6.3 C
Bergkamen
Montag.23.März.2026
Start Blog Punkt gewonnen, Platz verbessert – aber Rede- und Handlungsbedarf beim HSC

Punkt gewonnen, Platz verbessert – aber Rede- und Handlungsbedarf beim HSC




Fußball, Westfalenliga 2: Holzwickeder Sport Club – Concordia Wiemelhausen 2 : 2 (0 : 1)
Nach dem Remis gegen den Tabellen-13. und stark abstiegsgefährdeten Oberliga-Absteiger Concordia Wiemelhausen und gleichzeitiger Niederlagen von Erndtebrück (0 : 4 in Buer) und Wanne-Eickel (1 : 3 in Iserlohn) macht der HSC einen Platz gut und steht nun auf dem vierten Rang (3 Zähler). Hordel (44) führt vor Horsthausen (41) und Wanne-Eickel (39). Neun Spieltage vor Schluss ist noch alles möglich – aber nach einer in großen Teilen indiskutablen Leistung der Holzwickeder gegen die Bochumer Vorstädter besteht Rede- und Handlungsbedarf.
Ein Aufwärmtraining ohne Lust und Anspannung
Klar wirkte das 0:1 in Wanne-Eickel mit indiskutablen Schiri-Leistungen nach. Aber unter der Woche beim Training sah alles noch okay aus. Da wurde eifrig trainiert, die Stimmung war bis zum Abschlusstraining Freitag am bestens – alles „Tutti“. Dann aber musste etwas geschehen sein, was Edelfan Winfried Kirchhoff bei der anschließenden Pressekonferenz als „Wir sind alle nur Menschen“ bezeichnete. „Bereits beim Aufwärmen hatte ich das Gefühl, das einige nicht bei der Sache waren und sich auf das komplizierte Spiel gegen ein Team, das verzweifelt gegen den Abstieg kämpft, nicht richtig vorbereitet hatten“, erklärte HSC-Cheftrainer Kurtulus Öztürk beim Pressegespräch. Das Einlauflied „What ever you want” der Kultband Status Quo,, auch Einlauflied des FC Schalke 04, nahmen einige HSC-Kicker dann doch zu wörtlich. Als der gute Unparteiische Maik Echelmeyer (SV Teuto Riesenbeck) die Begegnung anpfiff, spielte der HSC nach exakt 29 Sekunden den Concordia-Stürmer an, der war überrascht, verzog aber knapp über die Latte. Das 0:1 durch Ibrahim Lahchaychi an Freund und Feind vorbei („Da waren 18 Holzwickeder Beine vor mir, keiner klärt, meine Güte!“ so HSC-Keeper Felix Hacker) unter die Latte war komplett verdient nach einer total verschlafenen Anfangsphase. Jener Lahchaychi hätte auf 2:0 für den Hast stellen müssen, doch sein Drehschuss ging über den Kasten (11.). In der 37. Minute rappelte es erneut im HSC-Tor, doch der Schiri hatte vorher ein Foul an Felix Hacker gesehen. Und der HSC ? Maurice Modrzic visierte die Latte an (44.). Das war es in Hälfte eins. Das Foul an Hacker hatte übrigens für den Keeper größere Konsequenzen: Obwohl er „drin“ bleiben wollte, musste er in der Pause raus und wurde durch Orlando Stockhecke ersetzt.
Bildzeile: Maurice Modrzic (2.v.re.) erzielte das 1:2-Anschlusstor.
Modrzic und Erdogan mit dem Ausgleich – aber Überzahlspiel nicht ausgenutzt
Nach nur zehn Minuten waren „Kutte“ Öztürk und sein „Co“, Stefan Wustlich, nach der Kabinenansprache wieder auf dem Platz. Wurde es besser? Der eingewechselte Leo Mayka traf nach Solo nur das Außennetz (52.). Fand der schon mehrfach erwähnte Ibrahim Lahchaychi weniger amüsant und schob zum 2:0 ein (54.). So ganz einfach wollte der HSC dann doch nicht alle Aufstiegsträume abschenken. Und doch mussten zwei abgefälschte Schüsse herhalten. Erst war es Maurice Modrzic, der den Anschluss erzielte (68.). Dann egalisierte Lokman Erdogan (82.). Als sich dann Wiemelhausen mit einer gelb-roten Karte noch selber schwächte (84., Armel-Aurel Nkam), gab es noch mal die Möglichkeit, in Überzahl sogar noch zum „Dreier“ zu kommen. Doch auch nach fünfminütigem Nachschlag von Schiedsrichter Maik Echelmeyer sollte es nicht sein – zu schwach agierte der HSC gegen einen Gegner, der sich gegen den drohenden Abstieg stemmte.
An diesem Sonntag gab es nur zwei Verlierer auf dem Platz
Was blieb, war ein nicht kalkulierter Punkteverlust gegen Wiemelhausen, das zweite Remis auf eigenem Platz in Folge und drei Spiele in Serie ohne Sieg. Das ist wahrlich keine Bilanz eines Aufstiegskandidaten zu diesem vorentscheidenden Zeitpunkt in der Liga. Man kann es auch so sagen: Am Ende verließen um 17 Uhr zwei Teams den Platz, die verloren hatten. Gewonnen hatten nur die 125 Zuschauer, die wenigstens bei schönem Frühlingswetter vier Tore gesehen hatten.
