
Fußball, Westfalenliga 2: SV Vestia Disteln – Holzwickeder SC 3:2 (1:2).
Es kommt viel zusammen beim Holzwickeder SC in diesen Tagen und Wochen – zu viel. Eine ellenlange Verletztenliste, Spieler, die im letzten Jahr noch bei den Junioren spielten und die nun brutal ins kalte Wasser geworfen werden müssen, Trainingsweltmeister, die ihre PS bei den Meisterschaftsspielen einfach nicht auf den Platz bringen, und nun auch noch eine verhängnisvolle Abwärtsspirale: Der HSC findet sich nach dem 2:3 in Disteln auf Platz zwölf wieder. Nur noch drei Punkte beträgt der Abstand zum ersten Abstiegsplatz, den das wiedererstarkte Türkspor Dortmund belegt. Es gab schon bessere Westfalenliga-Zeiten beim HSC. Der Siegtreffer für Vestia Disteln war ein Symbolbild für die bisherige Saison.
Es kommt viel zusammen beim Holzwickeder SC in diesen Tagen und Wochen – zu viel. Eine ellenlange Verletztenliste, Spieler, die im letzten Jahr noch bei den Junioren spielten und die nun brutal ins kalte Wasser geworfen werden müssen, Trainingsweltmeister, die ihre PS bei den Meisterschaftsspielen einfach nicht auf den Platz bringen, und nun auch noch eine verhängnisvolle Abwärtsspirale: Der HSC findet sich nach dem 2:3 in Disteln auf Platz zwölf wieder. Nur noch drei Punkte beträgt der Abstand zum ersten Abstiegsplatz, den das wiedererstarkte Türkspor Dortmund belegt. Es gab schon bessere Westfalenliga-Zeiten beim HSC. Der Siegtreffer für Vestia Disteln war ein Symbolbild für die bisherige Saison.
Katastrophale Verletztenliste – „Müssen in der Winterpause wohl noch mal nachlegen“
Der Einsatz eines Mannschaftsbusses lohnt sich beim HSC schon seit Wochen nicht mehr. Dieses Mal kehrte zwar Keeper Felix Hacker wieder in die „Kiste“ zurück. Dafür fehlten Christian Bernhard, Nils Bartke, Dean Müsse, Nils Kleine, Jan Nielinger, Marek Kulczycki, Amine Bazzani und auch Maurice Majewski, der aus privaten Gründen fehlte. „Wir müssen überlegen, ob wir in der Winterpause nicht personell nachlegen, vor allem in der Defensive. Die Situation wird sich in den kommenden Wochen punktuell vielleicht leicht verbessern, aber die Langzeitverletzten können wir derzeit einfach nicht ersetzen“, so HSC-Cheftrainer Kurtulus Öztürk.
Trainer verordneten beiden Teams erst mal „Tiefe“
Da sich beide Teams in der Vergangenheit aus den unterschiedlichsten Gründen nicht gerade als Defensivmonster präsentiert hatten, verordneten die Cheftrainer Thomas Gerner (Disteln) und Kurtulus Öztürk (HSC) ihren Mannschaften erst einmal eine gewisse Tiefe. Den besseren Start auf dem Kunstrasenplatz an der Fritz-Erler-Straße in Herten erwischte der Gastgeber. Timo Schmidt ballerte das Leder ziemlich freistehend aus kurzer Entfernung rechts vorbei (6.). Ahmed El Hessi schoss über den von Felix Hacker gehüteten Kasten (9.). Da aus dem regulären Spiel wenig passierte, mussten Standards her. Sven Hahnenkamp ist bei Disteln der Mann für die Ecken. Der erste Versuch ging in der 20. Minute noch daneben, als sowohl alle Vestia-Offensiven als auch die HSC-Defensiven verpassten. In der 22. Minute war es wieder so weit. Seine Ecke verwertete Justin Gruber zur zu diesem Zeitpunkt verdienten 1:0-Führung von Disteln.
Der HSC zeigte Moral und setzte die unter der Woche wieder mal gezeigten ausgezeichneten Trainingsleistungen endlich mal in Zählbares um. Die erste Chance netzte Lokman Erdogan zum 1:1-Ausgleich ein (26.). Sein Schuss flach ins rechte untere Eck war schwer haltbar und der zu diesem Zeitpunkt nicht unbedingt zu erwartende Gleichstand. Es wurde noch besser. Felix Niklas Höttemann, der sich sein Startelf-Debüt redlich verdient hatte, legte mit dem 2:1 für seinen Holzwickeder SC nach (41.). Da waren so manche bereits mit den Gedanken in der Halbzeitpause. Disteln war nach dem Ausgleich sichtlich geschockt, brachte wenig auf den Kunstrasenplatz und ging folgerichtig auch mit einem 1:2 in die Halbzeitpause.

Bildzeile: Lokman Erdogan (li.) zeigte beim 2:3 in Disteln ein engagiertes Spiel. Stürmer Maurice Modrzic (re.) kam nicht in aussichtsreiche Positionen und blieb erneut torlos.
Klare Ansage zur Halbzeit von „Kutte“ – und doch gingen die zweiten 45 Minuten mit 0:2 verloren
HSC-Chefcoach Kurtulus Öztürk hatte in der Pause seine Elf eindringlich vor dem zu erwartenden Sturmlauf des jungen Distelner Teams gewarnt. Worte, die sprichwörtlich in die Ohren der HSC-Kicker eindrangen – aber genauso wieder aus den Ohren rausgingen. Wieder war es Justin Gruber, der dem HSC schmerzlich zeigte, dass die Defensivarbeit mal wieder sehr zu wünschen ließ. Gruber erzielte in der 49. Minute den 2:2-Ausgleich, seinen zweiten Treffer an diesem Nachmittag. Vom Holzwickeder SC war fortan nichts mehr zu sehen. Distelns Coach Thomas Gerner zeigte ein feines Händchen, als er Ahmed El Hessi vom Feld holte und auf die Qualitäten von Louis Pogrzeba setzte (69.).
