
Fußball, Westfalenliga 2: SpVg Hagen 1911 – Holzwickeder Sport Club 2:1 (1:0). HSC komm‘ in unser Haus, pack die große Tasche aus: Machten die Holzwickeder am Sonntag gerne und ließen drei Punkte in der Sportanlage Emst liegen. Es war mal wieder das Auswärtsgesicht des HSC, was da unter der Nikolausmaske zutage kam. Ein Sieg, fünf Remis und drei Niederlagen reichen für den HSC in der Auswärtstabelle gerade mal für den zwölften Rang unter 16 Teams. Zudem war es nach dem 0:2 in Disteln die zweite Niederlage in Folge.
Da kommt die Winterpause nun gerade recht. Platz vier mit 29 Punkten hinter Spitzenreiter Hordel (35), dem Zweiten Horsthausen (30) und dem Dritten, DSC Wanne-Eickel (30) bedeutet nach Hinrunde und dem ersten Rückrundenspieltag eine ordentliche Bilanz mit allen Möglichkeiten für den Rest der Saison. Schaut man sich alle HSC-Spiele bislang kritisch und ohne Vereinsbrille an, so waren eine Niederlage und ein Unentschieden komplett unnötig und könnten am Ende fehlen. Acht Siege, fünf Remis und drei Niederlagen bei 26:14 Tor reichen derzeit zum vierten Rang – es könnten allerdings die erwähnten Punkte mehr sein.
Kalte Dusche nach zwei Zeigerumdrehungen – Party machte nur die „Zweite“ der SpVg Hagen
So richtig zu großer Form liefen nur die Reserve der Hagener auf, die im gesamten Spiel Party-Musik lautstark abspielten, viel Gesangstalent zeigten und dem roten Glühwein schnell den Garaus machten. Dermaßen beschwingt zeigte sich auch die „Erste“ gegen den HSC und erzielte nach gerade zwei Minuten die frühe Führung. Die Holzwickeder Defensive, die erneut auf Kapitän und Abwehrchef Dean Müsse verzichten musste, bekam das Leder nicht geklärt und Emin Jukic nahm das Geschenk aus kurzer Distanz gerne an. Unter der Woche hatte die SpVg Hagen beim B-Ligisten SC Wengern im Kreispokal mit 3:1 gewonnen – es hätte Warnung für den HSC sein sollen.
Maurice Majewski und Maurice Modzric mit besten HSC-Chancen in der ersten Hälfte
Das mögliche frühe 2:0 verhinderten die Holzwickeder mit beherztem Einsatz auf der Torlinie (13.). Der bislang mit sechs Toren beste Hagener Torschütze Joelle Cavit Tomczak scheiterte an HSC-Keeper Felix Hacker (15.). Joshua Troy Klöckner zog einfach mal ab, Nick Adamski fälschte ab und Felix Hacker musste schon sein ganzes Können zeigen, um den Ball so eben noch zur Ecke zu lenken. In der 26. Minute meldete sich der HSC ins Spiel an, als Maurice Majewski nach einer Flanke von Lokman Erdogan den Ball am Tor vorbeisetzte. Auch Luis Weiß scheiterte per Kopf (40.). Maurice Modrzic, hatte ebenfalls kein Zielwasser getrunken (43.). 1:0 stand es zur Halbzeit – und die „Reserve“ der Hagener am Vereinsheim gerieten immer mehr in musikalische Ekstase.
Tim Bodenröder mit Geniestreich von der Mittellinie
Beschwingt gingen die Hagener, die bis dato noch kein Heimspiel gewinnen konnten, auch Hälfte zwei an. Immer wieder musste die HSC-Defensive Schwerstarbeit leisten – und Torhüter Felix Hacker sein Bestes geben. Zwar hatte der HSC mehr Spielanteile und wurde zwingender, doch die Konter der Gastgeber waren brandgefährlich. Ein katastrophaler Fehlpass leitete dann die Vorentscheidung ein. Tim Bodenröder nahm das Geschenk an der Mittellinie gerne auf und zog ab: Der Ball wurde länger und länger und wurde unerreichbar für den aufgerückten Felix Hacker. Der HSC zeigte Moral und wollte Zählbares aus Hagen mitnehmen. Doch nur der erneut sehr gut aufspielende Nazarii Kovalenko traf zum Anschluss (77.). In der Schlussminute hatte der Comebacker Denis Czarnecki, der mit Mittelfußbruch seit Juli pausiert hatte, eine Top-Chance, die er aber nicht verwerten konnte. So blieb es beim 1:2 aus Sicht des Holzwickeder SC – statt Geschenke gab es auf dem Kunstrasenplatz nach dem klaren 4:1 im Hinspiel nur die sprichwörtliche „Rute“.
