Zweifelhafte Elfer im Nordbergstadion

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Fußball-Bezirksliga: An TuRa-Torjäger Engin Duman scheiden sich die Geister. „Mit seiner Spielweise kann ich mich nicht anfreunden. Wir sind dadurch teilweise verunsichert worden“, beklagte sich Alex Berger, Trainer des SuS Kaiserau. Das war vor allem in der zweiten Halbzeit der Fall, als Bergkamen ein Übergewicht bekam und zum Ausgleich kam – durch Duman. Vor der Pause sah er seine Mannschaft im Vorteil, die kombinationssicherer war. Per Strafstoß führte Schwarz-Gelb, den Schuster verwandelte. „Das war kein Elfer“, die Meinung vieler Zuschauer, „auch der zweite war keiner“. Den gab es für TuRa, als Duman in zwei Kaiserauer Abwehrspieler hinein lief und fiel. Berger hatte wiederum vier Stammspieler an die Reserve abgegeben und lobte noch einmal deren Engagement. „Sie stellen sich in den Dienst des Vereins. Überragend.“

Beim FC TuRa Bergkamen ist man indes froh, dass man Engin Duman hat und der nach seiner langen Verletzungspause (Kreuzbandriss) wieder ein Aktivposten ist. Er schoss den Ausgleich und hatte kurz danach eine weitere große Möglichkeit, scheiterte jedoch am Kaiserauer Schlussmann Beher. TuRa-Coach Erkan Gökce, der engagiert und lautstark wie immer seine Mannschaft anfeuerte, sah sein Team vor allem nach der Pause im Vorteil „und von daher wäre ein Dreier für uns verdient gewesen.“  Mit dem 1:1 setzten die TuRaner ihren guten Lauf fort. Nach dem 0:4 im Stadtderby gegen Overberge buchten die „Roten“ anschließend elf Zähler, mussten sich nur einmal gegen Wethmar geschlagen geben. Der Klassenerhalt ist längst geschafft.

Einmal mehr brachte sich Westfalia Wethmar durch eine indiskutable Chancenverwertung um drei ganz fest eingeplante Punkte. „Ich glaube, fast jeder Spieler hatte eine Großchance. Nach diesem Spiel fehlen mir wirklich die Worte“, konnte Westfalia-Trainer Alexander Lüggert das Resultat kaum fassen. Das Auslassen der hochkarätigen Möglichkeiten zieht sich dabei wie ein roter Faden durch die vergangenen Wochen. Meisterschaft und Landesliga-Aufstieg für Wethmar rücken in ganz weite Ferne. „Wir sind einfach nicht reif hoch zu gehen“, mutmaßte Lüggert, dem der Schock nach dem 1:1-Remis gegen Overberge auch Stunden später noch deutlich anzumerken war.

Dem FC Overberge waren diese Gedankenspiele und dieses Wehklagen des Gegners egal. Im Gegenteil, man freute sich über den gewonnenen Punkt gegen den Favoriten. Schließlich ist jetzt der Abstieg mit 31 Punkten kein Thema mehr. Und: Man kämpfte 82 Minuten in Unterzahl bravourös. Bereits in der 8. Minute ließ Schnura sich zu einem Revanchefoul hinreißen und sah die Rote Karte. Mächtig stolz war am Ende dann auch FCO-Trainer Andre Kracker: „In Unterzahl haben wir einen großen Kampf gezeigt, eine ganz starke Leistung. Leider nimmt die Zahl der Platzverweise nicht ab.“

Die Absage des SuS Oberaden für das Gastspiel beim VfL Kemminghausen führte dazu, dass der SuS jetzt auch rechnerisch abgestiegen ist. Die Oberadener bekamen keine spielfähige Mannschaft zusammen, was im Vorfeld schon abzusehen war. Die Partie wird mit drei Punkten und 2:0-Toren für Kemminghausen gewertet. Vielleicht hätte der VfL einer Spielverlegung doch zustimmen sollen. Denn es werden nur zwei Tore dem Torkonto gut geschrieben. Hätte man gespielt, wären möglicherweise mehr Treffer gefallen – und diese Tore könnten bei der Endabrechnung fehlen.

Der SV Langschede beendete seine kleine Ergebniskrise mit einem 2:1-Auswärtssieg in Senden. Verdient, weil die Gäste engagiert zu Werke gingen, viel Ballbesitz hatten und sich einige gute Chancen erarbeiteten.  „Endlich haben wir wieder gewonnen. Ich bin sehr zufrieden mit dem Auftritt der Mannschaft. Sie hat die nötige Leidenschaft entwickelt“, so das Urteil von SVL-Coach Holger Stemmann nach Spielschluss. Die Partie fand bereits am vergangenen Donnerstag statt. „So haben wir Zeit, um wieder Luft zu holen“, freute sich Stemmann über die kleine Pause, „wir gingen zuletzt auf dem Zahnfleisch.“ Er sieht eine gute Entwicklung bei der Mannschaft. „Wir nutzen jede Gelegenheit, um uns spielerisch weiter zu entwickeln, versuchen jetzt schon vieles spielerisch zu lösen.“ Marius Sparenberg wurde für seinen Platzverweis im Spiel gegen Bergkamen bis zum 07. Juni gesperrt.

Diese Niederlage durfte gar nicht sein. Die Chancen der SpVg Bönen auf den Klassenerhalt sind nach dem 0:1 am Rehbusch gegen Bockum-Hövel dramatisch gesunken. Sieben Zähler beträgt jetzt der Rückstand auf einen Abstiegsplatz. In einem schwachen Spiel mit viel Mittelfeldgeplänkel hatten die Gastgeber gute Möglichkeiten zum Torerfolg. Doch Scheibke, Arenz, Wiff und zuletzt Wittwer fehlte der Abschluss„Wir haben unsere Chancen nicht weggemacht“, ärgerte sich daher auch Bönens Coach Axel Maurischat. Besser machte es Bocku-Hövels Stürmer Müller, der in der 71. Minute SpVg-Keeper Behrend überwinden konnte. Dass der Sieg glücklich war, räumte  Bockum-Hövels Coach Matzelle ein. Seine Mannschaft indes war cleverer.

Bild: Spielt hier etwa der Schiedsrichter Florian Kaposty mit? Auf dem Bild hat es fast den Anschein.  Doch sowohl der FC TuRa Bergkamen als auch der SuS Kaiserau trennten sich im Nordbergstadion auch ohne Hilfe des Schiedsrichters 1:1-unentschieden. Dennoch waren seine beiden Elfmeterentscheidungen umstritten.

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