Wieder Hoffnung für den Sport im Kreis Unna

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Allgemein: Etwas überraschend ist am 10. November 2020 eine Überarbeitung der Coronaschutzverordnung (CoScHVo) in Kraft getreten. Unter anderem heißt es da in § 9, Abs. 1: „Abweichend von Absatz 1 dürfen Sportangebote, an denen eine Teilnahme regelmäßig aufgrund einer ärztlichen Verordnung erfolgt (vor allem Rehabilitationssport), angeboten und wahrgenommen werden, wenn nur Personen mit einer individuellen ärztlichen Anordnung teilnehmen und der Abstand zwischen allen beteiligten Personen während des gesamten Aufenthalts in oder auf den in Absatz 1 genannten Einrichtungen mindestens 2 Meter beträgt.“

Begriff „Individualsportart“ präzisiert

Des Weiteren wurde im Sportparagrafen der CoSchVo eine Präzisierung des Begriffes „Individualsportart“ vorgenommen: „Als Individualsport gelten nur Sportarten, die keine Team- oder Kontaktsportarten sind, sondern im Regelfall als Einzelwettkampfsportart mit maximal einer Person als Spielgegner mit Mindestabstand ausgeübt werden (Joggen, Walken, Leichtathletik, Einzelgymnastik, Tennis und ähnliches). Die für die in Satz 1 genannten Einrichtungen Verantwortlichen haben den Zugang zu der Einrichtung auf die zulässigen Nutzungen zu beschränken. Die Nutzung von Gemeinschaftsräumen einschließlich Räumen zum Umkleiden und zum Duschen von Sportanlagen durch mehrere Personen gleichzeitig ist unzulässig.

Diese Präzisierung ändert grundsätzlich nichts an den von der Staatskanzlei dem Sport gegenüber kommunizierten Auslegungen. Einzig auf folgende „Erweiterung“ bzw. Klarstellung ist hinzuweisen: Eine Anleitung von zulässigen Sportaktivitäten durch eine/n Übungsleiter/in/Trainer/in ist möglich. Konkretes Beispiel: Das Tennis-Einzel kann selbstverständlich aus einer/m Trainer/in und einer/m Schüler/in bestehen, gleiches zum Beispiel im Reitsport.

Keine einheitliche Regelungen im Sportbetrieb

Der Wunsch des Landessportbundes NRW gemeinsam mit den anderen 15 Landessportbünden die Ministerpräsidenten/innen der Länder dringend aufzufordern, ab dem 1. Dezember für einheitliche Regelungen im Sportbetrieb zu sorgen. Dieser Wunsch wurde leider von der deutlichen Mehrheit der Landesportbünde und vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) nicht unterstützt.

Personenzahl draußen für kontaktfreien Sport erhöht

Der organisierte Sport im Kreis Unna muss das zur Kenntnis nehmen. Der Landessportbund NRW setzt sich jedoch weiterhin für klare Aussagen gegenüber dem Sport ein und strebt als nächste Veränderung unter anderem die Erhöhung der Personenzahl/Zahl der Hausstände draußen für kontaktfreien Sport, die Öffnung der Sporthallen für kontaktfreien Sport und die Trainingsmöglichkeit auch für Landeskader an.

Antragsfrist für Soforthilfe bis zum 15. März 2021 verlängert

Als weiteren Punkt hat die Staatskanzlei in Düsseldorf die Antragsfrist für die aktuelle Phase der Soforthilfe bis zum 15.03.2021 verlängert. Die Abwicklung erfolgt weiter über das Förderportal des Landessportbundes NRW https://foerderportal.lsb-nrw.de/startseite. „Damit hat die Landesregierung den Wünschen und Notwendigkeiten Rechnung getragen, die von uns schon im Frühjahr mit dem Einsetzen der Soforthilfe Sport formuliert wurden. Da die Grundlage der Soforthilfe die Rücklagen der Sportvereine waren und im Frühjahr die meisten Vereine gerade die Mitgliedsbeiträge eingezogen hatten, war uns klar, dass die zur Verfügung gestellten 10 Millionen Euro zunächst kaum beansprucht werden würden und  dass es zum Ende des Jahres wieder eine Möglichkeit der Beantragung geben sollte,“ führt Matthias Hartmann, Geschäftsführer im KreisSportBund Unna e.V. seine damaligen Überlegungen aus.

Coronahilfe für Sportvereine der 4. Liga

Seit dem 1. November 2020 haben auch die Sportvereine der Vierten Liga die Möglichkeit über das Förderportal des Landessportbundes Coronahilfe für den Profisport NRW zu stellen. Das Land Nordrhein-Westfalen kompensiert damit einen Teil des durch das Verbot von Zuschauerbesuchen verursachten Ausfalls von Ticketeinnahmen. Die Hilfe wird ab einem nachgewiesenen Einnahmeausfall von mindestens 2.500 Euro netto gewährt und ist auf maximal 60 Prozent des Netto-Einnahmeausfalls und maximal 800 TSD Euro begrenzt. Die Abwicklung erfolgt über das Förderportal des Landessportbundes:  https://foerderportal.lsb-nrw.de/startseite .

Außerordentliche Wirtschaftshilfe des Bundes angekündigt

Mit dem Beschluss des Teil-Lockdowns wurde eine außerordentliche Wirtschaftshilfe des Bundes in Höhe von zehn Milliarden Euro angekündigt, die explizit auch für Vereine gelten soll, deren Betrieb aufgrund der staatlichen Anordnung untersagt ist. Einige Details zum Programm sind bereits bekannt. Demnach ist vorgesehen, Unternehmen eine einmalige Kostenpauschale von 75 Prozent des Umsatzes aus dem November 2019 auszuzahlen. Zudem sollen erneut Anträge für Solo-Selbstständige möglich sein. Inwieweit Sportvereine und -verbände am Ende tatsächlich von diesem Programm profitieren können, hängt einmal mehr von der Ausgestaltung der Antragsvoraussetzungen ab. Der Landessportbund NRW wird sich kontinuierlich für eine vereinsfreundliche Umsetzung einsetzen und der KreisSportBund Unna e.V. wird seine angeschlossenen Stadt- und Gemeindesportverbände (SSV/GSV) zeitnah informieren!

Digitale Mitgliederversammlungen- Sportversicherung

Am 28. Oktober 2020 ist eine Verlängerung von Sonderregelungen im Vereinsrecht bis zum 31. Dezember 2021 erfolgt. Damit dürfen auch Vereine, deren Satzung eine digitale Durchführung der Mitgliederversammlung bislang noch nicht vorsieht, trotzdem weiterhin digitale Mitgliederversammlungen durchführen.
Auch die Sportversicherung NRW hat ihre Bedingungen erneut vereinsfreundlich an den Sportbetrieb unter Coronabedingungen angepasst. Details dazu hat der KreisSportBund Unna e.V. an seine SSV/GSV mit der Bitte um Weiterleitung an die Sportvereine versandt.

 

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