Mangelnde Arbeits-Einstellung in zweiter Hälfte kostet Königsborner SV gutes Ergebnis gegen Holzwickeder SC

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Fußball, Westfalenpokal, 1. Runde: Königsborner SV – Holzwickeder SC 2:5 (2:2). Nach dem 1:7 im Finale des urlaubsguru-Cups nun ein 2:5 in der 1. Runde des Westfalenpokals: Der Holzwickeder SC siegte auch im zweiten Aufeinandertreffen mit dem Neu-Landesligisten KSV vom Ergebnis her überaus klar. Der 5:2-Erfolg war aufgrund starker zweiter 45 Minuten des Westfalenligisten verdient. Königsborn muss sich vorwerfen lassen (und bekam das auch nach dem Abpfiff nach einer geharnischten Ansprache von Trainer Andreas Feiler im „Kreis“ deutlich gesagt), dass man die (Fußball-)Arbeit ab Minute 46 komplett eingestellt hatte.

Der HSC bekommt nun, neben einer Geldprämie durch den Verband, auch ein Heimspiel in der 2. Runde gegen den Oberligisten FC Gütersloh. Gespielt wird an einem Termin ab Donnerstag, 1. September. Der Verband hat hier ein Zeitfenster genehmigt. Der FC Gütersloh gewann am Samstag gegen beim Neu-Landesligisten TuS Lohe mit 2:0, tat sich dabei aber sehr schwer. Und: Die Bilanz des HSC in der letzten Oberliga-Zugehörigkeit ist sehr gut – zwar gab es zuletzt eine Niederlage zuhause, davor aber Heimsiege und sogar einen Auswärtssieg.

HSC begann stark – und ließ dann stark nach

Es begann gut für den Favoriten aus Holzwickede. Gecoacht wurde der HSC von Hamza El Hamid – Chefcoach Benjamin Hartlieb ist in seinem verdienten Erholungsurlaub. Der KSV ließ den HSC kommen – und die in „Hoffnungs-Grün“ gekleideten Holzwickeder sagten in Person von Serhat Uzun früh „danke“. Sein 1:0 in der 13. Minute war allerdings leicht abseitsverdächtig. Zudem ging das Leder vom Innenpfosten über die Linie – Pech für Königsborn.

KSV drehte Match kurzzeitig

Doch der HSC beschloss dann, das Spielen einzustellen und dachte wohl an einen Selbstläufer. Der wurde es aber nicht, im Gegenteil. In der 29. Minute bezwang Michele Teofilo, der seinen Fuß in einen Schuss hielt, seinen eigenen Keeper Torben Simon zum 1:1. Val-Leander Wettklo erzielte dann, sehr zur Freude eines lautstarken und sangesfreudigen KSV-Blocks, die Führung (32.) und drehte damit das Spiel komplett. Der in der ersten Hälfte sehr stark aufspielende Christopher Johannes Simon hatte den Torjäger mit der Nummer „8“ in der Mitte gesehen und optimal angespielt.

Ab Minute 32 beschloss HSC, wieder am Spiel teilzunehmen

Es war das „Hallo wach“ für einen HSC, der sich schon wie beim Hecker-Cup Spiel gegen Schüren nach einer Trinkpause diese scheinbar eigenmächtig verlängert hatte. Moritz Müller konnte noch in der gleichen Minute ausgleichen (32.) – und damit war man wieder im Spiel. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte fehlten nur wenige Zentimeter nach einem tollen Freistoß von Maurice Majewski zur erneuten HSC-Führung. Fazit: Bei sommerlichen Temperaturen sahen die Zuschauer ein gutes, unterhaltsames Spiel – und ein 2:2, aus dem beide Trainer so einige Erkenntnisse gezogen haben sollten.

KSV bricht komplett ein

Was aber war da in der zweiten Hälfte mit dem Königsborner SV los, der doch „dran“ war und eine mehr als beherzte erste Halbzeit an den Tag gelegt hatte? In Windeseile beendeten die HSC-Akteure alle Träume des KSV von einer Überraschung. Andreas Spais in der 48. Minute und Andres Gerardo Gomez Dimas (54.) stellten schnell auf 2:4 aus Sicht der Königsborner. Alle Tore passierten unter gnädiger Mithilfe ab diesem Zeitpunkt indisponierter Gastgeber. Auch das 2:5 durch Andreas Spais in der 68. Minute war Auflösungserscheinungen in der KSV-Defensive geschuldet.

Bildzeile: Torhüter Ivan Mandusic (li.) wechselte von der IG Bönen zum Königsborner SV. In dieser Szene kann er per Kopf klären.

