Zweitbester Sturm der Liga trifft auf Gegner mit unorthodoxer Spielweise




Fußball, Westfalenliga 2: Holzwickeder Sport Club – FC Iserlohn (Sonntag, 26. März, 15 Uhr, Montanhydraulik-Stadion, Jahnstraße 7, Holzwickede). Auf einen Gegner mit unorthodoxer Spielweise muss sich der HSC einstellen. Der FC Iserlohn mit Trainer Max Borchmann hat seinen ganz eigenen Stil kreiert. Die Waldstädter spielen gerne auf ganzer Spielfeldbreite und -länge „Mann gegen Mann“. Im Hinspiel ging das für den FCI allerdings nicht so gut aus. Mit 1:4 unterlagen die Sauerländer im heimischen Hemberg-Stadion dem HSC. „Das klingt klar. Doch gerade in der zweiten Halbzeit hat Iserlohn viele gute Ansätze gezeigt und am Ende eigentlich zu hoch verloren“, sagt HSC-Chefcoach Benjamin Hartlieb.

FC Iserlohn fünf Punkte vor Abstiegsplätzen – defensiv ganz okay und im Sturm mit Luft nach oben

Die Iserlohner befinden sich, wie dreiviertel der Westfalenliga 2, mitten drin im Abstiegskampf. Das enttäuschende und schwache 1 : 2 am letzten Sonntag zuhause gegen Westfalia Herne war bereits die elfte Niederlage. Wo beim FC Iserlohn der Schuh drückt, ist offensichtlich: Trotz der prinzipiell offensiven Spielausrichtung sind die 23 erzielten Treffer deutlicher Ausdruck mangelnder Durchschlagskraft im Angriff. Dafür schlug es erst 32 Mal ein – fünfmal weniger als beim HSC. „Das zeigt uns, wie gut Iserlohn im Kollektiv verteidigt und dass wir richtig gute Lösungen finden müssen“, so Benjamin Hartlieb gegenüber sku. Am Ende werden es, so prognostiziert Hartlieb, Nuancen sein, die über die Punktevergabe entscheiden werden. Die Mannschaften liegen auf Schlagdistanz zueinander. Nur einen Punkt beträgt der Abstand in der Tabelle.

Remis in Hassel gibt HSC Selbstvertrauen

Trotz der mäßigen Heimbilanz sprechen gewichtige Gründe für den HSC. Da wäre zum einen das ganz wichtige 2:2 im letzten Spiel durch einen von Pjer Radojcic nervenstark in der 95. Minute (!) verwandelten Foulelfmeter gegen das starke Team von YEG Hassel. Dazu kommt die Tatsache, dass von der Offensive des Holzwickeder Sport Club immense Gefahr ausgeht. Mehr als zweimal pro Partie befördert der Angriff den Ball im Schnitt über die Linie. Die bereits geschossenen 44 Tore bedeuten in der Westfalenliga gemeinsam mit Brünninghausen den zweitbesten Wert – hinter Türkspor Dortmund, deren Offensivkräfte bereits 68 Mal ins Schwarze trafen.

Statistik der letzten Spiele spricht für den HSC

Auch statistisch in den letzten Spielen liegt der HSC klar vorn. In zwölf Spielen gab es für Holzwickede fünf Siege, fünf Remis und nur zwei Niederlagen.

Insgesamt kommt der HSC auf sieben Siege, sechs Unentschieden und acht Niederlagen. In den vergangenen fünf Spielen holten die Holzwickeder acht Punkte.

Leon Chrobok wieder im Tor – personell sieht es gut aus: „Müssen schwere Entscheidungen treffen“

In Sachen Personal hat sich beim HSC gegenüber der letzten Woche wenig geändert. Leon Chrobok wurde zwar beim Donnerstag-Training aufgrund einer Erkältung vorsorglich geschont – dennoch sollte er am Sonntag erneut im Kasten stehen. Die etatmäßige Nummer eins, Torben Simon, hat unter der Woche erstmalig wieder intensiv mit dem Ball gearbeitet und steht wohl in der kommenden Woche beim Auswärtsspiel in Neheim wieder zwischen den Pfosten. Auch Maurice Majewski konnte wieder das komplette Trainingsprogramm der Woche bestreiten. „Wir als Trainerteam werden noch mal in uns gehen und uns dann für eine endgültige Aufstellung gegen Iserlohn entscheiden müssen. Gegebenenfalls müssen wir auch mal für den einen oder anderen Spieler eine unpopuläre Entscheidung treffen müssen“, kündigt Hartlieb an.

Sportler des Jahres pfeift

Sein Debüt in Holzwickede bestreitet der Unparteiische. Lucas Kamp. Der kennt sich mit Recht, Gesetz und Vorschriften auch berufsmäßig gut aus: Er ist Rechtspfleger. Er pfeift für den Verein mit dem originellen Namen FC Hövelriege aus der Gemeinde Hövelhof. Kamp ist Assistent bei B-Juniorenspielen in der Bundesliga West. 2010 begann er mit seiner Schiri-Karriere, leitete 2015 sein erstes Senioren-Bezirksligaspiel, stieg dann 2017 in die Landes- und 2019 in die Westfalenliga auf. Auch er feierte bereits, wie viele Fußballer, neben seinen Aufstiegen einen großen Titel. 2018 wurde er Sportler des Jahres in der Gemeinde Hövelhof.

Bildzeile: Trotz des 4:1-Erfolgs im Hinspiel in Iserlohn musste sich der HSC mächtig strecken (unser Foto). Da wurde mit allen Tricks gekämpft – auch wie in dieser Szene mal mit der Hand.