
Fußball, Westfalenliga 2, Concordia Wiemelhausen – Holzwickeder SC 2:1 (1:0).
Auf dem Kunstrasenplatz an der Glücksburger Straße meinte es Glücksgöttin Fortuna nur gut mit dem Gastgeber aus Wiemelhausen. Die riesige Ausfallliste verlängerte sich noch mal um Cheftrainer Kurtulus Öztürk, der kurzfristig erkrankt war. Hinzu kam während des Spiels noch die verletzungsbedingte Auswechslung von Christian Bernhard wegen einer Schambeinverletzung. Hier müssen weitere Untersuchungen zeigen, ob er am kommenden Wochenende in Disteln wieder einsatzbereit ist oder er sich in die endlose Verletztenliste mit Keeper Felix Hacker, Nils Bartke, Dean Müsse, Nils Kleine, Jan Nielinger, Nick Adamski, Marek Kulczycki und Amine Bazzani einreihen muss. Dazu kam dann am Sonntag ein nicht gut aufgelegter Schiri Philippe Najda, der einen glasklaren Elfmeter für Holzwickede nicht gab („Der Spieler wollte den zu sehr“). Dass dann spielerisch oft die falschen Entscheidungen getroffen wurden und im letzten Drittel vor dem Tor Wiemelhausens glücklos agiert wurde, machte die zweite Niederlage in Folge und die erste Auswärtsniederlage der Saison perfekt. Zehnter ist der HSC nun und hat nur noch fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, den der SSV Buer belegt. Nach oben geht mit sieben Zählern Rückstand auf Spitzenreiter FC Roj schon länger nichts mehr. „Wir müssen jetzt sehr aufpassen“, sagte Co-Trainer Stefan Wustlich, der „Kutte“ Öztürk vertrat, nach dem Match.
Wiemelhausen dominiert erste Hälfte – Maurice Modrzik und Efe Kadir Bozaci mit guten Chancen
Mit dem Auftritt der Holzwickeder in Hälfte eins konnten weder die mitgereisten Fans noch die sportlich Verantwortlichen zufrieden sein. Vor dem achten Spieltag hatten die Bochumer Vorstädter gerade einen Sieg, zwei Unentschieden und vier Niederlagen verbucht. Das wollten die in aggressivem Rot gewandeten Concordia-Akteure von Beginn an mit einer besseren Punkteausbeute wettmachen. Überragend dabei war Atakan Uzunbas, der bereits in der 12. Minute knapp am Tor von Orlando Stockhecke vorbeizielte. Besser machte er es in der 17. Minute. Einen Angriff über die linke Seite bekam die HSC-Defensive nicht wegverteidigt. Der Ball kam auf halbrechts, wo Uzunbas mit einem Flachschuss ins lange Eck die Führung für Wiemelhausen erzielte. Der HSC wurde dann zweimal richtig gefährlich. Maurice Modrzik scheiterte in der 19. Minute an Keeper Louis Britscho, der sich dabei an der Stirn verletzte. Eine Minute später ließ der angeschlagene Britscho dann nach einem Schuss von Efe Kadir Bozaci den Ball abprallen – aber da war weit und breit niemand aus Holzwickede, der das Leder hätte ins leere Tor bugsieren können. Der HSC war spielbestimmend, engagiert, aber in die gefährlichen Zonen konnte das Offensivteam nicht eindringen. Es blieb beim 1:0 für die Gastgeber zur Pause.

Bildzeile: Der angeschlagene Maurice Modrzik stellte sich trotz muskulärer Probleme beim 1 : 2 in Wiemelhausen voll in den Dienst der Mannschaft und biss die Zähne zusammen. Ein Tor gelang ihm allerdings nicht. Das erzielte der Ex-Kaiserauer Lasse Schiedel.
Konter durch Atakan Uzunbas entschied das Match – Lasse Schiedel erzielt Ehrentreffer für den HSC
Der Holzwickeder SC war auch in den zweiten 45 Minuten bemüht. Die Zahl der Offensivvorstöße ging nach oben. In der 66. Minute ging dann der Puls hüben wie drüben nach oben. Luis Weiß wurde klar und vor allem unüberhörbar durch einen Tritt ans Schienbein im Strafraum von den Beinen geholt (66.). Doch der insgesamt nicht souveräne und zu viel mit den Spielern diskutierende Schiri Philippe Najda vom FC Eintracht Rheine entschied zur Überraschung aller 22 Akteure auf „Weiterspielen“. „Er hat mir nach dem Spiel gesagt, dass unser Spieler den Elfer zu sehr wollte“, war HSC-Co-Trainer Stefan Wustlich noch immer „baff“ über die recht eigenwillige Regelauslegung. Der nächste Nackenschlag folgte fast postwendend. Nach einer Holzwickeder Ecke wurde der Ball abgewehrt. Das Leder kam zu Atakan Uzunbas, der sich foulverdächtig absetzte und dann auch noch HSC-Torhüter Orlando Stockhecke überlistete. Stockhecke sah dabei allerdings nicht ganz glücklich aus. 2 : 0 in der 68. Minute. Das schien die Vorentscheidung zu sein. Holzwickede aber machte weiter. Der für Tom Wonneberger in der 76. Minute ins Spiel gekommene Ex-Kaiserauer Lasse Schiedel erzielte in der 84. Minute das 1 : 2 aus HSC-Sicht. Auch die aufgrund der vielen Unterbrechungen sehr knapp angesetzten vier Minuten Nachspielzeit konnte der HSC nicht mehr nutzen. Es blieb beim 1 : 2 aus Holzwickeder Sicht – eine Niederlage, die es mit „voller Kapelle“ kaum gegeben hätte.
