Einfache Rechnung: fünf Spiele, fünf Siege und zu Beginn Dreier gegen Clarholz – nur dann bleibt der HSC sicher „drin“

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Fußball, Oberliga, Abstiegsrunde: Holzwickeder SC – Victoria Clarholz (Sonntag, 8. Mai, 15 Uhr, Montanhydraulik-Stadion, Jahnstraße 7, Holzwickede). Gar keine Frage: Das 3:3 unter der Woche gegen den direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, die Hammer Spielvereinigung, war nach zwischenzeitlichem 1:3-Rückstand am Ende durch einen Kopfballtreffer von Robin Schultze in letzter Minute noch ein Teilerfolg – aber mehr auch nicht. Somit blieb der Abstand auf einen Nichtabstiegsplatz bei sechs Punkten (eigentlich sieben Zähler aufgrund der katastrophalen Tordifferenz).

Doch was nutzt das, wenn nur noch fünf Spiele übrigbleiben, um die verkorkste Saison noch irgendwie seriös zu beenden. Konkret heißt das: Fünf Spiele, fünf Siege, dann kann es noch mit dem Erhalt der fünften Liga klappen. Sollte es am Sonntag zuhause gegen Victoria Clarholz, dem aktuell als Sechsten ersten Nichtabsteiger, nicht zu einem Dreier reichen, können schon mal die Landkarten studiert werden, wie man am besten nach Deuten oder Wiemelhausen in der Westfalenliga anreisen kann.

Das Hinspiel in Clarholz gewann der HSC nach hartem Kampf und dank zweier Tore durch Tomislav Ivancic am 29. August 2021 mit 2:1. Seitdem rissen die Ostwestfalen in der Liga nun wahrlich keine Bäume aus, haben aber inzwischen 28 Punkte (und damit sechs mehr als der HSC) und weisen eine Tordifferenz von 37:41 auf. Nach dem 4:0 am Donnerstagabend zuhause gegen den RSV Meinerzhagen steht das Team von Trainer Christopher Hankemeier auf einem sechsten Rang – dem ersten Nichtabstiegsplatz. Klar, dass man sich gute Chancen auf einen (Teil-)Erfolg in Holzwickede ausrechnet.

Anders ist die Lage in Holzwickede. Seit immerhin drei Spieltagen, und das ist ein Saisonrekord, ist man nach Siegen in Meinerzhagen und gegen Ennepetal sowie einem Remis in Hamm ungeschlagen. Das klingt gut und zeugt von einem positiven Entwicklungsprozess. Wer sich allerdings das Spiel in Hamm und das 3:3 noch mal kritisch angeschaut hat, der oder die wird sehen, dass das Team noch längst nicht gefestigt ist. Positiv: Man ist engagiert, pushed sich nach vorne, lebt von Emotionen, viele Spieler hängen sich richtig rein und es gibt „Entdeckungen“ wie dem in der Vorbereitung und im Torabschluss so ungemein gefährlichen Andres Gerardo Gomez Dimas, vielleicht der Entdeckung der letzten Wochen.

Auf der anderen Seite aber gibt es unerklärliche Aussetzer und Patzer von Spielern, bei denen man es nicht erwarten kann. Die großgewachsenen Abwehrspieler Nils Hoppe und Damjan Ilic patzen leider zuletzt leider zu oft – und auch Torhüter Kevin Beinsen symbolisiert aktuell nicht die Sicherheit in Person und könnte und müsste auch sogenannte „Unhaltbare“ mal wieder häufiger parieren.

Was also macht Mut für das Clarholz Match? Es sind die ersten Minuten des Hammer Spiels und die unglaublich gute Moral des Teams nach dem 1:3 in Hamm, die schlussendlich mit dem Ausgleich zum 3:3 belohnt wurde. „Wir müssen aber in die Zweikämpfe kommen, effizient nach vorne spielen und vorne auch erfolgreich sein“, sagte HSC-Chefcoach Benjamin Hartlieb nach dem Spiel in Hamm.

Am Freitag gab es kein Training mehr in Holzwickede. Vielleicht aber ist der 2:1-Erfolg des VfL Bochum, Benjamin Hartliebs Lieblingsverein, am Freitagabend gegen Bielefeld ein gutes Omen. Bekanntlich hatte der VfL vor dem Holzwickeder Ennepetal-Spiel mit einem 4:3-Sieg in Dortmund den Klassenerhalt perfekt gemacht.

Personell sieht es etwas besser aus. Nur Philipp Gödde (Oberschenkelverletzung) und Henri Böcker (Zehbruch) müssen passen.

Mit Strafen kennt sich der Schiri bestens aus

Geleitet wird das spannende Abstiegsduell vom erfahrenen Unparteiischen Florian Exner von Blau-Weiß Beelen. Florian Exner ist im „Zivilberuf“ Rechtsanwalt in Münster und hat dort Straf- wie auch Zivilrecht als Spezialgebiete. Der 31-jährige pfiff bereits ein Spiel des Holzwickeder SC zuhause: Im Oktober 2021 gab es dabei ein 1:3 im Montanhydraulik-Stadion gegen den FC Gütersloh.

HSC bastelt am Kader der Zukunft – Tim Kortenbusch vom Bezirksligisten SuS Olfen verpflichtet 

Unabhängig von der Frage, in welcher Liga der HSC ab dem Sommer antreten wird, arbeitet die Sportliche Leitung am Kader für die neue Spielzeit. Nun wurde ein weiterer Spieler neu verpflichtet: Tim Kortenbusch, Offensivkraft des Vorletzten der Bezirksliga 9, dem SuS Olfen. Er wäre nach Serhat Urun, Nick Münch, Dean Müsse und Eduardo Hiller der fünfte externe Neuzugang.

Bildzeile: Mit 2:1 siegte der Holzwickeder SC am 29. August 2021 im Hinspiel bei Victoria Clarholz (unser Foto). Alles andere als ein Sieg des HSC am Sonntag gegen die Ostwestfalen würde den fast sicheren Abstieg bedeuten.

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