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WTV-Verbandstag: Knapp vier Stunden Interessantes, Informatives und Unterhaltsames – Fokus auf die Jugendarbeit
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Tennis: Wer der Meinung ist, Verbandstage mit der Abwicklung von satzungsmäßigen Aufgaben sind langweilig, der sollte einmal Gast beim Westfälischen Tennis-Verband (WTV) gewesen sein. Der führte am Samstag (16. März) in der Stadthalle Kamen seinen diesjährigen Tennistag durch und resümierend ist festzuhalten: Die knapp vier Stunden waren für die 210 Tennisfunktionäre Informativ, Interessant und Unterhaltsam. Informativ deshalb, weil Verbandspräsident Robert Hampe (Hamm) in seiner Rede nicht nur auf das Geschehen innerhalb des WTV einging, er sprach auch über Entwicklungen im Deutschen Tennis Bund (DTB) und kritisierte die fehlende Tennisberichterstattung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

Sehr interessant waren die Ausführungen von Marco Kummer (Bayerischer Tennis-Verband), der in seinem Vortrag den Vereinen Handlungsrichtlinien zur Gewinnung von Mitgliedern und ehrenamtlichen Funktionsträgern an die Hand gab. Hier wird von Seiten des WTV im Bereich der bereits stattfindenden Vereinsberatung weitere Hilfestellungen gegeben. Äußerst unterhaltsam waren die rund 70 Minuten lang vom ARD-Sportmoderator Claus Lufen geführte Talkrunde zum Thema >Spitzensport in Deutschland – mehr als nur Fußball?< mit der heutige WTV-Verbandstrainerin Dinah Pfizenmaier sowie dem früheren Handball Nationalspieler Frank von Behren, dem Ruderweltmeister des Deutschland Achters Hannes Ocik und dem Ex-Hochsprung-Weltrekordler Carlo Thränhardt.

Eröffnet wurde der Verbandstag von Kamens neuer Bürgermeisterin Elke Kappen, die zugleich auch Sportdezernentin der Stadt ist, die in ihren Grußworten den Tennisbogen von Becker und Graf bis in die heutige Gegenwart schlug. „Ich bin auch im Tennis unterwegs“, so Kappen, „und was wir als Stadt tun können, das tun wir auch. Wir werden sie weiterhin unterstützen.“ Sie ging auch auf den offiziellen DTB-Bundesstützpunkt im Tennis ein, erwähnte den Antrittsbesuch von Barbara Rittner im Rathaus und vermerkte voller Stolz, dass ihr dabei von der deutschen Bundestrainerin „ich fühle mich in Kamen sehr wohl“ gesagt wurde. Abschließend richtete sie einen Appell an die Vereinsvertreter darauf zu achten, dass gerade der Sport verbindet „und dies über alle Kulturen und Religionen hinweg.“

Prominent besetzte Talkrunde

Begeistert zeigten sich die Vereinsvertreter nach dem kurzweiligen Talk mit prominenten Gästen. Moderiert durch Claus Lufen erfuhr man zunächst wie die verschiedenen Spitzenathleten zu ihrer Sportart fanden.

Carlo Thränhardt zum Beispiel versuchte es zunächst mit Handball. Aufgrund seines sehr großen Ehrgeizes und der häufigen Unzufriedenheit mit der Leistung seiner Mitspieler suchte er sich eine andere Sportart, in der er selbst sein Ziel erreichen musste, da er immer nur „siegen“ wollte. Überhaupt wurde keinem der Talkgäste der Erfolg in die Wiege gelegt, sondern durch enormen Ehrgeiz und Fleiß konnten viele Titel errungen werden.