HSC mit Defensivsorgen – schon 17 „Buden“ kassiert – in der gesamten letzten Spielzeit nur 30 Gegentore
Große Sorgen wird sich das HSC-Trainerteam um Kurtulus Öztürk wegen der Defensive machen müssen. Fast an jedem Spieltag reduziert sich das Abwehrpersonal weiter – und in den kommenden Wochen wird sich da auch nicht viel zum Besseren wenden. Schon 17 Gegentore kassierte der Holzwickeder Sport Club. Mehr als zwei pro Spiel – definitiv zu viel. Zum Vergleich: In der gesamten letzten Spielzeit hatte man als damals bestes Team bei der Abwehrarbeit nur 30 Gegentore schlucken müssen.
Nächstes Auswärtsspiel am kommenden Sonntag – es geht zum SV Vestia Disteln
Im zweiten Auswärtsspiel in Folge muss der Holzwickeder SC am kommenden Sonntag, 4. Oktober, um 15.30 Uhr beim SV Vestia Disteln antreten. Das Team mit dem Ex-Trainer von Mengede und Ex-Co-Trainer von Westfalia Wickede, Thomas Gerner, gewann am Sonntag beim BSV Schüren mit 3 : 1 und steht auf Rang elf.
Trainerstimmen:
Stefan Wustlich (Co-Trainer HSC): Uns fehlten die komplette Viererkette, der Torwart und der Sechser. Dazu kamen weitere Ausfälle. Auf der Bank hatten wir bis auf Leo Mayka nur Spieler der Jahrgänge 2006 und 2007. Eigentlich wollten wir diese jungen Talente langsam an die Westfalenliga heranführen. Jetzt werden sie oft früher ins Wasser geworfen. Daher müssen wir auch Fehler mal verzeihen. Wir befinden uns angesichts der vielen Ausfälle und häufigen Wechsel in einer Findungsphase. Wir müssen mal schauen, wie wir das schnellstmöglich hinbekommen. Zum Spiel selbst: Es war ein 50 : 50-Match. Mit der ersten Hälfte waren wir nicht einverstanden. In den zweiten 45 Minuten kamen wir besser raus. Das Foul an Luis Weiß war ein klarer Elfmeter. Es wäre das mögliche 1:1 gewesen und hätte uns viele Chancen gegeben.
Carsten Droll (Cheftrainer Wiemelhausen): Es war das erwartete enge Spiel. Ich bin nicht mit allen Aktionen von uns zufrieden. Wir wollten nicht so lange Bälle spielen, haben manchmal auch viel zu schnell in die Tiefe gespielt. Das Gegentor war eine echte Einladung von uns. Ich habe gesagt, wir wollten Fußball spielen – aber doch nicht in der 84. Minute durch Hin- und Hergeschiebe vor unserem Strafraum. Am Ende war es schon ein glücklicher Sieg für uns. Auch wir haben noch einiges aufzuholen, nicht nur punktetechnisch.
Carsten Droll (Cheftrainer Wiemelhausen): Es war das erwartete enge Spiel. Ich bin nicht mit allen Aktionen von uns zufrieden. Wir wollten nicht so lange Bälle spielen, haben manchmal auch viel zu schnell in die Tiefe gespielt. Das Gegentor war eine echte Einladung von uns. Ich habe gesagt, wir wollten Fußball spielen – aber doch nicht in der 84. Minute durch Hin- und Hergeschiebe vor unserem Strafraum. Am Ende war es schon ein glücklicher Sieg für uns. Auch wir haben noch einiges aufzuholen, nicht nur punktetechnisch.
Wiemelhausen: Louis Britscho, Burak Yerli, Ben Brekau, Ibrahim Lahchaychi (85. Christopher Schmidt), Jan Luca Kirchner, Dennis Gumpert (70. Moritz Brötz), Calb Godswill Danso (46. Marc-André Gotzeina), Yannik Kellner, Collin Weihmann, Alessandro Marino (85. Duran Deniz), Atakan Uzunbas
HSC: Orlando Stockhecke, Michael Vrljic, Christian Bernhard (57. Danylo Kovalenko), Lokman Erdogan, Luis Weiß, Efe Kadir Bozaci (57. Leo Mayka), Nazarii Kovalenko, Tom Wonneberger (76. Lasse Schiedel), Mohammed El Gourari (69. Mika Nowroth), Maurice Majewski, Maurice Modrzik (80. Finlay Sube)
Tore: 1 : 0 Uzunbas (17.), 2 : 0 Uzunbas (68.), 2 : 1 Schiedel (84.)
Zuschauer: 168
Schiedsrichter: Philippe Najda (FC Eintracht Rheine):
Kalla Lösbrock und Detlef Fischer waren mit dem Radel da
Zwei Holzwickeder machten richtig „Meter“ – mit dem Radel. HSC-Präsident Karl-Friedrich Lösbrock und Detlef Fischer traten zwei Stunden so richtig in die Pedale, um nach Wiemelhausen zu strampeln.

Bildzeile: Rund 100 Besucher kamen zum Oktoberfest am Samstagabend ins Ballhaus im Montanhydraulik-Stadion. Eingeladen hatte HSC-Vereinswirtin Astrid Dietzow.
100 Gäste beim Oktoberfest des Holzwickeder SC
Gut besucht war das Oktoberfest des Holzwickeder SC am Samstag. Rund 100 Gäste, teils in „Krachledernen“ und Dirndln erschienen, ließen es sich bei Brezeln, Leberkäs und Weißwürstchen richtig gut gehen. Organisiert hatte die Sause im Ballhaus im Montanhydraulik-Stadion HSC-Vereinswirtin Astrid Dietzow.
Bildzeile: Beim 1:2 in Wiemelhausen fehlte es dem Holzwickeder SC in der Offensive an Durchschlagskraft.





