„Ziehen aus jedem Spiel unsere Lehren“

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Handball Bundesliga ASV Hamm Dormagen ;Soeren Suedmeier

Handball: Fast acht Monate währte die verletzungsbedingte Auszeit von Mittelmann Sören Südmeier. Aber die lange Wettkampfpause merkt man dem 30-Jährigen längst nicht mehr an, so wie der ASV Hamm-Westfalen insgesamt zeigt sich auch Südmeier, der zu Saisonbeginn ins ASV-Aufgebot zurückkehrte, in bestechender Form. Am Freitag steht nun für die Westfalen in der heimischen WESTPRESS arena das Topspiel gegen den Spitzenreiter und lange verlustpunktfreien VfL Gummersbach an, der sehr souverän gestartet ist, zuletzt allerdings ein wenig wackelte. Im Interview äußerte sich Sören Südmeier zu den Chancen des Tabellendritten, seinem eigenen Leistungsstand und den Zielen.

Genau wie Gummersbach hat auch der ASV in dieser Saison erst einmal verloren, am zweiten Spieltag in Essen. Seitdem gab es in sechs Spielen keine Niederlage. Was macht den ASV momentan so stark?
Sören Südmeier: „Wir haben uns als Mannschaft in den zurückliegenden Wochen gut gefunden. Wir spielen mannschaftlich sehr geschlossen. Die Deckung funktioniert gut, zusammen mit den Torhütern. Und vorne strahlen wir auf jeder Position Torgefahr aus, was ja der Blick in die Torschützenliste verrät, die bei uns sehr ausgeglichen ist. Aber wir befinden uns noch mitten in der Entwicklung. Und daran orientieren wir uns fast mehr – die Ergebnisse stellen sich dann ein, wenn wir unsere Entwicklungsziele erreichen.“

Was sind das beispielsweise für Ziele?
Sören Südmeiner:
„Zu Beginn der Vorbereitung war das beispielsweise das Umschaltspiel. Später ging es um Spielsysteme im Angriff oder in der Abwehr. Das ist durchaus kleinschrittig. (lacht) Aber da werde ich jetzt ganz bestimmt keine Details verraten.“

Woran gilt es denn noch zu arbeiten?
Sören Südmeier:
„Da gibt es natürlich noch Dinge. Wir ziehen ja aus jedem Spiel unsere Lehren. Aber vielleicht ist es auch gar nicht so entscheidend, wie Taktik A oder B bis ins Kleinste funktioniert. Wichtig ist, dass jeder Spieler – egal ob von Anfang an oder von der Bank – seinen Teil beiträgt. Und wichtig ist, dass wir immer mit voller Emotion und Leidenschaft an die Aufgaben gehen und niemals den Glauben verlieren. Das hat uns gegen Dresden nach Drei-Tore-Rückstand beispielsweise noch einen Punktgewinn eingebracht. Diese Liga ist einfach unfassbar ausgeglichen.“

Die Ausgeglichenheit spiegelt sich Woche für Woche in den Ergebnissen wider. Gummersbach war bisher souverän, strauchelte zunächst etwas gegen Emsdetten und unterlag dann gegen Aufsteiger Rostock erstmalig in dieser Saison. Gibt das Mut für die anstehende Aufgabe?
Sören Südmeier:
„Im Grunde hat es da die Niederlage nicht gebraucht. Natürlich ist Gummersbach Favorit. Aber wenn wir unsere Leistung konstant abrufen, muss man die Punkte aus der Arena erstmal mitnehmen. Aber zur Wahrheit gehört gegen so starke Gegner auch, dass es trotz einer guten Leistung einmal nicht reichen kann. Wir wissen uns da einzuschätzen. Topfavoriten in dieser Liga sind andere.“

So wie die HSG Nordhorn-Lingen, gegen die ein eindrucksvoller 35:30-Heimsieg gelang. Was dürfen die Fans denn vom ASV in dieser Saison noch erwarten?
Sören Südmeier
(lacht): „Gern gestellte Frage momentan. Von uns darf erwartet werden, dass wir jede neue Aufgabe mit voller Leidenschaft und Überzeugung angehen. Und, dass wir unsere Entwicklung fortsetzen. Was das am Ende in der Tabelle bedeuten wird? Das hängt von so vielem ab, wie natürlich auch den Leistungen der Konkurrenz. Ganz ehrlich, wir beschäftigten uns nicht damit. Zumindest nicht über den nächsten Spieltag hinaus.“

Bilzeile: Sören Südmeier im Interview. Fast acht Monate währte die verletzungsbedingte Auszeit. Er ist jetzt schon wieder in bestechender Form / Foto Henning Wegner.

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