„Herz-Rhythmus-Maschine“ für den HSC läuft noch: Aber 3:3 für den Holzwickeder SC bei der Hammer SpVg eigentlich im Abstiegskampf zu wenig

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Fußball Oberliga, Abstiegsrunde: Hammer Spielvereinigung – Holzwickeder Sport Club 3:3 (0:1 ). Was immer ist da in der zweiten Halbzeit aus Sicht des Holzwickeder SC passiert? Eine frühe Führung des Holzwickeder SC im Derby und im Abstiegs-Finale gegen die Hammer Spielvereinigung und komplett überlegen geführte erste 45 Minuten haben für den Tabellen-Neunten nicht gereicht. Am Ende konnten die Gäste aus Holzwickede noch froh über ein 3:3 gegen einen Gastgeber sein, der schlussendlich aufgrund individueller HSC-Patzer und Aussetzer niemals als Ein-Punktgewinner den Platz der 24nexx-Arena hätte verlassen dürfen. Was beste Unterhaltung für die Zuschauer war, war für Fußballexperten ein Festival von Fehlern, Aussetzern und Leistungen, die in der Oberliga, immerhin der fünften Liga im DFB, so überhaupt nichts zu suchen haben.

HSC nahm Schwung aus Ennepetal-Sieg mit – frühes 1 : 0 für den Gast

Mit exakt der gleichen Startaufstellung wie beim 4 : 2-Heimerfolg gegen den TuS Ennepetal ging der HSC den Abstiegs-Kracher und Derby bei der Hammer Spielvereinigung an. Und wie: Bereits in der 2. Minute klingelte es im Kasten der überraschten Hammer. Leon Gensicke steckte auf Andres Gerardo Gomez Dimas durch. Den hatten die Hammer überhauot nicht auf der Liste. Gomez Dias sah in der Mitte Mathieu Bengsch. Und der zweifache Torschütze des Ennepetal-Matches vollstreckte zur frühen 1 : 0-Führung der Holzwickeder (2.). Doch Hamm erholte sich von diesem Schock rasch. Halil Can Dogan verpasste den Ausgleich haarscharf (7.). Andres Gerardo Gomez Dimas, der erneut in der ersten Halbzeitz im Sturm für den verletzten Philipp Gödde klare Akzente setzte, scheiterte an Torwart Tim Oberwahrenbrock (10.). Halil Can Dogan war mit einem Kopfball nicht erfolgreich für die Hammer (15.). In der 44. Minute war es Gomez Dimas, der mit einem tollen Hackenpass Maurice Majewski einsetzte, der zu Leon Gensicke weiterleitete – und der Ex-Wattenscheider hätte das 2 : 0 erzielen müssen. Res blieb bei der 1 :0-Führung der Gäste zur Halbzeit.

Festgurten zur wilden Fahrt in Halbzeit zwei

Die nächste Fahrt geht rückwärts: Der alte Kirmes-Spruch wurde in der zweiten Halbzeit kuriose Wirklichkeit. Vincent Akrofi Frank Ocansey, Torschütze zum 1:1 im Hinspiel, kam über die eigene rechte Seite, sah Andrei Lorengel in der Mitte, der sagte artig „danke“ und schob zum 1:1 ein (49.). Das Spiel war früh gedreht. Doch der HSC zeigte Moral: Kopfball von Nils Hoppe: Pfosten (49.). Aber was bitteschön, was passiert da in der 61. Minute? Vincent Akrofi Frank Ocansey schießt, Damian Ilic und HSC-Torhüter Kevin Beinsen sind sich nicht einig – und der Ball schlägt zum 2:1 für Hamm ein. Es wird noch schlimmer:  Gomez Dimas hätte im direkten Gegenzug das 2:2 machen müssen (2: 2). Machte er aber nicht. Besser machte es Halil Can Dogan, der zum 3:1 für den Gastgeber einschoss (63.). Julius Woitaschek hätte mit einem Freistoß für seine Hammer SpVg alles klar machen können – aber die Latte war im Weg (68.).

HSC mit bemerkenswerter Moral – eigentlich war schon alles verloren

Was dann folgte, waren Szenen, die allen, die es mit Holzwickede halten, Mut machen können. 1:3 zurück – nur noch wenige Minuten zu spielen. Noch vor wenigen Wochen hätte sich dieses HSC-Team „abschlachten“ lassen. So war es aber nicht. Andreas Spais scheitert am Hammer Torhüter Oberwahrenbrock (73.). Gomez Dimas sah Nils Hoppe, der zum 2:3 einköpfte (84.). Und wieder war es der neue Top-Star des HSC, Gomez Dimas. Der bewies erneut tolle Übersicht, sah Robin Schultze, der das 3:3 erzielte (90.). Und es hätte noch besser kommen können. Seongsun You und Andreas Spais verpassten in der Nachspielzeit den Siegtreffer zum 4:3 für Holzwickede. Es blieb beim 3:3. Was blieb, waren zwei eher ratlose Trainer, die die traditionelle Pressekonferenz nach dem Spiel erst eine halbe Stunde später beginnen ließen.

