Nur noch vier Punkte bis zum Abstiegsplatz: HSC nimmt sich Krise zur Unzeit

Fußball: Spätestens seit der 2:3-Niederlage bei Westfalia Herne dürfte jedem klar sein, dass es für den Holzwickeder SC in dieser Spielzeit ausschließlich um den Klassenerhalt in der Westfalenliga 2 gehen kann. Auch der aktuelle siebte Platz kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in dieser Staffel der 6. Liga ganz eng zugeht. Gerade noch vier Zähler trennen den HSC vom ersten Abstiegsplatz, den ausgerechnet der sonntägliche Gegner aus Herne belegt.

Die Ruhrpottler zeigten dem Oberliga-Mitabsteiger aus Holzwickede ab Minute 56, wie Abstiegskampf über die volle 90 Minuten-Distanz geht. Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte hatten die Holzwickeder nach wirklich guten zehn Minuten nach der Pause durch Treffer von Serhat Uzun nach Freistoß (52.) und Elfmeter durch Andreas Spais (54.) auf 2:0 gestellt. Kaum jemand der nur noch 109 Zuschauer im weiten Rund hätte noch einen Pfifferling auf die Westfalia gewettet, vor allem, da die Herner aufgrund des ähnlich schwachen Starts in die zweite Hälfte vor Wochenfrist gegen Türkspor Dortmund mehr mit sich selber beschäftigt waren.

Nach 56 Minuten Schalter für den HSC ausgeknipst

Aker-Ali Arslan, der dann eine Minute später ausgewechselt werden sollte, nahm noch mal alle Kräfte zusammen, sauste auf der rechten Seite auf und davon und schoss den frühen Anschluss zum 1:2 (56.) nur zwei Minuten nach dem zweiten HSC-Treffer. Die Holzwickeder waren viel zu weit aufgerückt. Patrick Fischer konnte seine Defensive nicht mehr organisieren. Dann ein Zweikampf von Max (Moron) und Moritz (Müller) im Strafraum, Moron fiel und Schiedsrichter Yannick Ruppert vom SC Husen-Kurl zeigte auf den Punkt. Das sah schon ein bisschen nach Konzessionsentscheidung aus, klar war der Strafstoß jedenfalls nicht. Hernes Kapitän Orkun Koymali übernahm die Verantwortung und schoss humorlos zum Ausgleich ein (69.).

Und doch hätte das Spiel im Anschluss noch mal eine ganz andere Wende nehmen können. Der eingewechselte Philipp Gödde setzte sich schön durch und schoss. Westfalia-Torhüter Daniel Kassen war geschlagen, doch auf der Liie war Fabian Kulpmann zur Stelle und verhinderte die erneute Holzwickeder Führung (78.). Und so kam, was kommen musste. Die HSC-Defensive absolvierte Freischwimmerübungen; Damjan Ilic ging viel zu ungestüm und sinnfrei zu Werke, und es gab den zweiten Elfer für Herne. Erneut traf Kapitän Orkun Koymali zum Endstand von 3:2 (82.).

„Das Gute mitnehmen“

„Das tut richtig weh. Was da schief gegangen ist, ich weiß es nicht direkt nach Abpfiff, das müssen wir in den kommenden Tagen analysieren“, klagte HSC-Coach Hamza El Hamdi. Gleichwohl verwies er aber auch gute Szenen, die es in die kommenden Aufgaben mitzunehmen gelte. Und die letzten drei Prüfungen in diesem Jahr haben es noch mal so richtig in sich.

Hammer-Programm für den HSC bis zum Jahresende

Am kommenden Sonntag, 13. November, 15 Uhr geht es zum Tabellenzweiten Türkspor Dortmund 2000. Die haben mit 48 Treffern die meisten der Liga erzielt, mussten sich aber am Sonntag überraschend daheim YEG Hassel mit 4:5 geschlagen geben. Dennoch ist die bisherige Saisonbilanz für den Aufsteiger mit neun Siegen, drei Remis und einer Niederlage beeindruckend. Auf dem Dortmunder Mendesportplatz werden die Mannen von Türkspor-Trainer Okan Özkara mit dem Holzwickeder Ex-Torhüter Muhamed Acil dem HSC ein ganz heißes Tänzchen abliefern.

