
Fußball, Westfalenliga 2: DSC Wanne-Eickel – Holzwickeder Sport Club 1:0 (0:0)
Im Kampf um die vorderen Plätze musste der HSC auf dem Nebenplatz des Wanner Sportpark eine ganz bittere Niederlage hinnehmen. Dazu gab es „Rot“ für Maurice Majewski. Und als ob das Ganze nicht schon reichte, punkteten die Top-Teams munter. So reichen die bislang erzielten 36 Punkte für den HSC nach dem 20. Spieltag nur noch zu Platz fünf. Es führt Hordel mit 41 Zählern vor Wanne-Eickel (39), Horsthausen (38) und Erndtebrück (37). Zehn Spieltage sind es noch. Es wird (erwartungsgemäß) sehr eng.
Michael Vrljic rettete früh fair und spektakulär in höchster Not
Am Ende lenkte ausgerechnet ein Akteur, der vom Selbstverständnis eigentlich neutral sein sollte, das Spiel eine Richtung und zu einem Endergebnis, das den Holzwickedern in den kommenden Wochen im Rennen um eine Platzierung ganz vorne Kopfzerbrechen bereiten wird. Nachdem er in der ersten Hälfte gut erkannt hatte, dass eine „Monstergrätsche“ von Michael Vrljic den Ball traf und eben nicht die Beine von Philip Dragicevic (11.), änderte sich seine Linie komplett ab der 60. Minute. Hatte er in einem fairen Spiel bis dahin nur einmal (berechtigt) Gelb gegen Holzwickede gezeigt, flogen die Karten nach einer Stunde nur noch so. Aber dazu später.
Zwei Freistöße als Höhepunkte der ersten Hälfte
Der HSC begann stark, presste früh und arbeitete gut gegen den Ball. Zwei Ecken nach gerade drei Minuten, die der Gastgeber mit Mühe und Not verteidigte, waren klares Indiz. Einen Konter beendete, wie berichtet, Michael Vrljic spektakulär aber fair. Philip Dragicevic zwang HSC-Keeper Felix Hacker per Freistoß zu einer Parade (16.). Lokman Erdogan schoss seinen Freistoß mit links – auch hier war der Keeper Nico Joel Rode zur Stelle. 0:0 zur Pause – gerecht.
Munteres Kartenspiel ab Minute 61: Die Gelben flogen nur so – und „Rot“ für Maurice Majewski
Die zweiten 45 Minuten begannen munter. In der 52. Minute Felix Hacker erneut sein Können beweisen. Eine Ecke von Lokman Erdogan wischte entlang der Querlatte. Es wurde munter – aber nicht unfair oder hektisch. Doch ab Minute 60, es stand da immer noch 0:0, hatte das Schiri-Trio um Frederik Wübbelt (Adler Buldern) wohl beschlossen, sich selber auf die Notizzettel zu bringen und die Gemüter auf und neben dem Spielfeld zu kitzeln. Achtmal Gelb und einmal Rot sollte es ab Minute 61 geben – nach nur einmal Gelb in Hälfte eins – und einem Spiel ohne große Nickligkeiten oder Unfairness. Seinen Höhepunkt hatte das „Kartenspiel“ in der 69. Minute. Der HSCer Luis Weiß wurde von seinem Kontrahenten in die Bande gecheckt. Es kam zu einer Rudelbildung, in der Maurice Majewski nach eigenen Angaben schlichten wollte – dabei aber einen Gegenspieler wegstieß. Dafür gab es den Platzverweis (69.). Beide „Gelb“ wäre angemessen und auch vom Regelwerk gedeckt gewesen. Noch immer stand es 0:0. Und der HSC hatte urplötzlich in Unterzahl zwei Top-Chancen. Erst vergab Leo Mayka. Dann traf der ebenfalls ins Spiel gekommene Samy Smajlovic nur den Innenpfosten – und der Ball sprang wieder zurück ins Feld, wo er geklärt wurde.