Am kommenden Sonntag ist der auswärtsschwache HSC beim Tabellenzehnten Wacker Obercastrop (Sonntag, 29. März, 15.30 Uhr) gefordert. Wacker unterlag am Sonntag in Horsthausen 0:1, steht aber als Zehnter mit nur zwei Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz noch gehörig unter Druck. Sicher ist: Es wird keine Wohlfühlwoche für den HSC geben. „Eine derartige Leistung und Einstellung erfordern Gespräche, auch mit einzelnen Spielern. Eine solche Einstellung einiger Spieler kann man sich nicht gefallen lassen, sodass es auch personelle Konsequenzen im Spiel gegen Obercastrop geben kann“, so ein „bedienter“ Cheftrainer Kurtulus Öztürk.
Wiedersehen mit Sebastian Schmerbeck                      
Ein Wiedersehen beim Spiel gegen Wiemelhausen gab es mit dem Ex-Holzwickeder Sebastian Schmerbeck, der in den Spielzeiten 15/16 bis 17/18 das HSC-Trikot getragen hatte. Der heute 32-jährige musste allerdings zunächst auf der Auswechselbank Platz nehmen. Nach seiner Einwechslung in der 62. Minute konnte er allerdings keine Akzente setzen.
Bildzeile: Luis Weiß (2.v.li.) war in der Offensive bemüht, erwischte aber auch gegen Wiemelhausen nicht seinen besten Tag.
Zwei Spiele Sperre für Maurice Majewski wegen „unsportlichen Verhaltens“
Gegen Wiemelhausen musste der rotgesperrte Maurice Majewski aussetzen. Am kommenden Sonntag, 29. März, bei Wacker Obercastrop ist Majewski ebenfalls in der Rolle des Zuschauers. Für seine rote Karte in Wanne-Eickel wurde er wegen unsportlichen Verhaltens zum zweimaligen Aussetzen verurteilt. Für Trainer Öztürk ist die Sperre eine Schwächung für den HSC: „Maurice arbeitet viel auf dem Spielfeld. Er fehlt uns sehr – auch aufgrund des „Typs“ und seiner Einstellung.“
Trainerstimmen
Kurtulus Öztürk (HSC): Nach diesem Spiel habe ich nach einer eigentlich guten Trainingswoche, in der nichts auf dieses Verhalten vor und während des Spiels hingedeutet hat, viele Fragen. Besonders mit der ersten Hälfte bin ich überhaupt nicht zufrieden. Schon beim Aufwärmen vor dem Siel waren einige nicht bei der Sache. Im Spiel selber haben wir viele falsche Entscheidungen getroffen. Totalausfälle waren einfach nicht zu kompensieren. Ohne Energie dieses Spiel zu bestrieten, das geht einfach nicht. Es wird definitiv eine unangenehme Woche der Aufbereitung dieser Leistung werden.
Marvin Rehder (Wiemelhausen): Rasen ist sicherlich nicht der Untergrund, den wir kennen und lieben. Außerdem gibt es im Ruhrgebiet in dieser Liga nicht mehr so viele Rasenplätze. Wir wussten daher auch nicht, wie es läuft. Es ist uns aber gut gelungen, da wir sehr gut ins Spiel gekommen sind. Auch nach der gelb-roten Karte ist eigentlich wenig Nachteiliges für uns passiert. Das 2 : 2 fühlt sich aber nach 2 : 0-führung von uns als Niederlage an.
HSC: Felix Hacker (46. Orlando Stockhecke), Nils Bartke, Michael Vrljic (46. Leo Mayka), Nick Adamski (46. Kerem Kreskin), Til Busemann (83. Jan Nielinger), Lokman Erdogan, Samy Smajlovic (65. Seydi Keskin), Luis Weiß, Nazarii Kovalenko, Michael Kuhfeld, Michael Modrzic
Wiemelhausen: Thorben Schmidt, Alessandro Marino, Burak Yerli, Ben Brekau, Ibrahim Lahchaychi, Marc-André Gotzeina (87. Mohammed Hassouni), Armel-Aurel Nkam, Yanick Severloh (75. Luca Hauswerth), Dennis Gumpert, Caleb Godswill Danso (62. Sebastian Schmerbeck), Yannik Kelner
Tore: 0:1 Lahchaychi (6.), 0:2 Lahchaychi (62.), 1:2 Modrzic (68.), 2:2 Erdogan (83.)
Besondere Vorkommnisse: gelb/rote Karte für Lahchaychi (Wiemelhausen, 84.)
Schiedsrichter: Maik Echelmeyer (SV Teuto Riesenbeck).
Bildzeile: Der eingewechselte Seydi Keskin bemüht sich hier in der Offensive – doch wird gestoppt von Concordia-Torhüter Thorben Schmidt.