
Fußball, Westfalenliga 2: Holzwickeder Sport Club – FC Iserlohn 2:4 (1:3).
Nach der sonntäglichen 2:4-Heimniederlage im Verfolgerduell gegen den FC Iserlohn nimmt der Holzwickeder Sport Club mit elf Zählern den achten Tabellenplatz ein. Sechs Punkte Vorsprung sind es zum SSV Buer auf dem ersten Abstiegsplatz. Den FC Roj auf dem Spitzenplatz kann der HSC bei sieben Zählern Rückstand nur mit dem Fernglas sehen.
Nur 123 Zuschauer beim Traditionsderby – der HSC gab selber die Antwort, warum
Der HSC gibt allen, die es positiv mit ihm halten, Fragen auf. Gegenüber dem 3:1-Auswärtserfolg bei Spitzenreiter FC Roj vor Wochenfrist war der Club nicht wiederzuerkennen. „Iserlohn hat uns gezeigt, wie man mit einer Viererkette erfolgreich und stabil steht“, war HSC-Cheftrainer Kurtulus Öztürk mit dem Defensivverhalten seiner Elf so gar nicht zufrieden. Christo Galagoussis brachte den FC Iserlohn in der elften Minute früh in Führung. Pablo Perez Carrazio legte in der 20. Minute zum 2:0 nach. 123 Zuschauer, sofern sie es mit Holzwickede hielten, waren aufgrund der Defensiv-Nichtleistungen des HSC entsetzt. „Die Abwehr beginnt aber nicht mit der Kette, sondern weiter vorn“, warnt „Kutte“ Öztürk immer wieder. Zwischenzeitlich hatte Luis Weiss immerhin noch den 1:2-Anschluss erzielt (36.) und Modrzic und Czarnecki hatten zwei gute Ausgleichschancen – doch es reichte einfach nicht. Das kurze Aufbäumen war schnell beendet. Christo Galagoussis hatte nach seinem ersten Treffer in der 20. Minute Spaß am Toreschießen gefunden und erhöhte in der zweiten Minute der Nachspielzeit auf 3:1 für den Gast. Im Prinzip war es das bereits gegen eine Holzwickeder Elf, die aus dem Roj-Spiel und -Sieg keinen Schub mitgenommen hatte und unerklärlich schwach spielte.
Kalte Dusche direkt nach der Halbzeit – HSC-Keeper Felix Hacker verletzt
Dass Öztürk zur Pause die Defensive neu strukturierte, war nicht zu übersehen und ein klares Zeichen. Doch die Umstellungen zur Pause waren nach wenigen Minuten Makulatur. Der Holzwickeder Sport Club kehrte zwar stark verändert aus der Kabine zurück. HSC-Keeper Felix Hacker musste verletzt draußen bleiben. Wie lange er fehlen wird, werden medizinische Untersuchungen in der Woche zeigen. Für ihn kam Orlando Stockhecke in die „Kiste“. Leo Mayka und Felix Niklas Höttemann standen für Mohammed El Gourari und Marek Kulczycki auf dem Platz. Es nutzte alles nichts. Dem HSC fehlten an diesem Sonntagnachmittag jegliche Griffigkeit, Stabilität vor allem in der Defensive, und der letzte Wille, zumindest einen Teilerfolg gegen einen Gegner, der noch letzten Sonntag mit 0:4 gegen Wiemelhausen untergegangen war, zu holen. Leonit Tahiri machte mit dem 4:1 (76.) alles klar. Lokman Erdogan betrieb in der 90. Minute per Elfmeter Ergebniskosmetik. Am Ende nahmen die Iserlohner bei der Heimmannschaft einen Auswärtssieg mit.
HSC und Defensive und schon zwei Heimpleiten – das passt in dieser Saison noch gar nicht
Große Sorgen wird sich Kurtulus Öztürk um die Defensive machen. Schon 15 Gegentore kassierte der Holzwickeder Sport Club. Mehr als zwei pro Spiel – definitiv zu viel. Drei Siege, zwei Remis und zwei Niederlagen hat der Holzwickeder Sport Club derzeit auf dem Konto. Am kommenden Sonntag, 27. September, geht es zu Concordia Wiemelhausen. Die Bochumer Vorstädter egalisierten einen zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand zu einem 2:2 nach 90 Minuten und zeigten einen deutlichen Aufwärtstrend. Der HSC wiederum macht es seinen Gegnern viel zu leicht und zeigt unerklärliche Schwächen. Zuhause bereits zweimal verloren, extreme Defizite in der Defensive – das ist nicht der HSC der letzten Saison oder wie man die Mannschaft kennt. Allerdings stehen da auch zwei Siege in der Fremde – ein ganz kleiner Hoffnungsschimmer.
Trainerstimme
Kurtulus Öztürk (HSC): Müsse, Nielinger, Bartke, Kleine: Das wäre unsere optimale Viererkette. Dabei war heute kein einziger dieser Spieler – und so wird es auch lange sein. Im Gegenteil: Iserlohn hat uns heute gezeigt, wie stabil eine Viererkette stehen muss. Wir haben heute nicht gut verteidigt, waren nicht konstant und griffig genug. Unsere Gegentore gehen mir zu einfach. Wie wir es überhaupt unserem Gegner heute viel zu einfach gemacht haben. Es ist schwer, nach der ausgezeichneten Roj-Leistung zu erklären. Auswärts sind wir noch unbesiegt, zu Hause haben wir schon zweimal verloren. Das alles ist untypisch für uns und schwer zu erklären. Wir haben einiges an Arbeit vor uns.
HSC: Felix Hacker (46. Orlando Stockhecke), Michael Vrljic, Marek Kulczycki (46. Felix Niklas Höttemann), Lokman Erdogan, Denis Czarnecki (81. Kheir Edine Zaher), Luis Weiss, Danylo Kovalenko (64. Tom Wonneberger), Nazarii Kovalenko, Mohammed El Gourari (46. Leo Mayka), Maurice Majewski, Maurice Modrzik
Iserlohn: Torben Simon, Yllnor Tahiri (72. Andi Topalli), Leonit Tahiri (87. Abraham Jonah Gesselman), Tomislav Ivancic, Edin Grosonja (75. Maurice Castel Branco), Pablo Perez Carriazo (83. Valere Benoit Hiobi), Samuel Alain Abano, Christo Galagoussis, Volkan Okumak, Jeremy Aboagye, Jonas Hellfeier
Tore: 0:1 Christo Galagoussis, 0:2 Carriazo (20.), 1:2 Weiss (36.), 1:3 Galagoussis (45.+2), 1:4 L. Tahiri (76.), 2:4 Erdogan (E., 90.)
Zuschauer: 123
Schiedsrichter: Janik Stork (SV 21 Büren)
Dirndl- und Krachleder-Zeit am Samstag, 26. September, im Ballhaus
Wer sich mal so richtig bayrisch „aufbrezeln“ möchte und „gscheide Gaudi“ erleben will, den lädt der Holzwickeder SC am Samstag, 26. September, ab 18 Uhr ins Ballhaus im Montanhydraulik-Stadion (Jahnstraße 7, Holzwickede) ein. Vereinswirtin Astrid Dietzow hat bayrische Spezialitäten wie Weißwürstchen, Leberkäs und Brezeln wie auch Getränke vorbereitet. Der Eintritt ist frei.
Bildzeile: Der Holzwickeder SC macht sich große Sorgen um die „Nummer 1“, Torhüter Felix Hacker. Er musste am Sonntag beim 2:4 gegen den FC Iserlohn zur Pause verletzt ausgewechselt werden.





