Rätselraten beim HSC: Ein Pünktchen von möglichen neun Zählern viel zu wenig

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Fußball: War es die Schockstarre nach der Verletzung ihres Mannschaftskameraden Muhammed Doganalp Cirak, der nach einem schlimmen Zusammenprall in der 65. Minute mit seinem Torhüter Torben Simon und den beiden Schürener Offensivkräften Jonas Schneck und Ahmed Ersoy zu Boden gesackt war? Oder war es die Kombination aus individuellen, spielerischen und technischen Fertigkeiten gepaart mit Konditions- und Einstellungsproblemen? Das 3:3 des Holzwickeder SC beim BSV Schüren wirft jede Menge Fragen auf.

Kurios auch die Torfolge. Wie hatte sich das Team direkt nach dem 1:2 im Westfalenpokal noch auf dem Platz motiviert, wie lautstark ging es vor dem Schürener Spiel in der HSC-Kabine her. Die guten Vorsätze endeten nach sieben Minuten, als Michele Teofilo den Schürener Königstransfer von der IG Bönen, Arif Et, komplett unnötig abräumte. Et befand sich auf dem Weg aus dem Strafraum und nahm den ungestümen Einsatz von Teofilo gerne und routiniert an. Direkt nach dem Fall nahm sich Et gleich das Leder, ging zum Punkt und verlud Torben Simon um 1:0 für seine Farben.

Michele Teofilo macht Fehler gleich wieder wett – Andres Gerardo Gomez Dimas beendet Torflaute

Der HSC war allerdings in der Folge klar besser. Michele Teofilo, eigentlich gelernter Stürmer, entdeckte seine alten Kompetenzen wieder und erzielte den schnellen Ausgleich (15.). Besonders engagiert ging auch Andres Gerardo Gomez Dimas zu Werke. Der war einige Spiele ohne Torerfolg geblieben und wirkte in den vorherigen Spielen fast verzweifelt. Gegen Schüren holte er sich nach einem harten Foul an der Seitenlinie erst mal „Gelb“ ab (31.). Das wiederum brachte den 23-jährigen erst richtig auf Betriebstemperatur. Mit seinen Toren in der 43. Minute und der 51. Minute stellte er zu psychologisch besten Zeitpunkten auf 3:1 für den HSC. Und dann kam die Verletzung von Muhammed Cirak – wobei der Ex-Wickeder zum Glück selbständig den Sportplatz später verlassen konnte.

Bildzeile: In der 65. Minute stürzte Muhammed Doganalp Cakir, HSC-Neuzugang von
Westfalia Wickede, nach einem „Luftkampf“ im HSC-Strafraum benommen zu Boden. Sehr fair kümmerten sich Spieler und Betreuer beider Teams um ihren Kollegen und Fußballfreund.

Benjamin Hartlieb: Das war super-fair von den Betreuern vom BSV Schüren

Lob gab es übrigens von HSC-Chefcoach Benjamin Hartlieb: „Unsere Betreuer wie auch die von Schüren waren in der schlimmen Situation ganz schnell auf dem Platz und haben professionell geholfen. Das war super-fair!

Doch fortan war der „Wurm“ drin. Der eingewechselte Schürener Ahmet Ersoy, spielte, wie der ebenfalls ins Spiel gekommene Jonas Schneck die HSC-Defensive schwindlig. Ersoys Tore zum Schlussstand von 3:3 in der 70. und 81. Minute waren Ausdruck der tiefen Verunsicherung der Holzwickeder. Und hätte eben jener Ersoy nicht in der Nachspielzeit eine weitere Riesenchance vergeben, hätte es für den HSC ein 3:4 wie im Auftaktspiel gegen Brünninghausen gegeben.

