HSC bucht nach 0:2 in Rhynern Ticket zur Oberliga-Abstiegsrunde – Westfalia Rhynern sicher in der Aufstiegsrunde

732

Fußball-Oberliga: Westfalia Rhynern – Holzwickeder Sport Club 2:0 (0:0). Der 2:0-Erfolg von Westfalia Rhynern über den Holzwickeder Sport Club (HSC) am Mittwochabend im Nachholspiel der Oberliga Westfalen brachte für beide Teams Planungssicherheit. Die Westfalia aus Gastgeber stürmte mit 33 Punkten auf den vierten Platz und steht damit sicher in der Aufstiegsrunde. Für den HSC, der das Spiel vor der guten Zuschauerkulisse von 306 Zuschauern verdient verlor, bedeutet die elfte Niederlage im 17. Spiel, unabhängig vom Ausgang der drei noch offenen Spiele der Hinrunde (Aplerbeck, Finnentrop/Bamenohl und Kaan-Marienborn) die Teilnahme an der Abstiegsrunde. Von diesen elf Teilnehmern müssen dann fünf den bitteren Gang in die Westfalenliga antreten.

Mit Leon Gensicke, Lucas Arenz, Mathieu Bengsch und Trainer Marc Woller an der Linie kehrten gleich vier HSC-Akteure mit Rhyner Vergangenheit an den „Papenloh“ zurück. Verzichten musste der Holzwickeder SC auf Torhüter Kevin Beinsen, der sich beim Einsatz in der U23 beim 1 : 4 in Königsborn an Schulter und Knöcheöl verletzt hatte sowie Winter-Neuzugang André Cieslak vom FC Kaan-Marienborn, der an einer Hüftverletzung leidet. Für Marcel Duwe ist die Saison nach einer Knorpelverletzung komplett vorbei. Der wieder genesene Marc Woller hatte seinen alten Club beim 2 : 1-Auswärtserfolg am Sonntag in Aplerbeck beobachtet – ebenso wie sein Kollege Michael Kaminski auf der Gegenseite, der wiederum den HSC beim 2 : 1-Testspielsieg am Samstag gegen die A-Junioren des MSV Duisburg unter die Lupe genommen hatte.

Hakan Sezer gleich mit hundertprozentiger Chance zu Beginn

Bereits nach vier Minuten hätte es im Kasten des Gastes klingeln müssen. Der mit 17 Treffern beste Westfalia-Torschütze, Hakan Sezer, kam frei zum Flugkopfball, den HSC-Torhüter Torben Simon abwehrte. Den Abpraller „löschte“ dann Robin Schultze mit einem Befreiungsschlag. Der HSC löste sich nach zehn Minuten aus der Umklammerung. Pjer Radojcic, Winter-Neuzugang vom TuS Bövinghausen, bekam bei einem Kopfball keinen Druck hinter den Ball (12.). Einen mächtigen Schuss von Andreas Spais, vom RSV Meinerzhagen gekommen, konnte Rhynerns Keeper Alexander Hahnemann nur zentral abklatschen – in der Mitte aber stand kein Holzwickeder, der vollstrecken konnte. Spais fand dann in der 35. Minute erneut seinen Meister in Hahnemann. In der 38. Minute gab es die nächste dicke Möglichkeit für den Gastgeber. Gianluca Di Vinti setzte sich auf der linken Seite schön durch und spielte auf Hakan Sezer, der den Ball nicht an Torhüter Torben Simon vorbeispitzeln konnte. Es blieb beim 0 : 0 zur Pause – für den HSC etwas schmeichelhaft, aber nicht komplett unverdient. Den Platz verlassen musste allerdings mit einer wieder aufgebrochenen Verletzung Kapitän Nils Hoppe in der 43. Minute. Sein Einsatz am Sonntag im Heimspiel gegen Aplerbeck scheint damit ausgeschlossen.

