HSC: „3 : 3 verloren“ – und doch ist die Gesundheit wichtiger

561

Fußball, Westfalenliga 2: BSV Schüren – Holzwickeder Sport Club 3:3 (1:2). Westfalenligist Holzwickeder SC konnte auch im dritten Ligaspiel nicht dreifach punkten – holte aber wenigstens noch einen Zähler beim 3:3 im Derby gegen den BSV Schüren. Rein sportlich gesehen war es ein komplett unnötiger Punkteverlust gegen einen Gegner, der längst geschlagen sprichwörtlich am Boden lag. Es war wie das Auftaktspiel in Brünninghausen: Man war klar überlegen, besser – und erlaubte sich dann individuelle Aussetzer und demonstrierte persönliche Defizite, die in einer höheren Amateurliga aber auch so etwas wie nie passieren dürfen. Also alles wie gewohnt – wenn nicht eine Szene in der 65. Minute gewesen wäre, die jeden der exakt 107 Zuschauer sprichwörtlich erstarren ließ.

Cakir-Verletzung ein Riesenschock – und doch hätte der HSC niemals so einbrechen dürfen

65 komplette Zeigerumdrehungen war gespielt, als beim Stande von 3:1 für den Gast aus Holzwickede ein langer Ball des BSV auf das HSC-Tor geschlagen wurde. HSC-Keeper Torben Simon stürzte aus dem Kasten und rammte seinen Kollegen Muhammed Doganalp Cakir, Neuzugang von Westfalia Wickede, um. Keine Vorwürfe gegen Simon, dessen Einsatz keinesfalls übertrieben, sondern regelkonform und als „Herr im Fünfer“ absolut notwendig und damit verständlich war. Cakir jedoch brach zusammen, blieb regungslos liegen. Maurice Majewski war der Erste, der den Ernst der Situation erkannt hatte und sofort Hilfe heranwinkte. Sowohl Schürener als auch Holzwickeder Betreuer stürzten auf das Feld und leisteten Erste Hilfe. Der Notarzt wurde gerufen. Die gute Nachricht: Cakir konnte selbständig das Stadion verlassen. Die schlechte Nachricht für den HSC: Es war der Wendepunkt in einem Match, das der HSC hätte nie und nimmer hätte verlieren dürfen. Und., nein: Trotz der Verletzung ihres Mannschaftskameraden hätte der Oberliga-Absteiger dieses Spiel nie und nimmer mit nur einem mageren Punktgewinn beenden dürfen. Doch trotz allem die gute Nachricht vorweg: Cakir überstand die Szene ohne größere Nachschäden und kann höchstwahrscheinlich am Donnerstag, 1. September, im vorgezogenen Spiel gegen den FC Lennestadt auflaufen.

Minute 7 – und der BSV beendete ganz humorlos seine torlose Zeit

Was gab es nach dem 0:1 gegen Sodingen im Kreis nach dem Spiel nicht für lautstarke Ansprachen. Gleiches vor dem Anpfiff. Klang gut, war lautstark – doch hielt exakt sieben Minuten. Michele Teofilo, in den A-Junioren Stürmer und in der Sommerpause umgeschulte Defensivkraft, langte im Strafraum zu. Elfmeter. Arif Et. Ex U23 Borusse und ehemaliger IG Bönen-Akteur sagte artig „danke“ und verlud Torben Simon zum 1:0. Es war das erste BSV-Tor in der aktuellen Spielzeit.

Doch Teofilo machte seinen Fehler umgehend wett. In der 15. Minute erzielte er mit einem schönen Drehschuss den Ausgleich. Was folgte, war die Zeit des Andres Gerardo Gomez Dimas. Die komplett überforderte Defensive des BSC überspielte er ein ums andere Mal. Sascha Samulewicz, Sohnemann des ehemaligen Dortmunder Sparkassendirektors, verteidigte allerdings als Keeper seinen Kasten wie einen Tresor. In der 43. Minute war er allerdings gegen Gomez Dimas machtlos und musste das 1:2 gegen sich „verbuchen“. Jegliche Schuld an dieser „ehbuchung“ konnte er allerdings nicht von sich weisen – das war schon ein Gegentreffer Marke „Minuszinsen“.

Nach der Halbzeit lief alles auf einen gemütlichen HSC-Nachmittag hin

Als Gomez Dimas nach der Pause in der 51. Minute auf 3:1 für den Holzwickeder SC erhöhte und sich damit die Revanche für das 5:6 nach Elfmeterschießen beim Aplerbecker Hecker-Cup abzeichnete, schien der Drops gelutscht. Andreas Spais hätte das 4:1 erzielen müssen – er hatte mehrfach die Chance dazu. Doch wie schon beim Elfmeterschießen beim Hecker-Cup konnte er BSV-Keeper Sascha Samulewicz einfach nicht überwinden. Aber dann kam die 65. Minute und die schwere Verletzung von Cakir.

