Viererpack von Andreas Heiss zu wenig: HSC schwach beim 4:4 beim Tabellenletzten Viktoria Kirchderne

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Fußball, Bezirksliga 8: BV Viktoria Kirchderne – U23 Holzwickeder SC 4:4 (3:2). Nein, das ist einfach zu wenig. 4:4 – das heißt aus Sicht der U23 des HSC 4:4 verloren. Auch ein Viererpack von Torjäger Andreas Heiss reichte nicht für den ersten Dreier beim Tabellenschlusslicht. „Wenn wir am kommenden Sonntag zuhause gegen Sölde so spielen, bekommen wir zehn Stück eingeschenkt“, grummelte ein bedienter HSC-Trainer Claas Hoffmann nach Abpfiff.

Ach ja, es war spät geworden – der Schlusspfiff von Schiedsrichter Ralf Rötzheim ertönte erst in der 101. Minute. Justament da traf Andreas Heiss per Handelfmeter zum 4:4. Heiss später: „Der Schiri hat mir gesagt, dass ich direkt treffen müsste, einen Nachschuss könne es aufgrund der vorgerückten Zeit nicht geben. Das war ein hammerharter Spruch. Man kann den Druck auf den Schützen auch noch größer machen!“ Heiss verlud Kirchdernes Keeper Kai Scheuer, und der HSC hatte wenigstens den ersten Zähler.

Die Tabelle spricht eine andere Sprache: Kirchderne bleibt Letzter, der HSC Vorletzter, beide mit einem Zählerchen von möglichen zwölf.

Spiel unter Beobachtung der gesamten HSC-Sportleitung

Es sieht ernst aus. Der Krise angemessen und bewusst, beobachteten am Spielfeldrand der neue Leiter Gesamtsport, Karl-Friedrich Lösbrock, Sportdirektor Benjamin Hartlieb und der Sportliche Leiter der U23, Tim Richter, das Geschehen auf dem Platz.

HSC verschläft Anfangsphase komplett

Kein Tor und 19 Gegentreffer hatte der BV Viktoria Kirchderne, der vor der Spielzeit mit 15 Spielern einen gewaltigen personellen Aderlass hatte hinnehmen müssen, bislang auf seinem Konto stehen. Nach gerade acht Zeigerumdrehungen hatte sich das gegen die U23 grundsätzlich gewandelt. Die U23 hatte sich unter der Woche im Training auf das Bespielen des letzten Drittels konzentriert, aber wohl komplett vergessen, dass es auch eine Defensive gibt und man in der Vorwärtsbewegung tunlichst nicht das Leder verlieren sollte. Und so sagten Elton Serge Brunner in der 3. Minute und Mohamed Bouhadi in der 8. Minute artig „Danke“ ob so viel unerwarteter Freiheiten und stellten ganz früh auf 2:0 für die Dortmunder Gastgeber. Der Tiefschlaf hielt an. Luka Jasika fand Lawand Rasho, der das nahezu sichere 3:0 vergab.

Und die U23 des HSC? Die meldete sich in der 15. Minute durch einen Schuss von Kapitän Stefan Becker an. In der 26. Minute verpasste Andreas Heiss eine Hereingabe nur knapp, Kirchderne konnte zur Ecke klären. Und da stand er genau richtig: Torjäger Heiss schob am langen Eck unbedrängt zum 1:2 aus Holzwickeder Sicht ein (27.) Ylli Kosumi sah den komplett „blank“ stehenden Alessandro Rudek, der an Emmerich scheiterte. Das 1:3 aus HSC-Sicht fiel dann doch. Daniel Grünheld spurtete einfach mal los, wurde mal wieder nicht konsequent angegriffen, wunderte sich, beschloss dann aber doch, das 3:1 zu erzielen (39.). Es war wieder mal die Zeit der grenzenlosen Freiheit für die Kirchderner Offensive. Dank Andi Heiss gab es noch mal Hoffnung, als er in der 43. Minute den Anschluss zum 2:3 markierte.