„Auf dem Weg ganz weit nach oben in der Welt ist es sehr wichtig, sich durch Rückschläge wie zum Beispiel Verletzungen nicht unterkriegen zu lassen und weiter am gesteckten Ziel zu arbeiten“, so Dinah Pfizenmaier. Frank von Behren berichtete, dass ein Handball Boom, der früher durch gute Spiele bei großen Turnieren ausgelöst wurde, nach der WM 2019 in Deutschland nicht spürbar ist. Im Nachwuchsbereich gilt es auch beim Handball, neue Wege zu gehen, neue Attraktivität zu entwickeln und Nähe zu kreieren, um potentielle neue Mitglieder für diese Sportart zu begeistern und mehr jüngere Ehrenamtliche zu gewinnen.

„Wir wollen alle schlagen“, so das einfache Motto von Hannes Ocik, der über sehr gute Trainingsbedingungen am Bundesstützpunkt in Dortmund berichtet. Für ihn ist entscheidend, dass die Interessengruppen zusammen rücken und ein gemeinsames Ziel erreichen wollen. „Typen und Charaktere sind wichtig“, so Carlo Thränhardt, um auch für die Medien noch interessanter zu werden. ARD und ZDF widmen zirka 30 Prozent ihrer Sendezeit dem Fußball. Zudem wird auch in den dritten TV-Programmen über die 3. und 4. Liga im Fußball berichtet. Hier sieht Claus Lufen durchaus bei den öffentlich-rechtlichen Sendern den nötigen Platz, über andere Sportarten zu berichten. Wörtliche meinte er: „Hier sollten die Verbandspräsidenten mehr Druck ausüben.“

Mehrfach wurde von den früheren Sportlern auch der Abruf der vorhandenen Fähigkeiten in Stresssituationen (mentale Stärke, Tennis im Kopf) genannt, der neben dem Teamgedanken (gemeinsam nach oben), für den Erfolg im Spitzensport sehr wichtig ist. „Nur wenn du das ab rufen kannst, dann kannst Du das auch erreichen, was du dir als Ziel gesetzt hast“, so Carlo Thränhardt, der als Mentalcoach auch Tennisspieler wie zum Beispiel Peter Gojowczyk beratend zur Seite steht.

Arbeit an der Basis

Da die Ressortberichte der einzelnen Vizepräsidenten bereits auf der Homepage zum Downloaden stehen, ging lediglich Robert Hampe in seiner Ansprache detailliert auf den Tennissport ein. Ehe er jedoch Daten und Fakten im Einzelnen nannte, gab es erst einmal ein Lob: „Bei ihnen will ich mich ganz herzlich für die aufopferungsvolle und hervorragende Arbeit bedanken. Ihre Arbeit an der Basis ist auch die Basis für den Erfolg des Tennissports, nicht nur in Westfalen sondern auch im gesamten Bundesgebiet“, so Hampe, „und lassen sie sich nicht von den notorischen Kritikern, denen es am nötigen Respekt fehlt, den Spaß am Ehrenamt nehmen.

Weiterhin führte er die sehr gute Arbeit des Westfälischen Tennisverbandes an, die letztlich zur vor allem durch das Bundesministerium des Innern (BMI) Anerkennung des vierten nationalen Tennis-Stützpunktes in Kamen geführt hat, „obwohl anderen Sportarten Bundesstützpunkte aberkannt worden sind.“ In dem Zusammenhang wurde im Kontext zum Landesleistungszentrum des Verbandes auch der Startschuss für das Konzept >WTV-Talentschmiede< der Verbandstrainer Dinah Pfizenmaier, Michael Schmidtmann und Crew vorgestellt. Mit dem vor Jahren erbauten Jugend-Gästehaus und der Konzeption der verschiedenen Förderstufen wird jetzt den jungen Athleten ein noch professionelleres Umfeld geboten. „Mit der Talentschmiede wollen wir bei unseren Hoffnungsträgern Identifikation und Begeisterung schaffen“, meint Hampe, „denn so können wir auch in der Öffentlichkeit unsere vielfältigen Förderungsmöglichkeiten transparent darstellen.“

