
Indiaca: Eine eher durchwachsene Saison fand am vergangenen Wochenende einen überragenden Abschluss. Bei der Deutschen Indica-Meisterschaft in Dülmen sicherten sich die Damen des CVJM Kamen zum vierten Mal in Folge den Titel. Die Herren und die Mixedmannschaft belegten jeweils den 2. Platz. Alle drei Teams sind damit für den Indiaca-Worldcup im kommenden Jahr qualifiziert.
Es war ein ungewohntes Bild. In den Oberligen des Westfälischen Turnerbunds mussten die erfolgsverwöhnten Mannschaften des CVJM Kamen überraschende Niederlagen hinnehmen. Erstmals seit vielen Jahren reichte es weder für die Damen noch für das Mixed-Team zum Titelgewinn. Lediglich die Herren kamen ohne Niederlage durch die Saison. Gleichwohl qualifizierten sich alle drei Mannschaften für die DM. Mit gemischten Gefühlen fuhr man nach Dülmen, wo es in diesem Jahr nicht nur um die nationalen Titel ging. Die diesjährige DM diente vielmehr auch als Qualifikation für den Worldcup 2027, an dem pro Nation und Spielklasse jeweils zwei Mannschaften teilnehmen können.Bei den Kamener Damen kehrten Nele Effern (Auslandsaufenthalt), Sina Kiszka (Schwangerschaft) und Frederike „Mieke“ Haeske (reaktiviert) rechtzeitig zur DM in den Kader zurück. Trainer Daniel Marquardt nominierte zudem mit Isabel Gogolin und Caitlin Hermanski zwei Jugendspielerinnen und konnte damit aus dem Vollen schöpfen.
Auch Zuschauer von anderen Vereinen begeistert von der Spielweise der Kamener Damen
Bei saunaartigen Temperaturen zeigte das Team von Anfang an, dass es zu alter Stärke zurückgefunden hat. Nach vier glatten Siegen gegen TSG Blankenloch, Indiaca Malterdingen, GW Hausdülmen und CVJM Pivitsheide machte man mit einem Sieg gegen ISC Reichertshausen den zweiten Platz vorzeitig fest. Im letzten Spiel gegen TSV Enzweihingen ging es dann noch um den Titel. Auch hier zeigten die Kamenerinnen ihre Klasse und gewannen ungefährdet mit 25:17 und 25:21. Auch Zuschauer von anderen Vereinen waren begeistert von der Spielweise der Kamener Damen. Man habe eine Klasse über allen anderen gespielt – ein großes Kompliment für das heimische Team.
Deutlich spannender ging es bei den Herren zu, die parallel zu den Damen in eineran deren Halle in Dülmen spielen mussten. Hier kehrten mit Alexander „Poldi“ Weber und Matthias „Matze“ Embers zwei Routiniers zurück, die ihre Karriere eigentlich schon beendet hatten. Zudem holte Spielertrainer Mark Potthoff mit Jan Röhlich und Tobi Alasentie zwei Spieler aus Betzdorf nach Kamen. Der Auftakt geriet etwas holprig. Nach einem glatten 25:17 gegen TSV Enzweihingen verlor man den zweiten Satz mit 26:28. Nach einem Sieg gegen ISC Reichertshausen und einem glatten ersten Satz gegen CVJM Rußheim konnte man mit einem äußerst knappen 29:27 im zweiten Satz bereits vorzeitig das Halbfinale erreichen. So schonte man im abschließenden Gruppenspiel gegen den amtierenden Deutschen Meister und Worldcupsieger TSG Blankenloch die Kräfte und zog als Gruppenzweiter in das Halbfinale ein.

Bildzeile: Die Herren des CVJM Kamen mussten sich erst im Finae geschlagen geben, wurden Zweiter. (hinten) Daniel Marquardt, Matthias Embers, Mark Potthoff, Jan Röhlich, Patrick Urbschat, Nils Quellenberg (Co-Trainer); vorne: Tobias Claus, Paul Makowka, Alexander Weber, Tobi Alasentie, Jonas Kuprat, Fabian Seifert.
Satz zwei nichts für schwache Nerven
Dort wartete mit dem CVJM Pivitsheide die zweite westfälische Mannschaft. Im ersten Satz ließen die Kamener nichts anbrennen und gewannen mit 25:21. Der zweite Satz war dagegen nichts für schwache Nerven. Kamen lag ständig zurück und schaffte erst beim 21:21 erstmals den Ausgleich. Beim 24:23 übernahm man die Führung und hatte somit den ersten Matchball, den man aber nicht nutzen konnte. Stattdessen kamen die Lipper zu ihrem ersten Satzball, den Kamen aber ebenso wie fünf (!) weitere abwehren konnte. Beim 31:30 folgte dann der zweite Kamener Matchball, ehe die Kamener den Sack und damit die Worldcup-Quali mit 33.31 zu machten und in grenzenlosen Jubel ausbrachen. Im abschließenden Finale gegen CVJM Bindlach gewann man den ersten Satz noch mit 25:23, musste sich den Franken dann aber mit 19:25 und 17:25 geschlagen geben.

Bildzeile: Das Mixed-Team beendete das DM-Turnier auf Platz zwei.
Am Sonntag folgte dann der Mixed-Wettbewerb. Als amtierender Deutscher Meister kam das Kamener Team ohne große Probleme durch die Vorrunde. Nach Siegen gegen ATV Haltern und TSV Enzweihingen gab man gegen TSV Grünwinkel den zweiten Satz ab, qualifizierte sich aber dennoch als Gruppensieger für das Halbfinale. Und wieder kam es gegen TSG Blankenloch zu einem Krimi. Einem ungefährdeten 25:22 im ersten Satz folgte ein 16:25 im zweiten Satz, sodass der dritte Satz über den Finaleinzug und die Worldcup-Quali entscheiden musste. Dort wechselte die Führung ständig hin und her, ehe Kamen bei 23:22 die Nase vorn hatte und den zweiten Matchball zum 26:24 verwandelte. Auch hier war die Luft danach raus, so dass Pivitsheide das Finale glatt in zwei Sätzen gewann.
Die CVJM-Mannschaften
Damen: Stefanie Martin. Frederike Haeske, Caitlin Hermanski, Isabel Gogolin,Nele Effern, Daniel Marquardt (Trainer), Corinna Heßler, Johanna Bejer, Amelie Lischeski, Sina Kiszka, Nadine Heßler.
Herren: (hinten) Daniel Marquardt, Matthias Embers, Mark Potthoff, Jan Röhlich, Patrick Urbschat, Nils Quellenberg (Co-Trainer); vorne: Tobias Claus, Paul Makowka, Alexander Weber, Tobi Alasentie, Jonas Kuprat, Fabian Seifert.
Mixed: (hinten) Corinna Heßler, Jan Röhlich, Mark Potthoff, Matthias Embers, Jonas Kuprat, Daniel Marquardt (Co-Trainer); vorne: Stefanie Martin, Nele Effern, Patrick Urbschat, Sina Kiszka, Tobias Claus.
Bildzeile: Die Damen des CVJM Kamen holten zum vierten Mal in Folge den DM-Titel (hinten) Stefanie Martin. Frederike Haeske, Caitlin Hermanski, Isabel Gogolin, Nele Effern, Trainer Daniel Marquardt; (vorne) Corinna Heßler, Johanna Bejer, Amelie Lischeski, Sina Kiszka, Nadine Heßler.





