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„Schüren kann mit dem Punkt besser leben als wir“ – HSC verschenkt zwei Zähler




Fußball, Westfalenliga 2: Holzwickeder SC – BSV Schüren 2:2 (2:1).
Das musste nicht sein: Beim Remis gegen den personell stark aufgerüsteten BSV Schüren zeigte sich der letztjährige Westfalenliga-Fünfte, Holzwickeder SC, in Geber- und Rekordlaune. Nicht einmal eine Zeigerumdrehung war gespielt, als nach dem Anstoß weder die vordere Reihe noch das Mittelfeld nach hinten verteidigten – und auch die linke Seite bei hochsommerlichen Temperaturen gedanklich eher am Strand war als auf dem Rasen des Montanhydraulik-Stadions. Die gute BSV-Flanke erreichte Phillipos Selkos, der das ganz frühe 1:0 für den Gast erzielte. „Fußball kann ganz so einfach sein“, ärgerte sich HSC-Cheftrainer „Kutte“ Öztürk. Eine kalte Dusche für die beste Defensive der vergangenen Spielzeit – und das wohl bis Saisonende schnellste Tor der Liga. Der erste Spieltag hat nun einmal seine eigenen Gesetze.
HSC zeigte Moral – doch erst Efe Kadir Bozaci erlöste Fans und Verantwortliche
Der HSC zeigte eine Reaktion. Eine Wiederholung des 3. September 2023 wollte das Team unbedingt verhindern; damals hatte man früh in der Saison daheim gegen die Dortmunder mit 1:2 verloren. In der 43. Minute war es dann Efe Kadir Bozaci, der bereits in der Vorbereitung eine starke Frühform gezeigt und mit Einsatzwillen, Kampf und Engagement überzeugt hatte, der den verdienten Ausgleich erzielte (43.). Als Luis Weiß in der 45. Minute das 2 : 1 folgen ließ, hatte die bessere und aktivere Mannschaft die erste Hälfte für sich entschieden.
Chancentod HSC – „Das wissen die Spieler aber auch“
Nach der Pause spielte im Grunde nur der HSC. Fünf hochkarätige Torchancen blieben ungenutzt. „Das 3:1 zu diesem Zeitpunkt wäre die Entscheidung gewesen, Schüren wäre dann nicht mehr zurückgekommen“, meinte Kurtulus Öztürk nach dem Match. Doch die alte Fußballweisheit „Wenn man die Tore nicht selber macht, macht sie halt der Gegner“ erlebte im Montanhydraulik-Stadion ein „Déjà-vu“. Cem-Ali Dogan, gerade zwei Minuten zuvor für Ennes Yilmaz eingewechselt, erzielte den Ausgleich (61.). „Meine Spieler wissen schon, woran sie arbeiten müssen. Das ist definitiv die Chancenauswertung. Wir hätten früh alles klar machen müssen“, so Öztürk.
HSC erhöhte sukzessive das Risiko – aber es reichte einfach nicht mehr zum Sieg    
Der Holzwickeder SC wollte den Sieg. Einwechslungen von Denis Czarnecki, Finley Sube und Maurice Majewski sollten die Weichen auf „Dreier“ stellen. Doch es reichte nicht mehr. So war es am Ende der BSV Schüren mit seinen Fans, insbesondere den „Old Boys“, der jubeln durfte. Dennoch war es insgesamt ein ordentlicher Einstand des Holzwickeder SC in die Westfalenliga 2 – nur hätte es mehr sein können, ja müssen.
Trainerstimme:
Kurtulus Öztürk (HSC): Es war ein gutes Westfalenligaspiel. Aber es hat sich auch gezeigt: Wenn Du auf diesem Niveau deine Chancen nicht machst, macht sie der Gegner. Über das 1:0 brauchen wir uns nicht zu unterhalten. Das war von vorderster bis hinterster Linie durchweg schlecht. So etwas darfst Du Dir in der sechsten Liga einfach nicht erlauben. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass wir heute viele Spieler im Kader hatten, die zuletzt noch U19 gespielt haben. Das ist keine Entschuldigung, aber wichtig zur Einordnung. Es war für beide Teams sicherlich ein guter Auftakt – wobei Schüren mit dem Punktgewinn besser leben kann als wir. Wir haben einen guten Ball gespielt, nun geht es nach Finnentrop zum nächsten Härtetest.
HSC: Felix Hacker, Nils Bartke, Christian Bernhard, Marek Kulczycki (90. Finley Sube), Lokman Erdogan, Luis Weiß (74. Tom Wonneberger), Efe Kadir Bozaci (66. Maurice Majewski), Danylo Kovalenko, Nazarii Kovalenko, Nils Kleine, Maurice Modrzik (80. Denis Czarnecki)
Schüren: Muhammed Acil, Dino Dzaferoski (62. Tobias Hartmann), Florian Marth, Jannik Marth (82. Kevin Brümmer), Phillipos Selkos (75. Yassin Hamza Cerrache), Jannik Benning, Ennes Yilmaz (59. Cem-Ali Dogan), Resul Celebi (46. Murat Keskinkilic), Marcel Münzel, Wilhelm Sassenberg, Ömer Akman
Tore: 0:1 Selkos (1.), 1:1 Bozaci (43.), 2:1 Weiß (45.), 2:  Dogan (61.)
Zuschauer: 256
Schiedsrichter: Thorsten Kleiböhmer (SG Vorhalle 09)
HSC muss schnell die richtigen Stellschrauben drehen: Am kommenden Sonntag geht es zum nächsten Top-Favoriten SG Finnentrop-Bamenohl
Bereits am kommenden Sonntag steht für den HSC das nächste Kräftemessen gegen einen Top-Favoriten auf den Aufstieg an. Am Sonntag, 16. August, geht es ins tiefe Sauerland zum Oberliga-Absteiger SG Finnentrop-Bamenohl. Anstoß ist um 15.30 Uhr. Die schnellste Strecke über die A44 beträgt eine Stunde und zwölf Minuten (77 Kilometer). Die SG, mit der sich der HSC zu Oberligazeiten große Spiele auf dem Kunstrasenplatz „Am Ohl“ geliefert hat, liebt das große Spektakel. Im Auftaktspiel bei Concordia Wiemelhausen, wahrlich keine Laufkundschaft in der Westfalenliga 2, setzten sich die Finnentroper auswärts mit 7:5 (!) durch. Nun lässt sich trefflich spekulieren, ob die Defensive der SG mit fünf Gegentreffern echte Schwächen aufweist – oder ob die Offensive einfach richtig Spaß am Toreschießen hat. Aufpassen muss der HSC in jedem Fall auf die Nummer „49“, Stürmer Lejf Kaden. Er erzielte gleich drei „Buden“ in Wiemelhausen und führt die Torjägerliste an. Mittelfeldspieler Gordon Meyer (Nummer elf) traf „nur“ zweimal, zeigte aber ebenfalls, dass er weiß, wo die Kiste steht. Egal: Der HSC muss unter der Woche erst einmal das Schürener Spiel mit allen „Pros“ und „Cons“ aufarbeiten. Interessant ist auch die bereits erfolgte Schiri-Ansetzung: Lars Bramkamp aus der bekannten Bramkamp-Schiri-Familie und Regionalliga-Referee vom TuS Hattingen wurde für diese Begegnung nominiert. Auch das ist ein Zeichen dafür, worum es sportlich geht.
Bildzeile: Efe Kadir Bozaci (re.) erzielte nicht nur den Ausgleich gegen Schüren, sondern war erneut enorm wichtig für das Spiel des HSC.