Bildzeile: Und wieder wird eine HSC-Flanke sichere Beute der HSC-Defensive. Nicht an den Ball kommen Luis Weiss (links), Michael Kuhfeld und in der Mitte Seydi Keskin.
„Direkt nach Abpfiff sage ich nichts“ – Elfmeter zum Siegtor höchst umstritten
Und dann das. Urplötzlich ertönte nach einem Angriff des DSC im Holzwickeder Strafraum der Pfiff des Unparteiischen. Elfer. Hand war es nicht, Foul auch nicht, da der Spieler abgeschlossen hatte. Was Wübbelt da gesehen hat, wird sein Geheimnis bleiben, denn nach dem Spiel sagte er zu Medienvertretern: „Direkt nach Abpfiff sage ich nichts.“ Schweigen hin, Schweigen her: Wanne-Eickel nahm’s dankbar an und Justin Lubkoll verwandelte humorlos zum 1:0-Siegtreffer. Nach dem Match waren zumindest viele Wanner gesprächiger: Sie wussten selber nicht, warum der Referee auf den Punkt gezeigt hatte. Im Prinzip war es doppelt Pech für den HSC. Federic Wübbelt war erst nach kurzer Landesliga-Zeit im Winter in die Westfalenliga aufgestiegen und war unter der Woche erst für einen ursprünglich angesetzten Schiri eingesprungen.
Bitterer Tag für Leo Mayka: eingewechselt – und dann wieder ausgewechselt
Dass dann auch noch Leo Mayka nach seiner Einwechslung zur zweiten Halbzeit in der 77. Minute wieder ausgewechselt wurde, war den „tief fliegenden Gelben“ geschuldet. Es war eben nicht der Tag der Holzwickeder.
Sonntag, 22. März, kommt Wiemelhausen – Verlieren strengstens verboten
Die Hintermannschaft ist das Prunkstück des Holzwickeder Sport Club. Erst 15mal gelang es dem Gegner, den HSC zu überlisten. Zehn Siege, sechs Remis und vier Niederlagen hat das Team von Trainer Kurtulus Öztürk derzeit auf dem Konto. In den letzten fünf Begegnungen holte der Holzwickeder Sport Club allerdings insgesamt nur sieben Zähler. Am kommenden Sonntag, 22. März, kommt um 15 Uhr der Tabellen-13. und Absteiger aus der Oberliga, Concordia Wiemelhausen, ins Montanhydraulik-Stadion. Ohne Wenn und Aber: Verlieren ist absolut verboten, da die ersten Vier der Tabelle vor lösbaren Aufgaben stehen und der nun Fünf Punkte-Rückstand schon allein ein dickes Brett ist.
Trainerstimme:
Kurtulus Öztürk (HSC): Ich bin bestimmt nicht dafür bekannt, Schiedsrichter großartig zu kritisieren. Heute muss ich aber sagen, dass der Schiri durch diverse Entscheidungen das Spiel in eine bestimmte Richtung gelenkt hat. Es ist schade, dass diese fragwürdige Leistung ein solches Spitzenspiel entscheidet. Zum rein Sportlichen: Es war ein Kampfspiel. Wir haben gut gegen den Ball gearbeitet und eigentlich das Spiel im Griff gehabt. Wir hatten große Chancen wie durch Leo Mayka und Samy Smajlovic. Wir müssen an der Effizienz vor dem gegnerischen Tor weiter arbeiten.
HSC: Hacker, Bartke, Vrljic, Busemann, Erdogan (74. Kovalenko), Weiß (86. Adamski), K. Keskin (46. Mayka, 77. Bozaci), S. Keskin (56. Smajlovic), Majewski, Kuhfeld, Modrzil.
Tor: 1:0 ( 76.) Strafstoß Lubkoll.
Bes. Vork.: Rote Karte für Majewski (69.) – Tätlichkeit.
Tor: 1:0 ( 76.) Strafstoß Lubkoll.
Bes. Vork.: Rote Karte für Majewski (69.) – Tätlichkeit.
Bildzeile: Die Holzwickedere Kerem Keskin (li.) und Michael Vrljic stoppen hier einen DSC-Spieler.





