HSC ist nicht Edertal – doch Öztürk-Team beim Spiel gegen ambitionierten Siegerland-Club gewarnt




Fußball, Westfalenliga 2: TuS Erndtebrück – Holzwickeder SC (Sonntag, 31. August, 15 Uhr, Pulverwald-Stadion (Kunstrasen), Jahnstraße 6, Erndtebrück). In den bisherigen neun Begegnungen beider Teams fuhr der Holzwickeder SC gegen den TuS Erndtebrück reiche Ernte ein. In neun Spielen siegte der HSC sechs Mal, spielte zweimal remis und unterlag nur in einem Spiel. 27:15 Tore sprechen weiterhin eine klare Sprache.

Doch „Obacht“ ist im 120 Kilometer entfernten Erndtebrück unweit der hessischen Landesgrenze angesagt. Die Siegerländer in der Saison 25/26 mit Trainer Christian Hartmann sind nicht mehr vergleichbar mit den letzten Spielzeiten, als es nur noch um den Klassenerhalt für die „Mannen vom Pulverwald“ ging. Seinen Höhepunkt fand damals das Debakel in der Spielzeit 23/24, als gegen eine feuchtfröhlich angetretene HSC-Truppe am 26. Mai 2024 Erndtebrück am letzten Spieltag daheim mit 0:4 unterlag. Ein Tor mehr, und der ehemalige Regionalligist und Ex-DFB-Pokal-Hauptrunden-Teilnehmer Erndtebrück wäre in die Landesliga abgestiegen. Doch der Kader der aktuellen Spielzeit ist für „mehr“ zusammengestellt und wird von nicht wenigen Experten sogar als Aufstiegskandidat und damit als direkter Konkurrenz der Holzwickeder im Kampf um das Ticket für die fünfte Liga gehandelt.

7:0 im Kreispokal gegen die Sportfreunde Edertal – Erndtebrück hat sich warm geschossen und ist heiß auf Holzwickede

Der TuS schoss sich unter der Woche aber mal so richtig warm. Im Kreispokal gegen den A-Ligisten Sportfreunde Edertal gab es ein einen 7:0-Kantererfolg. Bereits zur Halbzeit stand es 4:0 – und es gab damit Zeit für Experimente und Spielerwechsel. Zudem spielte dem TuS eine Rote Karte in der 31. Minute gegen Edertal dem TuS in die Karten. Die Tore für Erndtebrück erzielten Moritz Klein (2), Moritz Dobbener, Clemens Tartan, Elmin Heric, Lars Schardt und Mirkan Kasikci. Was wiederum zeigt, dass Erndtebrück nicht über „den“ Knipser verfügt, sondern in der Breite gut aufgestellt ist.
In der Liga läuft es indes eher durchwachsen. Beim BSV Schüren erkämpfte man sich ein 2:2 und besiegte dann daheim Brünninghausen mit 4:1. Am letzten Spieltag gab es dann bei der ambitionierten SpVgg Horsthausen ein 2:3. Beobachtern blieb dabei allerdings nicht verborgen, dass Lars Schadt (8.) und Elmin Heric (16.) durch einen Blitzstart für die Siegerländer schnell auf 2:0 gestellt hatten. Allerdings schaffte es der TuS auch, zwischen der 34. und der zweiminütigen Nachspielzeit drei „Buden“ zu kassieren und damit eben nicht die erforderliche Konzentration und Konstanz bis über die Ziellinie zu schaffen.

Vier Zähler stehen nun auf der Habenseite der Erndtebrücker – beim HSC sind es derer sieben. Und ein übler Fakt sollte Erndtebrück Mut machen: Der einzige Sieg gegen Holzwickede war ein Auswärtserfolg mit 6:0 am 14. November 2021. In der letzten Spielzeit trennten sich beide Teams übrigens in Erndtebrück am 15. März 2025 mit 2:2 – wobei der HSC den Sieg etwas mehr verdient gehabt hätte.

HSC wird durch viele Fans unterstützt – 120 Kilometer Fahrt soll mit Punkten belohnt werden

Was macht nun der HSC? Dort ist die Euphorie trotz des Spiels von Borussia Dortmund gegen Union Berlin am Sonntag groß. Um 11.30 Uhr fährt der Bus ab Montanhydraulik-Stadion mit optimistischen Fans und motivierten HSCer ab. Mut sollte Holzwickede machen, dass sich die Personalsituation verbessert hat. Samy Smajlovic feierte seine Premiere nach Kniescheibenproblemen am letzten Sonntag beim 1:0 gegen Meinerzhagen. Der Rekordtorschütze der letzten Jahre in der Bezirksliga wird in naher Zukunft sicherlich wieder „knipsen“ – ob in Erndtebrück, ist allerdings die Frage.

Unter der Woche bat HSC-Cheftrainer Kurtulus Öztürk seine Mannen zum Training auf den Kunstrasenplatz, um eine optimale Vorbereitung auf den schwierig zu bespielenden Grund des Pulverwald-Stadions zu garantieren. Ein psychologischer Aspekt kommt dazu: Kein Fußballer hat Lust, nach einer Niederlage 120 Kilometer im Bus nach Hause zu fahren – mehr Motivation etwas aus Erndtebrück mitzubringen, gibt es eigentlich nicht.

Schiri Fabian Bierau (VfL Biedenkopf) sprang für Drittliga-Assistent Christoph Rübe (OSC Vellmar) ein

Auswechslungen gibt es nicht nur bei den Spielern, sondern auch bei den Offiziellen. Fabian Bierau vom VfL Biedenkopf leitet die Begegnung am Sonntag und ersetzt den ursprünglich angesetzten Christoph Rübe (OSC Vellmar), der seit 2019 immerhin Assistent in der 3. Liga ist. Bierau ist allerding auch kein „No-Namer“. Er ist regelmäßig in der A- und B-Junioren-Bundesliga sowie in der Oberliga im Einsatz.

Bildzeile: Samy Smajlovic (li.)zeigte nach seiner langen Verletzungspause bei seinem Kurzeinsatz gegen Meinerzhagen (1:0) am letzten Sonntag, dass mit ihm unbedingt zu rechnen ist. Wann er sein erstes Tor für Holzwickede erzielt, ist eigentlich nur eine Frage der Zeit.