Zweifelsohne schwingt bei diesem Projekt bei Robert Hampe auch der Gedanke mit, wieder mehr Jugendliche für den Tennissport zu begeistern. Denn bei aller positiven Darstellung des Verbandes hat der Tennispräsident eine Sorge: die Mitgliederzahlen. „Mit dem minimalen Rückgang von 0,34 Prozent von vor zwei Jahren, habe ich geglaubt, wir hätten den Abwärtstrend gestoppt“, sagte Hampe, „aber als ich die Zahlen von 2018 präsentiert bekam, war sich sehr enttäuscht. Wir sind immer noch der viertgrößte Tennisverband in Deutschland, doch der Verlust von 1.956 Mitgliedern macht mich sehr betroffen.“ Betroffen zeigt sich auch Hampe deshalb, weil die Hälfte des Rückgangs im Jugendbereich zu verzeichnen ist.

Bild: Als 1.000 Talentino-Club wurde der TV Rot-Weiß Bönen vom Projektleiter Moritz Coen (von links) geehrt und die Auszeichnung nahmen die Jugendwarte Kerstin und Frank Stefank sowie Anne Nölle entgegen / Foto Christoph Volkmer

„Wir müssen unseren Fokus verstärkt auf die Jugendarbeit legen. Wir müssen den gesellschaftlichen Veränderungen, der Bewegungsarmut, den unendlichen Unterhaltungsangeboten noch intensiver den Kampf ansagen“, sagt Robert Hampe und sieht einen Hoffnungsschimmer darin, „dass die Gymnasien in Nordrhein-Westfalen wieder von G8 auf G9 umstellen und so das die Kindern wieder mehr Zeit für ihre altersgemäße Entwicklung haben und ihren Sporthobbys nachgehen können.“ Um dem Tennissport noch mehr Gemeinschaftsgefühl zu verleihen, regte der Verbandspräsident ein Pilotprojekt an: „Warum versuchen wir im WTV nicht einmal, bei Mannschaftsspielen im gleichen Outfit anzutreten. Das würde, so glaube ich, sowohl den Vereinen gut stehen und unserem Sport in der Öffentlichkeit ebenso. Ich werde das Thema in unseren Ausschüssen ins Gespräch bringen.“

Goldene und Silberne Ehrennadeln

Fester Bestandteil eines jeden Verbandstages sind natürlich auch die Ehrungen. Sowohl die verdiente Auszeichnung von Funktionären, als auch die von Vereinen und Tennisspielern. Mit der >Goldene WTV-Ehrennadel< wurden Manon Kruse (Union Münster), Manfred Hennes (Schwarz-Gelb Hagen) und Peter Hake (Blau-Weiß Bergkamen) ausgezeichnet. Die gebürtige Hammenserin Kruse hat zahlreiche Siege bei Deutschen Meisterschaften der Jungseniorinnen sowohl im Einzel als auch im Doppel bzw. Mixed errungen. Ihr ganz großer Coup gelang ihr im vergangenen Jahr, als sie sich zur dreifachen Senioren-Weltmeisterin im Einzel, Mixed und im Team-Wettbewerb spielen konnte. Der Hagener Manfred Hennes blickt auf 40 Jahre Spielleiter im Bezirk Südwestfalen zurück. Im diesem Bezirk ist er seit 1978 aktiv und in seinem Heimatverein Schwarz-Gelb seit 1967 Sportwart. Zudem ist er seit 2013 auch als 1. Vorsitzender im Amt. Peter Hake ist seit 1979 in seinem Tennisverein ehrenamtlich engagiert und bekleidet seit 2006 das Amt eines Geschäftsführers. Im ehemaligen Tennisbezirk Dortmund-Hamm, jetzt Ruhr-Lippe, hatte er von 1992 an verschiedene Funktionen inne und seit 2002 ist Peter Hake für die Spielbetriebsorganisation >theLeague< verantwortlich.