Ahmed Ersoy bereitet HSC Alpträume

Fortan war nichts mehr wie zuvor. Angriff auf Angriff rollte auf das Holzwickeder Tor. Ahmed Ersoy fand so richtig Gefallen am Spiel und dem anfängerhaften Defensiv-Fehlverhalten des HSC und erzielte mit seinen beiden Trefffern in der 70. und 81. Minute den Ausgleich. Es hätte noch schlimmer kommen für den HSC, der jegliche Spielkontrolle verloren hatte.

Bildzeile: Restlos bedient und auch ein wenig ratlos waren nach dem 3:3 des HSC in Schüren Co-Trainer Hamza El Hamid (li.), Sportdirektor Benjamin Hartlieb (Mitte) und Co-Trainer Damian Grauer (re.).

Doch am Ende blieb es beim 3:3 in einem für die Zuschauer interessanten und unterhaltsamen Spiel. Für die Trainer indes mögen die 90 Minuten eine Qual gewesen sein. Nein, das war von niemandem souverän und der Aufruf an beide Teams, weiter an sich zu arbeiten, um Westfalenliga-Niveau zu erreichen.

Für den HSC geht es am Donnerstag gegen den Tabellenmvierten Lennestadt weiter

Platz 14 und damit weiterhin erster Abstiegsplatz: Für den HSC ist es kein guter Saisonstart. Vielleicht ist es gut, dass das nächste Spiel bereits am Donnerstag, 1. September, stattfindet. Um 19.30 Uhr geht es auf der Opherdicker Haarstrang-Sportanlage gegen den aktuellen Tabellenvierten FC Lennestadt weiter. Die Sauerländer besiegten am Sonntag Westfalia Herne daheim klar mit 4:2. Es ist ein richtungsweisendes Spiel für den HSC. Sollte erneut nicht gewonnen werden, muss der Blick zwangsläufig nach unten gehen. Nur zur Einordnung: Lennestadt als Verein, der in der letzten Saison quasi bis zum letzten Spieltag zittern musste, hat bereits sieben Punkte auf dem Konto – der HSC aktuell ach dem 3:3 gegen Schüren gerade ein Zählerchen.

Trainerstimmen
Benjamin Hartlieb (HSC): 3:3 verloren, so muss man das Spiel charakterisieren. Wir nehmen unseren ersten Punkt in dieser Spielzeit mit und sind dennoch unzufrieden. Wir haben das Spiel komplett im Griff gehabt. Am Ende müssen wir sogar zufrieden sein, nicht verloren zu haben. Typisch das 3:3: aus einem Standard für uns wird ein Konter. Connor McLeod verliert den entscheidenden Zweikampf. Das kann man einmal machen, aber nicht zwei- oder dreimal. Acht Gegentore in drei Splelen: Auch darüber werden wir uns unterhalten müssen. Das alles geht so nicht.
Dimitrios Kalpakidis (Schüren): Es war ein gutes Spiel von uns mit einem Resultat, mit dem ich zufrieden bin. Mich lässt das Spiel ein wenig ratlos zurück. Wir hätten gewinnen, aber auch verlieren können. Wahrscheinlich ist das Remis das gerechteste Ergebnis.

Schüren: Sascha Samulewicz, Christian Bernhardt, Arif Et, Ensar Semanaj (67. Florian Marth), Jannik Marth (40. Furkan Tekin), Michael Hines (68. Jonas Schneck), Michael Rzeha (80. Muhammed El Moudri), Roem Baran Subasi, Björn Menneke, Jonas Acquistapace, Lavdrim Jusufi (58. Ahmet Ersoy).
HSC: Torben Simon, Til Busemann, Patrick Fischer, Andreas Spais, Andres Gerardo Gomez Dimas (6. Dondre Julyah Robinson), Jan Nielinger, Muhammed Doganalp Cakir (65. Laurens Kruse), Serhat Uzun (83. Finn Jona Heinings), Maurice Majewski, Michele Teofilo (25. Maximilian Schettke), Connor McLeod.
Tore: 1 : 0 Et (7., Strafstoß)43.), 1 : 1 Teofilo (15.), 1 : 2 Gomez Dimas (43.), 1 : 3 Gomez Dimas (51.), 2 : 3 Ersoy (70.), 3 : 3 Ersoy (81.).
Schiedsrichter: Björn Stempel (SV Eintracht Grumme).
Zuschauer: 107.

Bildzeile: Andres Gerardo Gomez Dimas erzielte gegen Schüren zwei Treffer.

Vorheriger ArtikelSuS Kaiserau kann auch vom Spitzenreiter Buer nicht gestoppt werden
Nächster ArtikelAufbauhilfe für punktlose U23 des ASC: U23 des HSC als Vorletzter und nun unter massivem Druck

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.