Winterzeit ist auch Wechselzeit – Fragen und Antworten

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Fußball: Der Amateurfußball ruht coronabedingt – Winterpause. Doch Winterzeit ist auch Wechselzeit. Es gilt die Wechselperiode II, die bis zum 31. Januar 2021 gilt – und in diesem Zeitfenster haben sich bereits einige Akteure verändert.

Grundsätzlich ist dabei die fristgerechte Abmeldung vom Spielbetrieb zum 31. Dezember 2020 beim bisherigen Verein zu beachten und die Bestätigung auch vorzulegen – auch die Zustimmung des abgebenden Klubs braucht es. Es kann sich aber auch ein Spieler/in ohne Zustimmung des abgebenden Vereins in der Wechselperiode II einem neuen Klub anschließen – allerdings ist Voraussetzung hierfür die sechsmonatige Inaktivität. Aufgrund der staatlichen Corona-Verfügungen zählen zu dieser Zeit der Inaktivität nicht die Zeiträume des Lockdowns. Die Sperren verlängern sich entsprechend um dieses Zeitfenster.

Die Transferperiode II läuft vom 1. bis 31. Januar. Wer als Amateurfußballer/in im Winter den Verein wechseln möchte, muss sich bis zum 31. Dezember beim alten Verein abgemeldet haben. Es reicht dabei, sich vom Spielbetrieb beim alten Verein abzumelden, man muss nicht automatisch auch als Vereinsmitglied austreten. Die Abmeldung muss per Einschreibepostkarte erfolgen – mit Beleg als Nachweis. Entscheidend für die Abmeldung ist das Datum des Poststempels. Im Seniorenbereich ist die stellvertretende Abmeldung durch den aufnehmenden Verein über DFBnet Pass Online ebenfalls möglich.

Wie geht es nach der Abmeldung weiter?

Ablöse: Im Sommer festgeschrieben, im Winter frei verhandelbar.

Am Folgetag des durch den Poststempel auf dem Abmeldungseinschreiben ausgewiesenen Datums beginnt eine 14-Tage-Frist. Innerhalb dieses Zeitraums muss der abgebende Klub den Pass des Spielers herausgeben – in der Regel an den neuen Verein oder den Spieler selbst. Der wechselnde Spieler muss Mitglied seines neuen Klubs werden. Der aufnehmende Verein muss einen Antrag auf Spielerlaubnis ausfüllen, vom Spieler unterschreiben lassen und beim WDFV einreichen – gemeinsam mit dem Beleg der Abmeldung sowie dem Spielerpass oder den Erklärungen gemäß §15 (4) SpO/WDFV bzw. §10 (12) JSpO/WDFV. Der antragstellende Verein muss die vollständigen Unterlagen bis spätestens 31. Januar beim WDFV einreichen. Der §10 (3) SpO/WDFV gilt zu beachten.
Nach Eingang der vollständigen Spielberechtigungsunterlagen beim WDFV erhält der Spieler die Spielberechtigung für Freundschaftsspiele. Die Freigabe für Pflichtspiele erfolgt im Normalfall erst nach Entrichtung der Ausbildungsentschädigung. Ist diese Freigabe nicht erteilt, ist der Spieler frühestens nach sechs Monaten (gemäß §22 (9) SpO/WDFV) für Pflichtspiele seines neuen Vereins spielberechtigt.

Was passiert, wenn der abgebende Verein die 14-Tage-Frist nicht einhält und den Spielerpass zu spät aushändigt?

Dann verliert der Klub sein Recht auf eine Ausbildungsentschädigung. Der Spieler erhält die Freigabe für seinen neuen Verein. Der neue Verein und der Spieler haben in einem gesonderten Schreiben verbindlich zu erklären, den alten Spielerpass nicht bzw. nicht fristgerecht erhalten zu haben.

Kann ein Spieler noch wechseln, wenn er sich erst nach dem 31. Dezember abmeldet?

Schwierig. Er hat nur die Möglichkeit, bis 31. Januar einen Vertrag zu unterschreiben und damit Berufsspieler bzw. Vertragsamateur zu werden. Aber auch dann muss der abgebende Verein – im Gegensatz zur sommerlichen Transferperiode I – laut Spielordnung dem Transfer erst zustimmen.
Jederzeit die Möglichkeit zum Wechsel haben Amateurfußballer und -fußballerinnen, sobald ihr letztes Spiel, gemäß §22 (9) SpO/WDFV, mindestens ein halbes Jahr zurückliegt. Sie sind dann sofort spielberechtigt für den neuen Klub, ohne dass eine Ausbildungsentschädigung fällig wird.

Ausbildungsentschädigung: Was ist das und wie hoch liegt sie?

Ausbildungsentschädigungen sind die Ablösesummen des Amateurfußballs. Bei Wechseln im Sommer (Transferperiode I) sind sie festgeschrieben und richten sich grundsätzlich immer nach den Klassenzugehörigkeiten der ersten Seniorenmannschaft. Anders bei einem Wechsel im Winter: Dort sind die vorgegebenen Ausbildungsentschädigungen nicht bindend, sondern frei verhandelbar.

 

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