
Fußball, Finale Krombacher Kreispokal: Holzwickeder Sport Club – SG Massen 3:6 n.E. (1:1, 2:2).
Toller Erfolg für den souveränen Spitzenreiter der Bezirksliga 8, die SG Massen. In einem packenden Finale des Krombacher Kreispokals setzte sich die SGM gegen den aktuellen Vierten der Westfalenliga 2, den Holzwickeder SC mit 6:3 nach Elfmeterschießen durch. Trostpflaster für die unterlegenen Holzwickeder: Durch den anstehenden Aufstieg der Massener in die Landesliga erreichen auch sie, wie die SG Massen, die erste Runde des Westfalenpokals. Dennoch: Während die SGM und ihre zahlreichen Fans ausgelassen den Sieg feierten, gab es viele bedröppelte Gesichter bei den Holzwickedern, die eine nicht optimal verlaufene Saison nicht mit einem echten Erfolgserlebnis abschließen konnten.
Erst mal ein Umzug – „Kunstrasen kam uns entgegen“
Den Nachmittagskaffee buchstäblich auf hatten die HSC-Verantwortlichen bereits vor dem Anpfiff. Statt auf dem angekündigten Rasenplatz in der „Fuchshöhle“ des Hammer SC ging es aufgrund der Witterungsverhältnisse auf den angrenzenden Kunstrasen. „Das kam uns entgegen“, kommentierte Massens Trainer Sascha Grasteit nach dem Abpfiff. Holzwickede, beheimatet im Montanhydraulik-Stadion auf Rasen, fand es weniger erbaulich. „Eine Pfütze gab es in der Platzmitte, die wäre nach dem ersten Angriff gleich weg gewesen. Dazu kam, dass der Kunstrasenplatz für größere Zuschauermengen wenig geeignet ist“, kritisierte der Sportliche Leiter des HSC, Tim Harbott. Am Ende regnete es nicht einen Tropfen während des Spiels, aber sei’s drum.
HSC beginnt stark – und muss dann zwei Schocks verkraften
Der Favorit aus Holzwickede erarbeitete sich zu Beginn ein spielerisches Übergewicht. Nach einer Ecke rettete Patrick Schmidt vor dem einschussbereiten Luis Weiß (16.). Der an diesem Tag ganz stark aufspielende Weiß war es auch, der in der 20. Minute eine Flanke von Til Busemann nicht richtig unter Kontrolle bekam und sie nicht verwerten konnte. In der 24. Minute gab es dann den ersten richtigen Aufreger und Schock Nummer eins für den HSC. Den in den Strafraum durchbrechenden Leo Mayka stoppte Dominik Lepinski. Regelkonform oder nicht? Schiri Lukas Sauer, Regionalliga-erfahren, entschied auf Weiterspielen – eine zumindest sehr fragwürdige Entscheidung, denn eine Berührung im Strafraum lag zweifellos und hörbar vor. In der 33. Minute war Referee Sauer dann entscheidungsfreudiger „pro Elfer“. David Bernsdorf ging im Strafraum zu Boden – der Pfiff ertönte, Strafstoß. Auch nach dem Abpfiff wusste niemand, wer denn nun der vermeintlich „Schuldige“ war. Dem Ex-Holzwickeder Nico Berghorst war’s piepegal. Aus seiner Sicht schoss er humorlos links unten ins Netz. HSC-Keeper Felix Hacker hatte die Ecke erahnt, war aber aufgrund der Härte des Schusses machtlos. Dann wurde es kurios: Anpfiff, der Ball wurde vom HSC nach vorne geschlagen und dort stand dann Nazarii Kovalenko ziemlich einsam vor Massens Keeper Leon Broda und schaffte postwendend den Ausgleich (34.). Das war auch der Halbzeitstand in einem gutklassigen Finale.