Bild: Mit der „Goldene Ehrennadel“ des Westfälischen Tennis-Verbandes wurden (von links) Manfred Hennes, Manon Kruse und Peter Hake ausgezeichnet / Foto Christoph Volkmer

Mit der Silbernen Ehrennadeln des Verbandes wurden Ulrich Viefhaus (Grün-Weiß Frohlinde) und Horst Zweydinger vom TC Holzwickede ausgezeichnet, der allerdings auf Grund seines 85. Geburtstages nicht zugegen war. Der Frohlinder Viefhaus ist seit 1997 Sportwart und seit 2017 zusätzlich noch 1. Vorsitzender seines Tennisvereins. Außerdem kümmert er sich als Mitorganisator um zahlreiche Turniere und fördert die Kooperationen von Schulen und Kindergärten mit dem TC Grün-Weiß Frohlinde.

Die Besten des Jahres 2018

Als Westfälischer Tennisverein des Jahres 2018 wurde die TG Blau-Weiß Quelle aus Bielefeld ausgezeichnet und auf die zweiten Plätze kamen der TC Blau-Gold Lüdinghausen und TC Blau-Weiß Horn. Moritz Coen (Projektleiter Talentinos Deutschland) überreichte dem TV Rot-Weiß Bönen als Sonderehrung des 1000. Talentino-Clubs im Deutschen Tennis Bund einen 1000 Euro-Scheck und ein Kindertennis-Vereinsset als Belohnung für ihr Jugendsportengagement im Verein.

 

Bild: Verbandspräsident Robert Hampe ehrt Manon Kruse (Union Münster) als Westfälische Tennisspielerin des Jahres 2018 /Foto Christoph Volkmer

Für Manon Kruse gab es noch eine zweite Ehrung. Sie wurde zur >Westfälischen Tennisspielerin des Jahres 2018< gewählt. Während sie natürlich die Ehrung entgegen nehmen konnte, war der >Westfälische Tennisspieler des Jahres 2018< Jan-Lennard Struff nicht zugegen. Der aus Warstein stammende deutsche Davis Cup-Spieler befindet sich derzeit beim 1000er ATP-Tour-Event in Indian Wells, wo er unter anderem den deutschen Weltmeister Alexander Zverev besiegen konnte. Für seine außergewöhnliche sportliche Entwicklung wurde das Team Hämmerling TuS Sennelager zur >Westfälischen Mannschaft des Jahres 2018< gewählt. Mit sieben Aufstiegen in Folge spielten sich die Paderborner aus der Bezirksklasse bis in die 1. Tennis-Bundesliga, in die sie als Zweitliga-Meister im vergangenen Jahr aufgestiegen sind. Im Übrigen sind sie in der diesjährigen Erstliga-Saison der einzige westfälische Vertreter in Deutschlands Eliteliga.

In einem Teil der Kamener Stadthalle präsentierten sich die wirtschaftlichen Partner des Westfälischen Tennis-Verbandes wie unter anderem der amerikanische Sportartikelhersteller und Balllieferant Wilson, der Onlinehändler Tennis-Point, sowie die Privatfleischerei Reinert (Versmold), Hartman-Gartenmöbel (Unna), R+V-Versicherungen, der Tennis-Reiseanbieter Patricio Travel, das Unternehmen tegra (Sportstättenbeläge), ASS (Athletic Sport Sponsorin), die Volksbank Kamen-Werne und das Varieté-Theater GOP. Die wussten insbesondere zu gefallen, tauchte doch plötzlich zur Unterhaltung des Publikums der Jongleur Sergey Maslennikov auf der Bühne neben dem Verbandspräsidium auf. Und passend zu der Tennisveranstaltung jonglierte er mit drei alten Holz-Tennisschlägern und unterbrach demzufolge kurzweilig die Tagesordnung. Er bekam folge dessen auch den stärksten Applaus für seine Darbietungen, was aber auch wiederum für den gesamten Westfälischen Verbandstag 2019 zu bewerten sein dürfte.

Bild: Unterhaltsam war die Talkrunde zum Thema „Spitzensport in Deutschland –mehr als nur Fußball“ mit (von links): Moderator Claus Lufen, Frank von Behren, Dinah Pfizenmaier, Carlo Thränhardt und Hannes Ocik / Foto Christoph Volkmer.

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