KSV präsentierte zwei Neuverpflichtungen von der IG Bönen

Der Königsborner SV präsentierte zwei Neuverpflichtungen von der IG Bönen. Vom krisengeschüttelten Club aus Bönen kamen Keeper Ivan Mandusic und Kaan Akcay. Akcay kam ins Spiel, konnte aber keine Akzente setzen. Der groß gewachsene Mandusic im Tor parierte in den letzten Minuten großartig gleich mehrfach gegen durchgebrochene und komplett freistehende Holzwickeder – war aber insgesamt nicht der ganz große Rückhalt über 90 Minuten betrachtet. Doch auch hier gibt es aufgrund der Kürze seiner Zugehörigkeit zu seinem neuen Team noch viel Potential – und er wird als „Schnapper“ und seinen unbestreitbaren Größenvorteilen sicherlich zukünftig auch dem KSV entscheidend helfen können.

So geht es für beide Teams weiter – drittes Aufeinandertreffen in wenigen Wochen denkbar

Der KSV wie auch der HSC sind am kommenden Dienstag, 9. August, im Krombacher Kreispokal unterwegs. Der KSV gastiert um 19 Uhr bei RW Unna. Der HSC muss zu TuRa Bergkamen reisen. Anstoß in Bergkamen auf Kunstrasen ist um 19 Uhr. Sollten beide Teams ihre Aufgabe lösen, käme es zum dritten Spiel beider Teams gegeneinander: In der 3. Runde müssten dann der KSV und der HSC erneut gegeneinander antreten.

Trainerstimmen
Andreas Feiler (KSV): Die zweite Halbzeit war zum Vergessen. Es waren individuelle und zum teil haarsträubende Fehler, die uns auf die Verliererstraße gebracht haben. Die erste Hälfte war ordentlich. Da haben wir gute Ansätze gezeigt. Wir müssen nun analysieren, warum wir so den Faden verloren haben. Am Dienstag geht es im Kreispokal zu RW Unna – und dann zum Saisonstart müssen wir gegen Welper spielen. Da müssen deutliche Steigerungen her.

Hamza El Hamid (HSC): Erst einmal ganz klar: Königsborn hat eine sehr gute Landesliga-Mannschaft. Wir haben das schwere Spiel heute exakt so erwartet. Wir haben viel richtig und gut in der ersten Hälfte gemacht. Dann aber haben wir den KSV ins Spiel gebracht. Die zweite Halbzeit war eine ganz klare Sache für uns. Wir dürfen nicht vergessen: Für uns, wie für alle anderen Vereine, war die Vorbereitung sehr hart und intensiv. Was zählt, ist der Meisterschaftsbeginn und die ersten Spiele. Wir werden nun am Dienstag im Kreispokal bei TuRa Bergkamen vielen Spielern, die nicht gegen den KSV lange oder gar zum Zuge gekommen sind, eine Chance geben – aber mit einem großen Kader anreisen und vielen eine Spielmöglichkeit geben. Und danach gilt es. Am kommenden Sonntag müssen wir im ersten Westfalenliga-Spiel beim starken FC Brünninghausen Farbe bekennen.

KSV: Ivan Mandusic, Salah-Eddine Darraz (56. Kaan Akcay), Val-Leander Wettklo, Christopher Johannes Simon, Lutz Radojewski, Lennart Kutscher, Lennart Duda (65. Hannes Richard Gladysch), Ahmet Acar (74. Luca Alexander Klose), Hassan Boulakhrif, Leo Mayka (86. Leon Lukas), Damian Marchewski.
HSC: Torben Simon, Moritz Müller, Til Busemann (68. Maximilian Schettke), Andreas Spais (78. Tim Kortenbusch), Andres Gerardo Gomez Dimas (87. Kianosh Amiri), Serhat Uzun (83. David Karantalis), Maurice Majewski, Dean Müsse, Michele Teofilo, Damjan Ilic, Connor McLeod (64. Finn Jona Hennings).
Tore: 0:1 Uzun (13.), 1:1 Teofilo (29. Eigentor), 2:1 (32.) Val-Leander Wettklo, 2:2 (32.) Müller, 2:3 (46.) Spais, 2:4 (54.) Dimas, 2:5 (68.) Spais.
Schiedsrichter: Johannes Liedtke (TuS Ennepetal).
Zuschauer: 250.

Bildzeile: In dieser Szene ist der Königsborner Daniel Duda (vorne) eher am Ball als sein Holzwickeder Gegenspieler.

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