Was ist eigentlich nach aufregenden 90 Minuten passiert? Nun HSV und HSC unter dem Strich   

Bei allen positiven wie negativen Emotionen nach dem Abpfiff durch den wirklich gut pfeifenden Referee Philipp Werner-Krestel: Beiden Vereinen nützt das Remis wenig. Beide sind nun unter dem Strich, würden aktuell absteigen. Die Ergebnisse:
Clarholz – Meinerzhagen 4:0
Herne – Haltern 2:1
Ennepetal – Sprockhövel 1:1
Münster – Finnentrop/Bamrnohl 2:2
Hamm – Holzwickede 3:3

Nun das Abstiegs-Finale: Am Sonntag im Montanhydraulik-Stadion gegen Clarholz

„Wir werden nun am Freitag beim Training regenerieren und unseren Fokus auf das Spiel am Sonntag im Montanhydraulik-Stadion gegen Clarholz legen. Da ist, ohne „Wenn und Aber“ ein Finale. Nur wenn wir gewinnen, erhalten wir unsere Chancen“, sagte HSC-Trainer Benjamin Hartlieb nach dem 3:3 in Hamm.

Bildzeile: Die Trainer Steven Degelmann (li.) und Benjamin Hartlieb bei der Pressekonferenz.

Trainerstimmen
Benjamin Hartlieb (HSC): Bei mir herrscht alles andere als Euphorie. Wir holen hier am Ende glücklich einen Punkt. Wir gehen in Führung, waren engagiert, hochmotiviert, Dann, nach der frühen Führung, waren wir viel zu hektisch. Wir haben das nicht getan, was im Abstiegskampf notwendig ist: Zweikämpfe suchen und Effizienz vor dem Tor suchen. In der Pause haben wir nachjustiert und uns einiges vorgenommen. Was kam, waren drei Geschenke von uns. Mit dem Rücken zur Wand haben wir endlich das Herz in die Hand genommen und dann gezeigt, was eigentlich hier möglich gewesen wäre. Wir hatten klare Chancen am Schluss. Der Punkt war extrem wichtig. Die Herz-Rhythmus Maschine hält uns am Leben und am Laufen. Eigentlich sollte man sich nach einem 1:3-Rückstand und einem 3:3 am Ende freuen. Wir müssen erst mal darüber schlafen. Verändert an unserer prekären Situation hat sich eigentlich nichts. Weder positiv noch negativ – nur dass uns die Spiele ausgehen, so viele haben wir nicht mehr.
Steven Degelmann (Hamm): Das, was wir in den ersten zehn Minuten gemacht haben, war erschreckend schwach. Das war kein Männerfußball. In der Pause habe ich klare Worte gefunden. Wir wollten tief hinter die Kette spielen, was uns auch gelungen ist. Was dann am Ende passiert ist, ist auch eine Sache der Qualität. Beim 2:3 springen drei meiner Spieler gleichzeitig hoch, statt in die Raumverteidigung zu gehen. Das war mir plötzlich alles viel zu hektisch. Da kann man draußen wirbeln und stehen, da kannst du nicht mehr machen. Ich bin sehr unzufrieden.

Hamm: Tim Oberwahrenbrock, Julius Woitaschek (82. Philiip Grodowski), Andrei Lorengel, Halil Can Dogan (69. Patrick Schmidt), Anil Saraman (59. Zivko Radojic), Vincent Akrofi Frank Ocansey, Yusuf Öztürk, Tim Walter Breuer, Tobias Fuest (76. Mika Fuest), Yunus Emre Cakir.
HSC: Kevin Beinsen, Moritz Müller, Andres Gerardo Gomez Dimas, Mathieu Bengsch (60. Enis Delija), Leon Gensicke (83. Pjer Radojcic), Nils Hoppe, Robin Schultze, Maurice Majewski (57. Seongsun You), Tomislav Ivancic (66. Andreas Spais), Damjan Ilic, Lucas Arenz.
Tore: 0:1 Bengsch (2.), 1:1 Lorengel (48.), 2:1 Ocansey (61.), 3 1 Dogan (63.), 3:2 Hoppe (84.), 3:3 Schultze (90.).
Zuschauer: 222.
Schiedsrichter: Philipp Werner-Krestel (Hammer SC).

Bildzeile: Mit einem 3:3 beendete der HSC das Abstiegsspiel in Hamm.

 

 

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