Höchste Zeit für den ersten Dreier: HSC muss im Derby gegen ASC Dortmund den Heimfluch besiegen

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Fußball-Oberliga Westfalen: Holzwickeder SC – ASC Dortmund (So. 15 Uhr, Montanhydraulik-Stadion, Jahnstraße 7, Holzwickede). Ganz stark müssen die Zuschauer sein, die in der aktuellen Saison das Montanhydraulik-Stadion zu Spielen der Oberliga-Elf des Holzwickeder SC besuchen. Gerade ein mageres Pünktchen gegen den Tabellenletzten Herne (1:1) steht auf der Habenseite. Demgegenüber setzte es sieben, teils heftige Niederlagen und insgesamt 5:30 Tore. Das bedeutet in der Heimstatistik die rote Laterne, sogar noch hinter der Westfalia aus Herne.

Und ausgerechnet jetzt kommt der geografische Nachbar, der Tabellensechste ASC Dortmund (Aplerbeck), an die Jahnstraße. Für das Derby haben die Gäste am Donnerstagabend noch mal einen Schluck aus der „Selbstvertrauen-Pulle“ genommen. Sie siegten in der 6. Runde des Kreispokals gegen den Westfalenligisten und Club von Ex-HSC-Coach Axel Schmeing, den Lüner SV mit 1:0. Der HSC wiederum kassierte beim 0:2 in Rhynern die elfte Niederlage der Spielzeit 21/22 und zeigte insbesondere in den zweiten 45 Minuten ohne eine echte eigene Torchance eine Leistung mit „viel Luft nach oben“. Glück hatten die Holzwickeder, dass der mit 15 Punkten einen Zähler vor dem HSC stehende TuS Haltern sein Nachholspiel am Donnerstagabend ebenfalls verlor – mit 0:2 zuhause gegen den SV Schermbeck.

HSC mit großen Personalsorgen

Voraussichtlich verzichten muss der HSC ausgerechnet in diesem wichtigen Derby auf Kapitän und Abwehrchef Nils Hoppe. Dessen Oberschenkelverletzung, die er sich im Testspiel gegen Brünninghausen zugezogen hatte, brach gegen Rhynern wieder auf, so dass er zur 43. Minute ausgewechselt werden musste. Sein Vertreter in Rhynern wird wohl auch sein Vertreter gegen die 09er sein: Damjan Illic. Im Tor der Holzwickeder wird erneut Torben Simon stehen, da Kevin Beinsen noch an einer Schulterverletzung leidet.

Hoffnung macht dem HSC eine Steigerung im Spielverhalten seines Teams. Die Mannschaftsteile arbeiten besser zusammen, stehen enger und machen die Räume dicht. Allerdings gibt es noch viel zu oft das Offensivmuster mit „langem Ball auf Philipp Gödde, der legt ab, und dann ist da niemand, da keiner ernsthaft nachgerückt ist.“ Gödde selber hat erheblichen Tor-Nachholbedarf: Zwei Treffer stehen zu Buche. Aber: Er war für seinen alten Verein FC Kray mal ganz entscheidend mit „Köpfchen“ dabei. Am letzten Spieltag sicherte er dem FC Kray den Klassenerhalt mit seinem Tor am letzten Spieltag den Klassenerhalt.

Es muss sich also viel ändern, da der HSC gerade 16 Tore in 17 Begegnungen in der Oberliga erzielt hat – das ist leider der Wert eines Absteigers. Dazu kommt die mit 44 Gegentoren drittschlechteste Abwehr. Nur Herne (45) und Meinerzhagen (46) mussten mehr Tore „schlucken“.

Ex-HSC-Co-Trainer Florian Bartel „Dauergast“ bei HSC-Spielen

Florian Bartel, zu Zeiten von Axel Schmeing Co-Trainer des HSC und nun in gleicher Position für Dortmund unterwegs, schaute sich das Testspiel des HSC gegen die A-Junioren des MSV Duisburg (2:1) und das 0:2 am Mittwochabend in Rhynern genau an und machte sich eifrig Notizen. „Schade, dass es wohl nicht zum Duell zwischen unserem besten Torschützen Maxi Podehl und Dir kommen wird“, meinte er bedauernd zum ausgewechselten Nils Hoppe. Und da war er beim Thema, denn wer soll Maximilian Podehl, der bereits 15 Mal getroffen hat, oder Marcel Münzel stoppen? Und seine Liebe zum Toreschießen hat auch der Torschütze des Siegtors (11. Minute) im Pokal gegen den Lüner SV, Said Dahoud, entdeckt. ASC-Trainer Antonias Kotziampassis konnte es sich sogar erlauben, Podehl, Münzel und weitere Stammspieler gegen den Lüner SV zu schonen.

Doch auch für Aplerbeck geht es um einiges – neben „Ruhm und Ehre“ für einen Derbysieg. Die Punkte aus der Hinrunde werden in die Auf- (ASC) und Abstiegsrunde (HSC) mitgenommen. Aktuell stehen die Dortmunder nur sechs Punkte hinter Spitzenreiter Kaan-Marienborn, haben allerdings ein Match mehr absolviert. Holen die 09er daher einen Dreier in Holzwickede, greifen sie ernsthaft wieder ins Meisterschaftsrennen ein.

Statistik spricht für die Aplerbecker

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass der HSC zuletzt schwer in Meisterschaftsspielen gegen den ASC getan hat. Die letzten beiden Heimspiele (16. Oktober 2019: 1:3 und 7. April 2019: 1:2) gingen verloren. Auswärts gab es am 30. Juli für den HSC im Waldstadion ein 0:1 (30. Juli 2019). Den letzten Sieg für Holzwickede gab es am 28. Juli 2018 durch ein 3:1 in Aplerbeck. Nach fast vier Jahren wird es also wieder mal Zeit für einen Erfolg!

Viele Arbeiten am Umfeld – Aktion „mit dem Fahrrad anreisen“ – Landesmittel zur Überdachung der Ballhaus-Terrasse

Seine Premiere soll die neue Anzeigetafel des HSC feiern. Sie zeigt den Spielstand wie auch die Spielzeit an. Zudem gibt es ein großes Banner am Sportheim, das auf die „Sponsor-Lounge“ hinweist. Und neue Werbebanden gibt es auch. Dazu kommt die Aktion „Mit dem Radel zum HSC“: Wer bei den nächsten beiden Heimspielen des HSC und der HSC U23 mit dem Fahrrad kommt, erhält einen Nachlass von einem Euro auf den Eintrittspreis.

HSC mit „gläserner Idee“

Und noch eine gute Nachricht kam in diesem Land für den HSC. Der HSC bekommt über 90.000 Euro für die Sanierung des Sportheims und des Umfelds. Dafür sollen die Sitzplätze auf und an der Terrasse am Ballhaus überdacht werden – und zwar verglast. Jetzt muss es nur noch sportlich klappen.

Zum Derby kommt ein Schiri aus der Nachbarschaft

Passend zum Derby ist die Ansetzung des Unparteiischen. Alexander Ernst aus Schwerte wird das Spiel im Montanhydraulik-Stadion leiten. Beruflich hat er übrigens auch mit dem Schiedsrichterwesen zu tun. Der 29-jährige arbeitet in der Video-Projektgruppe des DFB – jenes Projekts des berühmten „Kölner Kellers“, wo so manche umstrittene oder kritische Szene in der 1. Bundesliga oder 2. Bundesliga bestätigt oder zurückgenommen wurde.

Bildzeile: Am 7. April 2019 unterlag der HSC dem ASC Dortmund 09 im Montanhydraulik-Stadion mit 1:2.

 

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