HSC wieder durch höchst kurioses Tor im Rückstand – und postwendend mit dem erneuten Ausgleich
In der zweiten Hälfte kam der HSC gut aus der Kabine – aber erneut netzte die SGM trocken ein. Und das sehr kurios. Patrick Schmidt zog ab. Der Ball ging an den Pfosten, von dort an die Rücken-/Halspartie von HSC-Keeper Felix Hacker und von dort ins Netz Doch wieder zeigte der HSC Moral und kam zurück. Maurice Majewski erzielte nur zwei Minuten später den erneuten Ausgleich. Zum Ende des Spiels wurde der Holzwickeder SC noch mal dominanter, zeigte aber die in der Liga altbekannten Schwächen im Abschluss. Auch die Einwechslung von Philipp Gödde in der 70. Minute half nichts, obwohl gerade bei Ecken der baumlange Stürmer viel Gefahr ausstrahlte und er zudem viele Bälle „festmachte“.
Elfmeterkrimi musste entscheiden – Majewski und Bozaci verschießen – alle Massener treffen
Es ging ins Elfmeterschießen. Was gegen den Oberligisten Rhynern im Halbfinale noch gut geklappt hatte, geriet am Donnerstag zum Desaster. Während die Massener Schützen Kurgan, Berghorst, Toy und Bernsdorf souverän einnetzten und Felix Hacker im Holzwickeder bei keinem Elfer den Hauch einer Chance ließen, versagten den HSC-Kickern die Nerven. Einzig Lokman Erdogan netzte ein. Maurice Majewski jagte das Leder über die Latte. Der Schuss von Efe Kadir Bozaci wurde von SGM-Keeper Leon Broda pariert. Der fünfte Schütze von Massen brauchte erst gar nicht mehr antreten. Das war es: Am Ende hieß es 6:3 nach Elfmeterschießen für die SG Massen.
Trainerstimmen
Kurtulus Öztürk (HSC): Es geht für mich heute keine Welt unter. Dennoch muss man gegen einen zwei Klassen tiefer spielenden Gegner das Spiel nach 90 Minuten zu seinen Gunsten entscheiden. Kräftemäßig lagen die Vorteile zum Schluss immer mehr auf unserer Seite. Wir haben aber viel zu viele Bälle in der zweiten Halbzeit zu leicht verloren. Ein Lob möchte ich heute meinen Innenverteidigern aussprechen. Sie haben einen wirklich guten Job gemacht.
Sascha Grasteit (Massen): Der Umzug auf den Kunstrasen hat sich heute sicherlich für uns ausgezahlt. Meine Mannschaft hat sich den Erfolg heute wirklich verdient. Klar sah man an vielen Aktionen, wie auch den schnellen Antworten auf unsere beiden Tore, dass Holzwickede abgezockt ist. Wir haben aber eine super Moral gezeigt. In Sachen Fitness sind wir auf Westfalenliga-Niveau. Das haben wir heute gezeigt. Wir haben uns den Kreispokalsieg als Mannschaft maximal verdient.
HSC: Felix Hacker, Nils Bartke, Michael Vrljic, Til Busemann (70. Philipp Gödde), Leo Mayka (78. Efe Kadir Bozaci), Lokman Erdogan, Luis Weiß (81. Wesley Ambrose), Jan Nielinger, Nazarii Kovalenko, Maurice Majewski, Michael Kuhfeld
SG Massen: Leon Broda, Lukas Abufaiad Mertens (90.+2 Fabio Mund-Reyes), Patrick Schmidt, Dominik Voß, Yasin Toy, Jona Deifuß (72. Amin Echamlali) ß, Alihan Kurgan, Nico Berghorst, Anjo Wilmanns, Dominik Lepinski, David Bernsdorf
Tore: 0:1 Berghorst (33. FE), 1:1 Kovalenko (34.), 1:2 Schmidt (55.), 2:2 Majewski (57.)
Tore Elfmeterschießen: für den HSC trifft Erdogan – Majewski und Bocazi verschießen. Für Massen treffen Kurgan, Berghorst, Toy und Bernsdorf
Zuschauer: 500
Schiedsrichter: Lukas Sauer (TuRa Bergkamen)
Bildzeile: Riesenfreude bei der SG Massen nach dem Finalsieg gegen Holzwickede.