Heftige Diskussionen um „Dosenöffner“

Die entscheidende Szene des Spiels hielt die 56. Minute bereit. Gianluca Di Vinti kam erneut über links in den Holzwickeder Strafraum und kam zu Fall. Seongsun You soll der Schuldige gewesen sein – doch der beteuerte, er habe nie und nimmer Di Vinti getroffen. Es war zumindest eine sehr umstrittene Entscheidung von DFB-Schiedsrichterin Sina Diekmann (TSV Arholzen), die an diesem Abend ohnehin keine echte Freundin des HSC war und Trainer Marc Woller so richtig „auf die Palme“ brachte. Hakan Sezer war es komplett egal. Eiskalt und frech schoss er den Strafstoß mittig und verlud Torben Simon (56.).

Bildzeile: Zwei Trainer, zwei getrennte Wege für den Rest der Saison. Marc Woller (l.) muss mit seinem HSC in die Abstiegsrunde. Michael Kaminski (r.) spielt in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga. Nach dem Spiel stellten sich beide Trainer den Fragen der Medien.

Fast hätte Sezer gleich das 2:0 folgen lassen, doch visierte er in der 58. Minute den von ihm aus gesehenen linken Pfosten an. In der 60. Minute hatte Tom Franke das 2 : 0 auf dem Fuß – doch er scheiterte gleich zweimal am überragenden HSC-Keeper Torben Simon. Und der HSC? Moritz Müller zielte aus der Distanz knapp über das Tor (68.). Philipp Gödde nach einer Ecke kam nicht zum Kopfball (70.). Rhynern fand die Doppel-Chance der Holzwickede wenig erbaulich – und traf zur Entscheidung. Direkt nach der Ecke, die Gödde nicht verwerten konnte, tauchte er in einer Kontersituation vor dem HSC-Tor auf und überwand Torben Simon zum 2 : 0 (71.). Dabei blieb es. Rhynern schaltete in den Verwaltungsmodus und profitierte von einer ganz abgeklärten Viererkette und einem überragenden Tim Neumann sowie Kapitän Michael Wiese, der routiniert alles abräumte und sich für kein Tackling zu schade war. Vom HSC kam nach dem 0 : 2 aus seiner Sicht nichts mehr.

Rhynern: Alexander Hahnemann, Marvin Joswig, Christopher Stöhr, Akhim Seber, Hakan Sezer (87. Brian-Cedric Wolff), Gianluca Di Vinti (90. Oussama Daoudi), Sezer Toy (80. Jonas Michler), Tim Neumann, Tom Franke (71. Jan Kleine), Patrick Franke, Michael Wiese.
HSC: Torben Simon, Moritz Müller, Enis Delija, Philipp Gödde, Pjer Radojcic (67. Leon Gensicke), Nils Hoppe (43. Damjan Illic), Robin Schultze (83. Mathieu Bengsch), Seongsun You (76. Tomislav Ivancic) Maurice Majewski, Andreas Spais, Lucas Arenz.
Tore: 1:0 Sezer (56, FE), 2:0 Seber (71.).
Schiedsrichterin: Sina Diekmann (TSV Arholzen).
Zuschauer: 306.

Trainerstimmen: 
Michael Kaminski (Rhynern): Ein ganz großes Kompliment an meine Mannschaft. Für das 2:0, aber insbesondere für das Erreichen der Aufstiegsrunde mit nun 33 Punkten und nur sechs Zählern hinter Spitzenreiter Kaan-Marienborn. Die Mannschaft entscheidet nun selber durch ihre Leistung zum Beispiel am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen Finnentrop/Bamenohl, der Mannschaft der Stunde, wo es diese Saison hingeht. Und da können und wollen wir die Teams, die unbedingt aufsteigen wollen und müssen, ärgern. Zum Spiel gegen Holzwickede. Der Sieg ist hochverdient. In der ersten Halbzeit war es ein Abnutzungskampf, das 1:0 war dann der Dosenöffner. Ob der Elfer berechtigt war, das muss ich mir noch mal anschauen. Es hätte aber vielleicht sogar in der ersten Halbzeit einen Strafstoß für uns geben können, so habe ich das zumindest aus meiner Perspektive am Spielfeldrand gesehen. In den zweiten 45 Minuten haben wir nichts zugelassen, hatten gute Laufwege. Und noch etwas zu den Vereinen aus dem Kreis Unna/Hamm: Ich wünsche allen Teams wie Holzwickede und Hamm alles Gute und sportlichen Erfolg in dieser Spielzeit. Wir sind alle aus einem Fußballkreis. Wir brauchen die Spiele gegeneinander, das sind Derbys.

