Alles war drin: Drama, Wut und Jubel beim Auswärtssieg der HSC U23 bei Spitzenreiter Sölde

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Fußball-Bezirksliga 8: VfR Sölde – U23 Holzwickeder Sport Club 2:3 (0:0). Es blies ein eisiger Wind, zwischenzeitlich schien die Sonne, dann zogen dunkle Wolken auf, und am Ende blinzelte die Sommer erneut durch die Wolkendecke – aber nur für die U23 des HSC. Das Wetter spiegelte an diesem Sonntagnachmittag im Stadion Rosengarten genau das wider, was sich dort auf und abseits des Platzes zugetragen hatte.

Eisig war es gleich zu Beginn, als der Stadionsprecher den Betreuer der U23 des HSC per Lautsprecher unmissverständlich aufforderte, die Aufstellung endlich freizugeben. Da fanden sich dann immer mehr Aktive aus dem Oberliga-Kader, die „dringend Spielpraxis brauchten, weil sie zuvor in den letzten Tagen und Wochen corona-, verletzungs-, urlaubs- oder studienbedingt ausgefallen waren“. Das fand der VfR Sölde als alter (und auch neuer) Spitzenreiter weniger lustig.

Erste Halbzeit mit vielen HSC-Pässen „ins Nichts“ und sicherer Sölder Defensive

In den ersten 45 Minuten war nicht nur die Stimmung bei den rund 100 Zuschauern neben dem Platz eisig – auch auf dem Platz schienen alle irgendwie eingefroren zu sein. Der HSC bestimmte das Spiel und stand dank Nils Hoppe sicher in der Defensive. Man versuchte es immer wieder mit langen Pässen, verbunden mit den besten Wünschen für etwaige Abnehmer, auf die eigene rechte Seite.

Sölde stand nicht minder sicher, schaute sich die Bemühungen der Gäste in aller Seelenruhe an und hatte sogar zwei dicke Chancen. Sascha Holtze zwang Torben Simon in der 16. Minute zu einer Parade. Ertugurul Aksoy verfehlte den Kasten in der 24. Minute um wenige Zentimeter. Und der HSC? Kein einziger Schuss (!) landete Richtung Tor von Stephane Preuß. „Manchmal muss man einen Gegner auch müde spielen und irgendwie zu Fehlern zwingen“, kommentierte ein Fan am Rande der Bande.

Nils Hoppe bricht den Bann

In der 51. Minute war es dann Nils Hoppe, der den Bann brach. Nach einem Freistoß war er mit dem Kopf zur Stelle und nickte zum 1:0 ein. Da schien die Sonne für den Gast aus Holzwickede – aber auch nur kurze Zeit, denn Sölde zeigte eine starke Reaktion. Nachdem Ertugurul Aksoy erneut noch neben das Tor schoss (53.), war es dann Michael Kuhfeld mit dem Ausgleich in der 58. Minute. Dieses Mal war es an Holzwickede, eine passende Antwort zu finden. Das machte Andreas Heiß in einer Druckphase mit dem 2:1 (64.). Da dachten viele, der Drops sei gelutscht. Doch wieder war es Ertugurul Aksoy, der sichtlich Spaß am bunten Treiben auf dem Platz gefunden hatte, über die linke Seite unter gnädigem Geleitschutz der HSC-Defensiven los jagte und Torben Simon zum 2:2-Ausgleich überwand (70.).

Offener Schlagabtausch in der Schlussphase – Pjer Radojcic mit dem goldenen Tor

Es wurde ein offener Schlagabtausch. Sölde wollte den Dreier, und auch für den HSC war ein Remis viel zu wenig im Abstiegskampf. Pjer Radojcic war die Rolle des „Helden des Tages“ dann in der 87. Minute vorbehalten. Sein Treffer zum 3:2 sollte am Ende den Sieg bedeuten – aber die Geschichte des Matches war damit noch nicht zu Ende geschrieben. In der ersten Minute der Nachspielzeit ging es im Fünfmeterraum zwischen HSC-Keeper Torben Simon und gleich mehreren Sölder, die zum Kopfball hochgestiegen waren, zur Sache. Am Ende lagen zwei Sölder am Boden – und die verlangten einen Elfer. Auch das Publikum schloss sich dem lautstark an. Schiedsrichter Florian Suthues vom SV Herbern lag mit seiner Entscheidung auf „keinen Strafstoß“ richtig, auch wenn naturgemäß der Heimatverein das naturgemäß anders sah.

Bildzeile: Jubel bei der U23 des Holzwickeder SC nach dem späteb 3:2-Siegtreffer.

Ex-Holzwickeder Stephen Hutmacher vergibt „Tausendprozentige“ in der Nachspielzeit

Doch egal, Suthues ließ weiterspielen. Die anschließende Ecke landete über mehrere Stationen beim in der 67. Minute eingewechselten, Ex-Holzwickeder Stephen Hutmacher. Und was der aus dem exakt auf seine Stirn gezirkelten Ball machte, wird ihm wohl immer wieder in der Nacht zu Montag durch den Kopf schwirren. Aus zwei Metern (!) visierte er den aus seiner Sicht linken Pfosten an. Da wäre HSC-Torhüter Torben Simon nicht mehr herangekommen.

Acht Punkte Rückstand auf ersten Nichtabstiegsplatz

So bleib es nach fünfminütiger Nachspielt beim 3:2-Auswärtserfolg der Holzwickeder. Was die wert ist, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen. Immerhin wurde der Abstand zum ersten Nichtabstiegsplatz (Rang 14.), den der TSC Kamen belegt, auf acht Zähler reduziert. Immer noch eine Menge Holz. Allerdings hat der TSC ein Spiel weniger ausgetragen. Dazu kam, dass der BV Brambauer am Sonntag zuhause den SC Aplerbeck II mit 2:0 besiegte – und damit ebenfalls punktete. Jener BV Brambauer ist am kommenden Sonntag, 20. Februar, der nächste Gegner der HSC U23. Sollte Holzwickede siegen, könnte der BVB überholt werden. Aber: Viele Verstärkungen „von oben“ wird es dann definitiv nicht geben, da für die Oberliga-Auswahl zeitgleich das ganz schwere Auswärtsspiel bei Westfalia Rhynern ansteht. Gut aus Sicht der Holzwickeder war die 2:3-Niederlage der ebenfalls mit Spieler aus dem Westfalenliga-Kader verstärkten Zweiten des Lüner SV (unter anderem mit Robin Rosowski) beim 2:3 gegen den VfL Schwerte. Damit bleibt die Reserve des Lüner SV Schlusslicht der Bezirksliga 8.

Sölde: Preuß, Krahn,  Dölling (67. Hutmacher), Dos Santos (89. Koschinski), Aksoy, Striewski, Loos, Kuhfeld, Holtze, Döring (89. Marquardt), Wilhelm.
HSC U23: Simon, N. Hoppe, Heiß (78. Derichs), Jusufi, Majewski, McLeod, Powilleit, Müller, J. Hoppe, Schmidt (46. Ünal), Radojcic.
Tore: 0:1 Hoppe (51.), 1:1 Kuhfeld (58.), 1:2 Heiß (64.), 2:2 Aksoy (70.), 2:3 Radojcic (87.).
Schiedsrichter: Florian Suthues (SV Herbern).
Zuschauer: 100.

Bildzeile: „Dicke“ Luft vor dem Holzwickeder Tor. HSC-Keeper Torben Simon greift nach dem Ball.

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