Keine Verstärkung aus der „Ersten“ – und schwerste Defizite bei jedem Spieler

Es war eine erste Halbzeit mit schwersten Defiziten in der Holzwickeder Defensive, wobei die Fehlerkette bereits im Mittelfeld begann, die einfach nicht rechtzeitig ihre Gegenspieler bearbeitete. Die HSC U23 bot eine ganz schwache Vorstellung. Ob eine mögliche Verstärkung aus der „Ersten“ geholfen hätte – reine Spekulation. Fakt ist: Es gab diese Verstärkung nicht.

Wenigstens ging die zweite Halbzeit an die U23 des HSC

HSC-Trainer Claas Hoffmann fand wohl die richtigen Worte in der Kabinenansprache. Dazu kam, dass Kirchderne körperlich immer weiter abbaute und stehend K.o. wirkte. Doch es dauerte bis zur 69. Minute, als Andreas Heiss erneut zur Stelle war und das 3:3 markierte. Es schien zu laufen – doch die U23 des HSC ist in dieser Spielzeit eine echte Wundertüte, allerdings im negativen Sinne. Angriffe wurden nicht konsequent ausgespielt – und in der Defensive herrschte Verunsicherung pur. 74. Minute: Ein langer Ball landete bei Andrew Oduro, der lief und lief und verlud dann auch noch HSC-Torhüter Emmerich. 4:3 für Kirchderne. Die U23 des HSC wollte ein Foul und ein Abseits gesehen haben. Doch statt Oduro zu stoppen, ließ man ihn gewähren.

Nachspielzeit sei Dank: Doch glücklich war am Ende niemand

Die letzten Minuten waren nichts für Fußball-Ästheten. Beide waren mit den Kräften am Ende. Es gab unendlich viele Behandlungszeiten. Ein richtiges Spie kam nicht mehr zustande. Und doch gab es dann die erwähnte 101. Minute. Elton Serge Brunner bekam das Leder an die Hand – und Rolf Rötzheim fand es elfmeterreif. 4:4 – für die 50 Zuschauer Unterhaltung pur (trotz wegen Personalmangel fehlendem Grillstands und auch abgespecktem Imbiss- und Süßigkeitsangebot), für die Trainer beider Teams der reinste Horror. Es gibt Gesprächsbedarf – hüben wir drüben.

Trainerstimmen
Claas Hoffmann (U23 HSC): Wir müssen diese Fehler, die wir heute wieder in Vielzahl gesehen haben, schnellstens abstellen. Defizite in der Vorwärtsbewegung, in der Defensive, eigentlich überall. Es ist doch so einfach im Fußball, und das müssen unsere Spieler lernen: Wenn ich den Ball habe, habe ich die Verantwortung und muss entsprechend agieren. Am Ende war es ein glücklicher gewonnener Punkt. Aber um es klar zu sagen: Wenn wir diese Fehler nicht schnellstens abstellen, bekommen wir am kommenden Sonntag gegen Sölde zehn Stück. Das muss allen klar sein, und das habe ich auch der Mannschaft nach dem Schlusspfiff deutlich gesagt.
Manuel Gutt (Kirchderne): Zum Schiedsrichter und zum Elfmeter sage ich jetzt mal nichts. Aber irgendwie passt das zu unserer Gesamtsituation. Erfolgserlebnisse sind so wichtig für uns. Das blieb uns heute leider verwehrt, auch wenn wir einen ersten Zähler geholt haben.

Kirchderne: Scheuer, Jasika, Rasho (64. Chadat), Rudek (90.+4 Gehrmann),  Kosumi (82.  Aytas),  Selbach (59. Lorenz), Pinkawa, Grünfeld (59. Oduro), Brunner, Bouhadi, Samura.
U23 HSC: Emmerich, Schröder, Kassebeer, Heubel, Kruse, Freitag, Tanriver (81. Ünal), Becker, Popa (81. Freund), Heiss, Palmer (76. Mohamed).
Tore: 1:0 Brunner (3.), 2:0 Bouhadi (8.), 2:1 Heiss (26.), 3:1 Grünfeld (39.), 3:2 Heiss (43.), 3:3 Heiss (69.), 4:3 Oduro (74.), 4:4 Heiss (FE, 90.+10).

Bildzeile: Andreas Heiss (li.) erzielte beim 4:4 gegen Kirchderne alls vier Holzwickeder Treffer.

 

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