HSC will es noch mal machen: Auf den Tag genau sechs Jahre soll gegen gleichen Gegner wie damals der „Krombacher-Pott“ her




Fußball, Krombacher Kreispokal, Finale Männer: Holzwickeder Sport Club – SG Bockum-Hövel (Do., 26. Mai, 17 Uhr, Kunstrasenplatz Kaiserau, Jahnstraße 1, Kaiserau). Auf den Tag genau sechs Jahre ist es her, da standen sich die Himmelfahrts-Konkurrenten im Krombacher Kreispokalfinale, der Holzwickeder SC und die SG Bockum-Hövel bereits in einem denkwürdigen Endspiel gegenüber. In Heeren siegte der HSC damals mit 4:2 – lag allerdings zur Pause mit 1:2 zurück. Legendär dabei die damalige Halbzeitansprache des damaligen Co-Trainers Olaf Pannewig, der die Holzwickeder Akteure wieder „auf Linie“ brachte und die Kicker auch von der Chance des Gewinns wenigstens eines Wettbewerbs überzeugte.

Auch dieses Mal stellt sich die Frage für den neutralen Beobachter: Wird der HSC angesichts des bereits fast perfekten Abstiegs der „Ersten“ aus der Oberliga und des ambitionierten Anspruchs, mit der U23-Reserve den Klassenerhalt in der Bezirksliga 8 zu schaffen, das Kreispokalendspiel mit vollen (personellen) Kräften und vor allem dem Willen, unbedingt gewinnen zu wollen, angehen?

„Ja“, sagt Chefcoach Benjamin Hartlieb, HSC-Chefcoach. Gegenüber sku predigt er seit Wochen: „Für uns ist jedes Spiel enorm wichtig. Es geht dabei natürlich um Siege und Erfolge, aber in erster Linie um die Entwicklung der Mannschaft und der einzelnen Spieler.“ Oder anders ausgedrückt: Der HSC will am Donnerstag „liefern“ und seiner zumindest auf dem Papier stehenden Favoritenrolle gerecht werden. Auch – und das ist in Holzwickede enorm wichtig – möchte man auch gegenüber den treuen Fans, die viele hundert Kilometer diese Spielzeit fuhren, um die Holzwickeder anzufeuern, wenigstens ein Erfolgserlebnis bescheren.

Sieger qualifiziert sich für den Westfalenpokal – doch der HSC hat diesen Wettbewerb mit Ziel „1. Runde DFB-Pokal“ bislang nie richtig geliebt 

Es lockt neben dem Kreispokal die Qualifikation zum Westfalenpokal und damit einer attraktiven Antrittsprämie in diesem Wettbewerb. Die „Kiebitze“ beim Abschlusstraining des HSC am Dienstagabend im Montanhydraulik-Stadion sahen eine motivierte, engagierte Truppe. Den bereits so gut wie feststehende Abstieg aus der Oberliga ist zwar noch nicht verdaut und „aus den Köpfen“, aber die Chance wenigstens etwas „Silberware“ in den Händen zu halten und in den Kaiserauer Himmel zu recken, spornt wohl doch an.

Allerdings riss der HSC in den letzten Jahren im Westfalenpokal wahrlich keine Bäume aus und scheiterte regelmäßig in Runde eins oder spätestens zwei – sehr zum Leid der Anhänger des Vereins. In dieser Spielzeit gab es ein klares 0:4 beim Westfalenligisten Espelkamp.

SG Bockum-Hövel spielt in einer „eigenen Liga“ – einen „Oberliga-Skalp“ Bockum-Hövel bereits am Gürtel

Der Gegner, die SG Bockum-Hövel, ist in dieser Begegnung alles andere als ein krasser Außenseiter. Das Team von Trainer David Schmidt spielte in der Landesliga 4 in der laufenden Saison 21/22 in einer „eigenen Liga“. Als Tabellenzweiter musste man den Kontakt zu Spitzenreiter und der hoch personell hoch-gerüsteten IG Bönen seit längerem abreißen lassen. Aktuell sind es 14 Zähler, die Bockum-Hövel hinter der IG Bönen steht. Zum Tabellendritten, dem VfL Senden, sind es allerdings 15 Punkte Vorsprung. Und so spielt man seit Wochen munter mit, hat aber im Hinterkopf die große Chance, den Kreispokal zu gewonnen. Die Stärke von Bockum-Hövel bekam im Halbfinale die Hammer Spielvereinigung als chancenloser Oberligist mit einem klaren 0:3 zu spüren. Dreifacher Torschütze war der überragende Mergin Deliju. Und im Viertelfinale hatten die Hammer Vorstädter dem Gastgeber des Kreispokals, den SuS Kaiserau, im März diesen Jahres mit 6:0 aus der Arena an der Jahnstraße gefegt. Also: Die 2013 durch eine Fusion von SVA Bockum-Hövel, Sportfreunde Bockum und Westfalia Bockum-Hövel entstandene und neugegründete SG Bockum-Hövel ist keinesfalls ein Außenseiter.

Lukas Sauer von TuRa Bergkamen pfeift

Schiedsrichter der Begegnung ist der 32-jährige Lukas Sauer von TuRa Bergkamen. Der äußerst erfahrene Unparteiische kennt beide Teams bestens und wird wohl wenig Probleme bekommen.

Im Vorspiel steigt ab 14 Uhr das Damen-Finale zwischen Rot-Weiß Unna und TuS Lohauserholz.

Bildzeile: Im Halbfinale des Krombacher Kreispokals musste sich der Holzwickeder SC richtig strecken gegen den SSV Mühlhausen-Uelzen. Erst im Elfmeterschießen siegte der Oberligist und zog damit ins Endspiel ein.