Krombacher Kreispokal: HSC setzt sich mit 2:1 in einem Kartenfestival durch – KSV gegen dezimierten Westfalenligisten zu einfallslos

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Fußball, Krombacher Kreispokal, Achtelfinale: Königsborner SV – Holzwickeder SC 1:2 (0:1). Der dritte Teil der Trilogie „Königsborner SV gegen Holzwickeder SC“ in der Spielzeit 22/23 brachte nach Torfestivals in den ersten beiden Auflagen (7:1 beim urlaubsguru-Cup und 5:2 im Westfalenpokal, jeweils für den HSC) erneut einen Erfolg des Westfalen- gegen den Landesligisten. Doch statt eines Torfestivals, wie in den ersten beiden Auflagen, gab es beim 2:1-Sieg des HSC im Krombacher Kreispokal am Mittwochabend kein Tor-, sondern ein Kartenfestival. Sechs Gelbe und zwei Rote Karten zückte Schiedsrichter Niklas Erkeling aus Hamm im Laufe des Spiels, das aber trotz der Kartenflut keinesfalls unfair war. Besonders betroffen war Westfalenligist HSC, der neben drei gelben Kartons auch noch zwei „glatt Rote“ hinnehmen musste.

Vorzeitiges Duschen für Torhüter Henrik Dißelhoff und Michele Teofilo

Michele Teofilo musste den Platz verlassen, da der Unparteiische eine „Kopfnuss“ gegen seinen Gegner gesehen haben wollte (64.). „Das müssen wir uns in der Videoanalyse noch mal genau anschauen“, kommentierte HSC-Chefcoach Benjamin Hartlieb. Eine mehrwöchige Sperre, die übrigens auch für die Meisterschat gilt, droht. Der junge Keeper Henrik Dißelhoff, wie Michele Teofilo im letzten Jahr noch A-Jugend, nahm einen Ball zwar mit den Beinen noch im Strafraum stehen, aber mit den Händen außerhalb des 16er auf. Das gab es im August in der Bundesliga für Leverkusens Keeper Lukas Hradecky, der beim 0:1 in Dortmund das gleiche „Delikt“ begangen hatte und im Anschluss vom DFB-Schiedsgericht ein Spiel Sperre bekam.

Um es vorweg zu nehmen: Der Königsborner SV machte aus der zweifachen Überzahl und verbleidenden über 30 Minuten inklusive Nachspielzeit viel zu wenig. Einzig Hassan Boulakhrif brach in der fünften Minute der Nachspielzeit durch die Defensive und erzielte das 1:2 aus Königsborner Sicht – ein viel zu später Treffer, denn fast im Anschluss pfiff Referee Niklas Erkeling ab.

Für Besucher gab es zwei Spiele für einfachen Eintritt

„Die Zuschauer haben heute zwei Spiele gesehen“, sagte HSC-Chefcoach Benjamin Hartlieb nach Abpfiff. Zunächst mal gab es nur Hiobsbotschaften für den gastgebenden KSV. KSV-Trainer Andreas Feiler fehlte grippekrank. Das Coaching übernahmen Kevin Jagusch und Tobias Retzlaff. Christopher Simon und Junior Mushaba fehlten. Beim Aufwärmen verletzte sich auch noch Val-Leander Wettklo am Oberschenkel und konnte nicht spielen. Der HSC gab Spielern Praxis, die zuletzt keine so großen Spielanteile hatten.

Das erste Ausrufezeichen des Matches setzte der äußerst agile Leo Meyka. Sein Schuss in der 6. Minute ging um Zentimeter am linken Pfosten vorbei. Das war es dann aber auch schon seitens des Gastgebers. Fortan übernahm der HSC die Spielkontrolle. Fast folgerichtig war die Führung in der 14. Minute. Dondre Robinson stieß auf der rechten Seite nach vorne, flankte in die Mitte, dort nahm der Ex-Wickeder Jan Nielinger das Leder auf und bugsierte die „Pille“ zum 1:0 in die Maschen. Ab diesem Moment fand der KSV nicht mehr richtig statt. Aber auch Holzwickede behielt nur die Kontrolle, kam aber nicht auf echte Chancen. So plätscherte die Begegnung in die Halbzeit.