Wintervorbereitung Holzwickeder SC mit Spielen gegen Hiltrup, Menden, Hombruch und Hagen
Nach der Rückkehr vom Match in Hagen war noch eine Kabinenzusammenkunft im Montanhydraulik-Stadion angesagt. Bei Pizza und Getränken saßen die Spieler noch länger zusammen und ließen das Jahr Revue passieren. Jetzt geht es in die Winterpause. Auftritte in der Halle sind aufgrund der Verletzungsgefahr und aus Regenerationsgründen nicht geplant. Weiter geht es dann mit den ersten Trainings Anfang Januar. Drei Testspiele sind geplant: Samstag, 10. Januar um 14 Uhr beim TuS Hiltrup, Samstag, 7. Februar, 14 Uhr zuhause gegen den BSV Menden und am Sonntag, 15. Februar, 14 Uhr gegen die SpVg Hagen 1911. Zudem kommt noch am Samstag, 31. Januar 14 Uhr noch ein Vorbereitungs-Match auf der Haarstrang-Sportanlage gegen den Landesligisten Hombrucher SV dazu – hier nehmen beide Teams allerdings Rücksicht auf ein noch nicht terminiertes BVB-Spiel, so dass eventuell auch erst am Sonntag gespielt wird.

Bildzeile: Sag zum Abschied lautstark „Servus“: Im Rahmen einer Kabinenzusammenkunft im Montanhydraulik-Stadion nach dem Spiel in Hagen wurde Maximilian Wolff verabschiedet.
Maximilian Wolff verlässt HSC Richtung Geisecke
Maximilian Wolff verlässt in der Winterpause den Holzwickeder SC. Der 23-jährige Mittelfeldspieler wechselt in die Bezirksliga zum Geisecker SV. Vom Geisecker SV war Wolff am 1. Juli 2023 ins Montanhydraulik-Stadion gewechselt. Der Geisecker SV spielt eine ordentliche Saison und wird am Ende mit dem Abstieg nichts zu tun haben – aber auch nach oben geht nichts mehr.
Trainerstimmen
Kurtulus Öztürk (HSC): Wenn ich die zweite Halbzeit nehme, wäre ein Unentschieden vielleicht gerecht gewesen. Das Comeback von Denis Czarnecki heute hat mich gefreut. Im neuen Jahr werden weitere Rückkehrer folgen. Wir haben wirklich eine gute Truppe zusammen, die Kabine stimmt. Das gibt ganz viel Hoffnung für die Rückrunde, denn die Qualitäten sind unzweifelhaft bei allen vorhanden. Wir müssen allerdings an einigen Baustellen handeln. So gefällt mir unser Pressing schon seit längerem überhaupt nicht mehr.
Christoph Pajdzik (Hagen): Unser Sieg, der erste in dieser Saison daheim, ist verdient. Ich sehe eine deutliche, positive Entwicklung in meiner Mannschaft. Wir werden definitiv stärker aus der Winterpause kommen. Das Erfolgsrezept gegen Holzwickede war, dass wir mit langen Diagonalpässen und Jagden auf die zweiten Bälle agiert haben und damit Holzwickede vor Probleme gestellt haben.
Hagen: Tim Helmdach, Maximilian David Morawietz, Anas Lemrini, Mert Muzak, Tim Bodenröder (90.+2 Daris Smajic), Fabio Hengesbach, Rodi Mohammad (82. Niklas Fischer), Emin Jukic (59. Gianluca Banno), Joelle Cavit Tomczak (86. Jan Niklas Jacoby), Kevin Leifels, Joshua Troy Klöckner (71. Simon Warkotsch)
HSC: Felix Hacker, Felix Hacker, Nils Bartke, Michael Vrljic (90.+2 Efe Kadir Bozaci), Nick Adamski, Lokman Erdogan (61. Samy Smajlovic), Luis Weiß (55. Kerem Keskin), Nazaril Kovalenko, Seydi Keskin (61. Denis Czarnecki), Maurice Majewski (46. Leo Mayka), Michael Kuhfeld, Maurice Modrzik
Tore: 1:0 Jukic (2.), 2:0 Bodenroder (58.). 2:1 Kovalenko (77.)
Zuschauer: 103
Schiedsrichter: Simon Knappe (SG Coesfeld).
Bildzeile: Nick Adamski kommt nach seiner Schulterverletzung wieder richtig in Schwung. Doch auch er konnte das 1:2 bei der SpVg Hagen nicht verhindern.





