Bernsdorf schießt mit Viererpack seinen alten Verein im Alleingang ab

Fußball, Bezirksliga 8: Holzwickeder SC – SSV Mühlhausen/Uelzen 1:4 (0:2). „Es war noch nicht alles perfekt. Wir sind aber auf einem guten Weg“, kommentierte Adrian Ruzok den komplett verdienten 4:1-Auswärtserfolg seines neuen Vereins bei der U23 des Holzwickeder SC. Während beim SSV das Form-Thermometer klar nach oben zeigt, wird es bei der Reserve des Westfalenligisten eiseskalt. Nicht nur, dass es bereits sechs Tore und 27 (!) Tore Rückstand auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz sind. Was den wenigen HSC-Fans unter den nur noch 60 Zuschauern auf der Opherdicker Haarstrang-Sportanlage größte Sorge bereitet, ist die Einstellung der Holzwickeder U23. War in den letzten Spielen bereits die Bereitschaft, nach verlorenen Bällen dem Ball und Gegner hinterherzulaufen und auf Rückgewinn zu drängen absolute Fehlanzeige, so fiel dieses Mal auch gleich noch das Laufen nach vorne schwer.

Acht Minuten (!) verteidigte die U23 des HSC. Und dann war alles so einfach. Der SSV bemühte lange Bälle, die immer wieder hinter die Kette gingen und für Gefahr und Tore sorgten – eben weil die jungen Holzwickeder es mit dem Laufen und Nachsetzen nicht so haben. David Bernsdorf hatte in dem zum großen Teil naiven Verhalten der U23 des HSC in der Verteidigung nach hinten seine helle Freude und schenkte seinem alten Verein gleich vier „Buden“ ein (8., 28., 74., 84.). Daniel-Timotei Sandu konnte nur noch ein wenig Ergebniskosmetik für den Gastgeber betreiben (87.).

Bildzeile: David Bernsdorf schenkte seinem alten Verein gleich vier Buden ein.

Was bleiben für Erkenntnisse für beide Teams? Der SSV ist noch längst nicht in Bestform, konnte aber etwas fürs Selbstbewusstsein tun und zeigt aufsteigende Form. Trotzdem springt aktuell nur ein enttäuschender elfter Platz heraus. Am kommenden Sonntag zuhause gegen Eving Selimiye Spor will das Ruzok-Team den positiven Trend fortsetzen.

Claas Hoffmann erwartet deutliche Steigerungen

Um die U23 des HSC muss man sich allergrößte Sorgen machen. Denn bei diesem Team geht es um Grundsätzliches. „Ich erwarte einfach, dass man auch bei den Trainingseinheiten brennt, sich darauf freut, gut mitmacht und anschließend geschafft nach Hause zu fahren, noch eine halbe Stunde von mir aus zu chillen und dann in Ruhe zu kommen“, sagt Coach Claas Hioffmann. Das sei, so Hoffmann, doch eigentlich für jeden Fußballer selbstverständlich. Er erwartet deutliche Steigerungen – und zwar im sportlichen Bereich auf dem Feld wie auch außerhalb des Platzes in Fragen der Einstellung und des Willens, wirklich Fußball spielen zu wollen. „Spieler wie Andreas Heiss und Stefan Becker machen es vor, beide sind angeschlagen, stellen sich aber in den Dienst des Teams. Wenn man beruflich oder privat verhindert ist – wenn das alles so ist, dann ist das auch okay“, so Hoffmann. Es geht aber, so Hoffmann ganz klar, um Einstellungen zum Fußballsport, um das Übernehmen von Verantwortung und um das schnellstmögliche Abstellen von individuellen Defiziten. Das muss jetzt schnell gehen angesichts des Riesenabstands in der Tabelle. Beim TuS Hannibal am kommenden Sonntag sollte das bereits beginnen – aber Hannibal ist alles andere als ein Leichtgewicht in der Liga.

HSC U23: Chamdin, Schröder, Sandu, Heubel, Freund (75. Lammert), Tagizadeh (61. Ünal), Tanriver (46. Farenbruch), Becker (69. Mohamed), Popa, Heiß (75. Birke), Palmer.
SSV Mühlhausen/Uelzen: Mesewinkel-Risse, Wycisk (58. Weiß), Gretzinger, Bernsdorf,  Cengiz (46. Demircan), Deifuß, Salwik, Braun, Pfaff, Schröder (61. J. Pfeffer), Steinbach (77. Moussa)
Tore: 0:1 Bernsdorf (8.), 0:2 Bernsdorf (28.), 0:3 Bernsdorf (74.), 0:4 Bernsdorf (84.), 1:4 Sandu (87.)
Besondere Vorkommnisse: „Rot“ nach „Notbremse“ für Julian Salwik (47.)
Zuschauer: 60
Schiedsrichter: Hendrik Schürmann (SV Burgsteinfurt).

Bildzeile: Mühlhausens Jona Deifuß gewinnt hier den Wettlauf um den Ball.

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