Zehn Minuten Tiefschlaf bringen HSV um besseres Ergebnis

746

Fußball-Westfalenliga: Westfalia Wickede – SV Holzwickede 2:0 (0:0). Die gute Nachricht für die Spielvereinigung Holzwickede stand schon vor dem Anpfiff des Derbys am Sonntagabend bei der Westfalia aus Wickede fest. Durch die Niederlage des TuS Heven in Kaan-Marienborn am Nachmittag würde der Abstand auf den ersten Abstiegsplatz unverändert, auch bei einer HSV-Niederlage, bei sieben Punkten liegen. Eine schöne Ausgangsposition für den HSV, der aber in den ersten 15 Minuten auf dem Kunstrasen des Pappelstadions dennoch schwer ins Spiel fand. Es war kein Spiel für Fußball-Ästheten. Wickede hatte deutlich mehr Ballbesitz, nach vorne aber kam gegen einen defensiv diszipliniert agierenden HSV recht wenig. Im Gegenteil. Nach Pass von Sascha Grasteit auf Andreas Senga fehlten nur Zentimeter an der Gästeführung. Wickede hatte seine beste Chance nach einem Freistoß von Andreas Toetz und einem Schuss von Roman Schymanietz, den aber HSV-Keeper Torben Trapp meisterte.

Nach der Pause das gleiche Bild. Wickede feldüberlegen, aber zunächst ohne Chancen, der HSV stand sicher. Doch dann gönnten sich die Holzwickeder einen unerklärlichen Zehn-Minuten-Tiefschlaf. Bei einer der gefühlten hundert, gar nicht so präzisen Flanken in den Strafraum des HSV sprang der Ball Mike Bednarek unglücklich an die Hand – Elfmeter entschied der gute Schiedsrichter Thomas Kappek aus Münster zurecht. Den verwandelte Andreas Toetz ganz sicher (53.). Doch des Unglücks nicht genug: Erst scheiterte Tim Lorenz mit einem schönen Schuss an Wickedes Torhüter Florian Fischer (56.), dann leisteten sich Christopher Kaiser und Michael Oscislawski eine ungewollte Slapstick-Einlage. „Nimm Du ihn, ich hab ihn sicher“, dachten sich beide, Wickedes Goalgetter Roman Schymanietz sagte artig danke und erzielte die vorentscheidende 2:0-Führung für den Titelaspiranten (58.). Was folgte, war eine Verwaltung des Ergebnisses durch die Westfalia und ein HSV, der bemüht war, aber auch keine echte Torchance mehr hatte.

Der HSV muss nun am Pfingstmontag um 15 Uhr gegen den Kirchhörder SC punkten, um nicht noch ungewollt für weitere Spannung im Abstiegskampf zu sorgen. Die Holzwickeder sind allerdings gewarnt, da Kirchhörde zwar gegen Spitzenreiter Marl-Hüls mit 1:3 verlor, aber in Führung war. Zudem sind da Erinnerungen an die ganz schlechte Leistung aus dem Hinspiel, das mit 0:2 verloren wurde.

Trainerstimmen
Ingo Peter (HSV): Der Sieg von Westfalia Wickede geht in Ordnung. Wir haben das Hinspiel mit 2:1 gewonnen, heute hat sich die Westfalia revanchiert. Was bleibt, ist das schlechte Gefühl nach einer Derby-Niederlage. Doch wir werden die fehlenden Punkte noch holen. Am besten starten wir damit gleich am kommenden Pfingstmontag gegen Kirchhörde. Doch auch das wird eine ganz harte Nuss.
Marko Schott (Wickede): Es war heute ein Geduldspiel. Der Elfmeter war der Dosenöffner zum Erfolg. Nach der unglücklichen Niederlage gegen Marl-Hüls haben die Jungs heute alles gegeben. Hut ab vor meinem Team.

Wickede: Fischer, Lüder, Baron, Fröse, Dej (89. Didion), Scherff, Toetz, Lmcademali (62. Liko), Städter, Schröder, Schymanietz.
HSV: Trapp, Lorenz, Groenewold, Grasteit (65. Köhler), Bednarek (59. Krawietz), Lenz, Senga, Willmans, Üstün, Oscislawski, Kaiser (59. Mihajlovic).
Tore: 1 : 0 Toetz, Elfmeter (53.), 2 : 0 Schymanietz (58.).

Bild: Ein umkämpftes Derby sahen die rund 400 Zuschauer zwischen Westfalia Wickede und dem HSV. Mit 2:0 nahmen die Wickeder Revanche für die im Hinspiel in Holzwickede erlittene 1 : 2-Niederlage.

Vorheriger Artikel0:6-Klatsche für SpVg im Abstiegskampf
Nächster ArtikelHamm und Rhynern gewinnen im Gleichschritt 5:1

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.