In der zweiten Halbzeit war es Moritz Müller, der übrigens nach seiner Schulterverletzung die komplette Spielzeit absolvierte und das 2:0 erzielte (47.). Und dann kam sie – die Kartenflut, der dezimierte HSV, der sich einzig durch Gomez-Dimas mal Ausflüge beziehungsweise Konter nach vorne gönnte, sonst aber nur auf Defensive angesichts zwei Spieler weniger auf dem Platz bedacht war. Sehr gut und sicher in der Abwehr stand übrigens Philipp Gödde – trotz des ungeliebten Kunstrasenplatzes.

„Fernseher“ Andi Feiler auf Nachfrage von sku: „Das ist nach vorne von uns zu wenig!“

Andreas Feiler, grippekranker Coach, sah das Spiel zu Hause im online-TV. Auf telefonischer Nachfrage von sku während des Spiels musste aber auch er zugeben: „Das ist nach vorne von uns einfach viel zu wenig, trotz Überzahl.“ So blieb es für seinen KSV beim einzigen Treffer durch Hassan Boulakhrif. Übrigens wurde KSV-Keeper Bastian Luncke in der 81. Minute als Feldspieler in der Offensive eingesetzt – für Ahmet Acar. Doch konnte er keine Akzente setzen.

Titelverteidiger HSC nun gegen Westfalia Rhynern im vorgezogenen Endspiel

Der HSC steht nun im Viertelfinale. Dort wartet im heimischen Montanhydraulik-Stadion auf den Titelverteidiger im Krombacher Kreispokal eine Riesenhürde. Am 6. Oktober geht es gegen Westfalia Rhynern, aktuell Tabellenführer der Oberliga Westfalen noch vor dem TuS Bövinghausen.

Trainerstimmen
Tobias Retzlaff (KSV): Ich habe mein Team auf Augenhöhe gesehen. Fußballerisch hat mir das von uns gefallen. Allerdings, und das ist der einzige Kritikpunkt, haben wir in der Offensive zu wenige Lösungen gefunden.
Benjamin Hartlieb (HSC): Die Zuschauer haben heute zwei Spiele gesehen. Durch die Roten Karten gegen uns ging das Spiel plötzlich in eine andere Richtung – und das weit über eine halbe Stunde Restspielzeit. Spielerisch hatten wir sicherlich nicht unseren besten Tag. Königsborn hatte kaum Chancen, daher ist unser Sieg am Ende auch verdient. Die Spieler, die wir heute eingesetzt haben, weil sie nicht so viele Einsatzzeiten bislang hatten, haben einen guten Eindruck hinterlassen. Also: Wir freuen uns jetzt auf Rhynern. Aber zunächst steht als Erstes das Meisterschaftsspiel am Sonntag beim FC Iserlohn an. Und auch darauf freue ich mich riesig, denn Max Borchmann aus dem FCI-Trainerteam hat lange in meiner Jugendmannschaft von Eintracht Dortmund gespielt.

Königsborner SV: Dennis-Alexander Hubert-Marzolla, David Pagel (78. Ben Krippenstapel), Leon Lukas, Lennart Kutscher, Daniel Duda, Hassan Boulakhrif, Leo Meyka, Damian Marchewka, Kaan Akcay (68. Tim Kloeter), Salah Darraz, Ahmet Acar (81. Bastian Luncke).
HSC: Henrik Dißelhoff, Moritz Müller, Finn Jona Heinings (72. Maurice Majewski), Philipp Gödde, Andres Gerardo Gomez-Dimas (87. Connor McLeod), Dondre Julijah Robinson (61. Maximilian Schettke), Jan Nielinger, Muhammed Cakir, Christopher McGhan (65. Torben Simon), Kianosh Amiri (65. Dean Müsse), Michele Teofilo
Tore: 0 : 1 Nielinger (14.), 0 : 2 Müller (47.), 1 : 2 Boulakhrif (90.+5)
Besondere Vorkommnisse: „Rot“ für Micele Teofilo (HSC, 57., unsportliches Verhalten) und „Rot“ für Torhüter Henrik Dißelhoff (HSC, 64., Handspiel außerhalb des Strafraums)
Zuschauer: 120
Schiedsrichter: Niklas Erkeling (Hamm).

Bildzeile: Viel Mittelfeldgeplänkel sahen die Zuschauer am Mittwochabend in der Schumann Arena. Am Ende siegte der dezimierte, klassenhöhere Holzwickeder SC beim KSV. 

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