Erst ging für den HSC alles schief – dann kam auch noch Pech dazu …
Für den eingewechselten Pogrzeba hielt der Fußballgott noch eine besondere Szene unter großzügiger Mithilfe des Holzwickeder SC bereit. Michael Vrljic hätte einen harmlosen Ball überall hin klären können. Sein Befreiungsschlag schoss allerdings seinen eigenen Stürmer Denis Czarnecki k. o. Der war sichtlich benommen, musste das Spielfeld verletzungsbedingt für eine Minute verlassen und sorgte somit für eine Unterzahl. Pogrzeba nutzte das Überzahlspiel zum entscheidenden 3:2 in der 81. Minute. Der HSC stellte in der 88. Minute mit einem Dreifachwechsel groß um und schickte Efe Kadir Bozaci, Kheir Eddine Zaher und Finlay Sube für Tom Wonneberger, Leo Mayka und Felix Niklas Höttemann auf den Platz. Es nutzte alles nichts. Trotz zig Ecken und Standards kam nichts Zählbares mehr in den Strafraum, sodass die HSC-Pleite komplett unnötig, aber am Ende nicht unverdient perfekt war. Damit war Vestia Disteln nach zuletzt fünf sieglosen Spielen wieder in der Erfolgsspur.
Krasse Abwehrprobleme beim HSC – bereits vier Niederlagen nach neun Spielen
Die Abwehrprobleme des Holzwickeder Sport Club bleiben akut, sodass man weiter in der unteren Tabellenregion herumkrebst. Drei Siege, zwei Remis und vier Niederlagen haben die Holzwickeder derzeit auf dem Konto. Die Lage des Holzwickeder Sport Club ist damit mehr als angespannt. Es war bereits die dritte Niederlage in den letzten drei Spielen.
Am kommenden Sonntag, 11. Oktober, empfängt der HSC um 15 Uhr im heimischen Montanhydraulik-Stadion Aufsteiger SV Germania Salchendorf. Die Siegerländer unterlagen am Sonntag zuhause gegen Wiemelhausen mit 0:3. Als Zehnter haben sie aktuell einen Punkt mehr als der HSC.
Am kommenden Sonntag, 11. Oktober, empfängt der HSC um 15 Uhr im heimischen Montanhydraulik-Stadion Aufsteiger SV Germania Salchendorf. Die Siegerländer unterlagen am Sonntag zuhause gegen Wiemelhausen mit 0:3. Als Zehnter haben sie aktuell einen Punkt mehr als der HSC.
Trainerstimmen:
Kurtulus Öztürk (HSC): Beim 2:2 gehen wir nicht mit. Beim 2:3 schießen wir uns selber aus dem Spiel. Das war heute wenig bis nichts. Ich muss es leider so klar sagen: Manche Spieler leben aktuell nur davon, dass sie spielen müssen, da wir keine personellen Alternativen haben. Ich bin sehr enttäuscht. Ich kann es aber auch nur wiederholen: Wir spielen mit vielen Akteuren, die letztes Jahr noch in Juniorenklassen gespielt haben. Nun werden sie ins kalte Wasser geworfen und bekommen früher als geplant ganz viel Spielzeit und ganz viel Verantwortung. Sie befinden sich noch in einem Lernprozess, der Zeit benötigt.
Thomas Gerner (Disteln): Ich freue mich für meine jungen Spieler. Wir hätten nach 30 Minuten klarer führen müssen. Dann gehen wir mit einem Rückstand in die Kabine. Da war ich als Psychologe gefragt. Ich habe den jungen Spielern vermittelt, dass auch ein solcher Rückstand noch zu drehen ist. Am Ende haben wir verdient ein Tor mehr als der Gegner geschossen und damit ganz wichtige drei Punkte geholt.
Disteln: Jan Weindorf, Luis Barlage, Niklas Trakowski, Sven Hahnenkamp, Justin Gruber (90.+1 Paul Heilken), Timo Schmidt (83. Tom Röttger), Dennis Ben Kurtoglu, Alexander Zuk, Aaron Kloth, Fabian Lohmeyer (75. Esat Tuncay), Ahmed El Hessi (69. Louis Pogrzeba)
HSC: Felix Hacker, Michael Vrljic, Leo Mayka (88. Kheir Eddine Zaher), Lokman Erdogan (78. Mohammed El Gourari), Denis Czarnecki, Luis Weiß, Felix Niklas Höttemann (88. Finlay Sube), Nazarii Kovalenko, Mika Nowroth (63. Nick Adamski), Tom Wonneberger (88. Efe Kadir Bozaci), Maurice Modrzik
Tore: 1:0 Gruber (22.), 1:1 Erdogan (26.), 1:2 Höttemann (41.), 2:2 Gruber (49.), 3:2 Pogrzeba (81.)
Zuschauer: 130
Schiedsrichter: Marcel Kaufmann (SV BW Hillmicke, Kreis Olpe)
Bildzeile: Tom Wonneberger (li.) kann aus personellen Gründen nicht auf seiner Lieblingsposition eingesetzt werden. Daher geht dem HSC viel Angriffsschwung verloren.