Benjamin Hartlieb angesäuert             

Benjamin Hartlieb war nach dem Abpfiff auch nicht zufrieden. „Wir hätten das 4:1 machen können, ja müssen. So hat Andreas Spais nur das Außennetz getroffen.“

Zwei Ex-Holzwickeder mit gutem Spiel

Zwei Spieler mit Holzwickeder Vergangenheit waren für den BSV aufgelaufen. Lavdrim Jusufi machte ein ordentliches Spiel und gefiel durch lange Pässe. Ensar Selmanaj trug sogar die Kapitänsbinde bei den Schürenern. Nicht im Kader war der Ex-HSCer René Richter.

Ganz schnell Wiedergutmachung am Donnerstag gegen im Spiel gegen den FC Lennestadt möglich

Der HSC rangiert nun in der Westfalenliga 2 wieder auf einem Platz, den er auch und viel zu oft und lange bis zum bitteren Ende in der Oberliga innehatte. Punktgleich mit dem SC Neheim (16. und Letzter), dem SV Wacker Obercastrop (15.) steht die Hartlieb-Truppe mit einem Pünktchen auf dem 14. Platz – den ersten Abstiegsrang. „Oben“ ist der Zug vorerst abgefahren. Von der Spitze grüßen in der Reihenfolge jeweils mit sieben Zähler Türkspor Dortmund (1.), DSC Wanne-Eickel (2.), SV Sodingen (3.) und FC Lennestadt (4.).

Der kleine Vorteil für den HSC: Gegen den FC Lennestadt kann der HSC kann schnell Wiedergutmachung betreiben. Am Donnerstag, 1. September, 19.30 Uhr findet das vorgezogene Meisterschaftsspiel gegen die Sauerländer auf der Opherdicker Haarstrang-Sportanlage statt. Der Grund für die Vorverlegung: Lennestadt feiert am kommenden Wochenende Schützenfest. Sportlich gesehen würde der HSC gerne an diesem Abend ein Schützenfest veranstalten. Doch Holzwickede muss gegen den Tabellenvierten auf der Hut sein. Der FCL gewann im heimischen Hensel-Stadion auf dem dortigen Kunstrasenplatz am Sonntag gegen Westfalia Herne mit 4:2. Das Team von Trainer Jan Hüttemann zeigt eine erstaunlich gute Frühform und hat mit sieben Zählern sechs mehr als der HSC gesammelt.

Krombacher Kreispokalspiel beim Königsborner SV verlegt – neuer Termin nun am 21. September

Ursprünglich sollte das Drittrundenspiel beim Krombacher Kreispokal zwischen dem HSC und dem Königsborner SV am 8. September stattfinden. Nun wurde das Spiel auf Mittwoch, 21. September, 19.30 Uhr in der Schumann-Arena in Königsborn terminiert.

Kaniwar Uzun trifft für den TuS Bövinghausen

Kaniwar Uzun, Ex-HSC-Spieler und Bruder des aktuellen Holzwickeder Spielers Serhat Uzun, hat für ein Jahr beim Oberliga-Aufsteiger und Großkreutz-Club TuS Bövinghausen angeheuert. Der 22-jährige, 1,96 Meter große Stürmer spielte nach Holzwickede bei Westfalia Wickede, Westfalia Herne, VfB Lübeck II und für den VfB Lübeck in der Regionalliga. 17 Spiele absolvierte er in der 4. Liga. Sein Einstand in Bövinghausen war überragend. Vergangene Woche schoss er das Siegtor beim 1:0-Testspielerfolg bei der U23 von Borussia Dortmund. Am Sonntag war er erneut Torschütze für seinen neuen Verein zum Endstand von 3:1 gegen den TuS Ennepetal.

Bildzeile: Es hat sich nicht viel geändert: Benjamin Hartlieb i(4.v.l.) im Kreis der „Seinen“. Wieder einmal konnte ein Vorsprung nicht über die Zeit gerettet werden – mal abgesehen davon, dass es viele individuelle Defizite gibt. Entsprechend „bedröppelt“ steht die Truppe auch nach Abpfiff auf dem Platz im Kreis.

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