebnis ab.

Für Hannah Neise war der Olympiasieg die erste Podiumsplatzierung bei den Frauen überhaupt. Bei den Juniorinnen wurde sie zwar im Vorjahr Weltmeisterin in St. Moritz, aber bei den „Großen“ langte es im Weltcup bislang nur zu zwei vierten Plätzen. Die Athletin des BSC Winterberg sicherte sich die Olympianorm im denkbar letzten Moment, in dem sie in St. Moritz im letzten Weltcuprennen Achte wurde. Ein positiver Coronatest im Vorfeld der Spiele warf sie zudem zurück. Doch bereits im Training auf der Olympiabahn zeigte Neise, dass sie gut drauf ist und ihr die Bahn liegt. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Ich wusste, wenn ich hier vier saubere Läufe hinunterbringe, dass ich zumindest mit einer Medaille nach Hause gehen kann.“ Ein Geheimnis ihres Erfolgs verriet Hannah Neise: „Ich habe viel an meiner mentalen Stärke gearbeitet. Wenn man entspannt ist, läuft es besser.“

Als zweite NWBSVFahrerin hatte auch Jacqueline Lölling auf einen Coup in China gehofft. Doch die Brachbacherin schaffte es nicht, wie schon in der ganzen Saison, Konstanz in ihre Läufe zu bekommen. Lölling hatte genau wie Hermann wieder mit schlechten Startzeiten zu kämpfen und fiel an die achte Stelle zurück, nachdem die Silbermedaillengewinnerin von Südkorea zur Halbzeit nach zwei Läufen noch Fünfte war. Sie haderte: Ich habe viele Fehler gemacht, die haben sich bei meinen Startzeiten dann anders ausgewirkt als bei anderen. Am Ende ist es so wie es ist. Natürlich bin ich enttäuscht, es hat einfach nicht gereicht.“

Pure Begeisterung im Sauerland

In der Heimat im Sauerland herrscht pure Begeisterung. NWBSVPräsident Winfried Stork voller Freude: Das ist ein sensationeller Erfolg von Hannah, und das mit gerade mal 21 Jahren. Sie hat ihre sportliche Zukunft noch vor sich. Eigentlich hatten wir ja erst 2026 in Cortina mit einer Olympiateilnahme von ihr gerechnet. Vizepräsident Alois Schnorbus ergänzte: Das ist die dritte Goldmedaille in der Geschichte des NWBSV und des BSC Winterberg und für mich die schönste, weil sie so unverhofft war. Mit den beiden zuvor gewonnen Goldmedaillen 1998 durch den Unnaer Marco Jakobs im Viererbob und 2006 durch Sandra Kiriasis/Anja Schneiderheinze im Frauenbob konnte man ja im Vorfeld schon einigermaßen rechnen. Und nebenbei, es ist eine historische Goldmedaille, weil es die erste  ist im deutschen FrauenSkeleton überhaupt und damit natürlich auch die erste SkeletonGoldmedaille für den NWBSV und den BSC Winterberg, so Alois Schnorbus weiter. Dem schloss sich Vereinsvorsitzender Werner Adam an: Für den Club einer der schönsten Momente in der mittlerweile 112jährigen Clubgeschichte. Wir alle sind begeistert und freuen uns schon jetzt auf den Olympiaempfang von Hannah und den anderen Olympioniken am 12. März in Winterberg.(pst)

Bildzeile: Hannah Neise gewann sensationell die olympische Goldmedaille in China / Foto: IBSF / Viesturs.

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