Bildzeile: Der vom Offensiv- zum Defensivspezialisten “umfunktionierte” Michele Teofilo (l.) hatte einen harten Stand im Abwehrverbund.

Der HSC wiederum muss versuchen, nach nunmehr fünf sieglosen Spielen mit vier Niederlagen und einem Remis gegen Wiemelhausen nun schnell wieder zu punkten. Den letzten Sieg gab es am 2. Oktober zuhause gegen Neheim mit 2:1.

Nach dem Spiel gegen Türkspor ist aufgrund des Feiertags eine Woche spielfrei. Dann geht es daheim am 27. November, 15 Uhr, gegen Obercastrop weiter – einem Verein, der auch ganz tief unten steht. Das letzte Spiel des Jahres ist auch bereits die erste Begegnung der Rückrunde. Zu guter Letzt in diesem Jahr gibt am 4. Dezember um 15 Uhr der aktuelle Tabellenführer, FC Brünninghausen, seine Visitenkarte im Montanhydraulik-Stadion ab. Der FCB hatte das Hinspiel mit 4:3 gewonnen – und auch hier lagen die Holzwickeder zwischenzeitlich mit zwei Toren in Front.

Rüffel von beiden Team-Chefs für Rudelbildung nach dem Spiel

Klar, es ging um viel. Aber auf dem Spiel ging es schon des Öfteren robust zur Sache, doch Referee Yannick Ruppert ließ zunächst viel durchgehen, um einen Spielfluss zu ermöglichen. Die Teams dankten es ihm nicht. Nach Spielschluss hatte man sich gegenseitig viel zu sagen. Da forderten Ersatzspieler und verletzte Kicker, die zunächst auf der Tribüne Platz genommen hatten, lautstark Einlass auf das Spielfeld. Dann gefielen sich Spieler beider Clubs in Diskussionen über Fairplay bei Foul-Situationen und Unterbrechungen. Da musste manches Mütchen gekühlt werden. Nicht beruhigen lassen wollten sich indes Serhat Uzun vom HSC und Olcay Yilmaz von Herne. Beide sahen von Schiri Ruppert „Rot“ nach Abpfiff und Rudelbildung. Für diese Rudelbildung hatten sowohl Hernes Coach Hayrettin Cekin als auch HSC-Trainer Hamza El Hamdi kein Verständnis. „Nach Abpfiff ist Schluss. Man muss sich in die Augen sehen können und gut ist’s. So etwas wollen wir nicht sehen“, meinten beide unisono. Sowohl Uzun als auch Yilmaz erwiesen ihren beiden Mannschaften mit ihrem Engagement nach dem Schlusspfiff einen Bärendienst. Beide werden erst einmal durch die folgenden Sperren fehlen.

Premiere für neuen Ersatzkeeper David Scholka – Ausfallliste beängstigend

Erstmals nahm der neuverpflichtete Torhüter David Scholka auf der Ersatzbank Platz. Scholka kommt vom Ligakonkurrenten Obercastrop und ist ab sofort spielberechtigt. Damit muss Torwarttrainer Stefan Sablowski nach dem verletzungsbedingten längeren Ausfall der Nummer zwei im Kasten, Henrik Dißelhoff, nicht mehr das Trikot parat liegen haben.

Doch weiterhin sieht es nicht gut aus. Philipp Gödde und Finn Jona Heinings kommen aus Verletzungen und sind noch nicht bei hundert Prozent. Torjäger Gomez Dimas fällt mit Knöchelverletzung weiter aus – ebenso wie Dondre Robinson, Michael Christopher McGrath, Jan Nielinger, Pjer Radojcic und Dean Müsse. All das bedeutet aber auch: Die U23 des HSC in der Bezirksliga kann aktuell nicht auf große personelle Unterstützung von oben im harten Abstiegskampf hoffen.

Bildzeile: Vor Anpfiff ging es noch fair-freundschaftlich beim Duell derOberliga-Abateiger  wischen Herne und Holzwickede zu. Nach Abpfiffallerdings musste noch so manches Mütchen gekühlt werden.

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