Marc Woller (HSC): Wir haben ein engagiertes Spiel gezeigt. Ich bin nicht unzufrieden, auch wenn das Ergebnis natürlich kein Anlass zur Freude ist. Rhynern hat auf einem sehr schwer zu bespielenden Rasenplatz seine Heimstärke gekonnt ausgespielt. Gegenüber so manchen Spielen der Hinrunde von uns habe ich deutliche Steigerungen gesehen. Wir haben unser Spiel verändert. Wir stehen kompakter und sind kämpferisch viel stärker als noch vor einigen Wochen und Monaten. Die Mannschaftsteile arbeiten nun erheblich besser zusammen. Wir arbeiten weiter, wir geben uns nicht auf, warum auch? Wir haben noch sehr starke Gegner in der Hinrunde wie am Sonntag Aplerbeck, dann auswärts Finnentrop/Bamenohl und zuhause Spitzenreiter Kaan-Marienborn. Das sind alles schwere Aufgaben, doch ich hoffe und bin überzeugt, wir werden an ihnen weiterwachsen.

Viel Prominenz auf dem Platz

So mancher Trainer aus der Oberliga wie der Trainer von Victoria Clarholz, Christopher Henkemeier oder der Co-Trainer des SC Aplerbeck, Florian Bartel, schauten sich das Geschehen in Rhynern an. Dabei war auch der Ex-Trainer des HSC und heutige Coach des Lüner SV, Axel Schmeing.

Rhynern vermeldet Verlängerungen – und einen Abgang

Der Sportliche Leiter von Westfalia Rhynern, Andreas Kersting, führt in diesem Tagen viele Gespräche mit den Spielern über ein Engagement in der kommenden Spielzeit 22/23. Die Mittelfeldspieler Mazlum Bulut und Stürmer Gianluca Di Vinti bleiben ebenso wie die mit längerfristigen Verträgen ausgestatteten Alexander Hahnemann (Tor), Kapitän Michael Wiese, Patrick und Tom Franke und Brian Wolff. Ein Fragezeichen steht noch hinter Eduard Probst. Der Torjäger steht auf der Liste mancher Vereine in der Region. Die „Erste“ verlassen wird Ersatztorhüter Maximilian Eul. Der 26-jährige steigt in das Geschäft seines Vaters ein und kann die Doppelbelastung zwischen Beruf und Ober- oder Regionalliga nicht mehr stemmen.

Tim Eibold tritt als Sportchef des TuS Haltern zurück

Nach sieben Niederlagen in den letzten acht Spielen zog er selber die Reißleine. Tim Eibold, Sportchef des TuS Haltern, einem Konkurrenten des HSC im Abstiegskampf, hat seinen sofortigen Rücktritt angekündigt. Eine neue Position in einem anderen Verein hat er aktuell noch nicht. Vor der Station in Haltern war Eibold Sportlicher Leiter unter anderem bei Türkspor Dortmund, Westfalia Herne und dem SV Sodingen.

Bildzeile: DFB-Schiedsrichterin Sina Diekmann beim Einlaufen der beiden Teams. Ihre Entscheidung zum Strafstoß, der zum 1:0 für Rhynern führte und damit zum „Dosenöffner“ für Rhynern wurde, war hoch umstritten.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.