Westfälische Laufveranstalter setzen nun ganz auf das kommende Jahr

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Leichtathletik: Es war nicht allein das digitale Format, das die aktuelle Lauftagung des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) von denen der Vorgänger-Veranstaltungen deutlich unterschied. Vor allem der Informationsaustausch war wesentlich größer als bei den Live-Kontakten in der Vergangenheit.

„Durch die Chat-Leiste konnte jeder etwas sagen und wir konnten sofort darauf eingehen. Aus meiner Sicht war diese Veranstaltungspremiere ein voller Erfolg. Wir haben auch sehr viel Zustimmung von allen Anwesenden erhalten. Man kann natürlich nicht immer solch eine Videokonferenz durchführen, aber wir haben mit diesem Format Zeit und Geld gespart und gleichzeitig die Umwelt geschont, weil die Teilnehmer nicht quer durch Westfalen reisen mussten“, meinte der Vorsitzende der Kommission Allgemeine Leichtathletik im FLVW, Michael Blomeier, zum Abschluss der zweieinhalbstündigen Veranstaltung. Zumindest bei der Terminbörse sollte man seiner Meinung nach solch eine digitale Tagung noch einmal durchführen.

Insgesamt 67 Laufveranstalter aus Westfalen – die aus dem LV Nordrhein waren in diesem Jahr nicht anwesend – waren der Lauftagung in der virtuellen Form zugeschaltet. Die schrittweisen Lockerungen in NRW, die seit heute Gültigkeit haben, können schnell zu dem Rückschluss verleiten, dass das Schlimmste erst einmal überstanden ist, doch die Gefahr ist längst noch nicht gebannt. Der FLVW möchte daher durch zu schnelles Handeln die bisherigen Erfolge im Kampf gegen Corona nicht gefährden. Michael Blomeier machte daher unmissverständlich klar: „Im Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen finden bis zum 31. August keine offiziellen Laufveranstaltungen statt und wir werden auch keine genehmigen. Alles, was nach dem 31. August kommt, ist Kaffeesatzleserei. Danach müssen wir aufgrund der aktuellen Vorgaben die Situation neu bewerten, denn es geht um den Gesundheitsschutz der Athletinnen und Athleten sowie aller anderen Beteiligten.“

170 Läufe bereits für 2021 eingetragen

Die Corona-Krise hat den Elan der Laufveranstalter nicht gebrochen. Auch die Angst vor einer zweiten Welle hat kaum einen Einfluss auf ihre Planungen für das kommende Jahr. Derzeit sind 170 Veranstaltungen für 2021 eingetragen. Für 2020 waren es 269. Es werden daher für das kommende Jahr sicherlich noch einige Läufe hinzukommen. „Einige Veranstalter können so früh noch keinen Termin benennen. Sie melden sich später bei uns und nehmen dabei den fehlenden Terminschutz in Kauf“, erläuterte Neele Holzhausen von der FLVW-Geschäftsstelle. Michael Blomeier zeigte sich optimistisch: „Unsere Zahlen sind in der Vergangenheit immer konstant geblieben. Daher gehe ich davon aus, dass wir 2021 wieder auf 300 Läufe in Westfalen kommen werden.“

FLVW-Laufwart Klaus-Peter Münzer konnte den anwesenden Laufveranstaltern einige interessante Zahlen präsentieren. So fanden im vergangenen Jahr in Westfalen 282 Laufveranstaltungen mit 162.021 Finisherinnen und Finishern statt. Zählt man die Daten aus dem LV Nordrhein noch hinzu, dann ist NRW wie in den Vorjahren wieder das lauffreudigste Bundesland in Deutschland. Erfreulich ist zudem, dass 53 Prozent aller Läuferinnen und Läufer 2019 jünger als 30 Jahre waren. „Hier macht sich offensichtlich bemerkbar, dass sich immer mehr Schülerinnen und Schüler an unseren Veranstaltungen beteiligen“, betonte Münzer.

Dass dem Laufspaß im FLVW keine Grenzen gesetzt sind, beweist auch die Zahl von mehr als 400 Lauftreffs, die der westfälische Lauftreffwart Mathias Schwenke präsentieren konnte. Klaus-Peter Münzer machte darauf aufmerksam, dass im Freizeit- und Breitensport weiter die Corona-Schutzverordnung, die ab heute in einer neuen Fassung vorliegt, zu beachten ist. Dabei wird den Vereinen eine große Verantwortung übertragen. Neu ist, dass zehn Personen in geschlossenen Räumen und 30 Personen an Veranstaltungen (Kontaktsport) im Freien teilnehmen können.

Neele Holzhausen berichtete, dass sich die Kommission Allgemeine Leichtathletik neben der Absage von Läufen in den vergangenen Wochen viel mit Gesundheitssport beschäftigt hat. Zusammen mit der Gesundheitsbeauftragten der Kommission, Claudia Levenig, setzt der FLVW auf die beiden DLV-Schulungen „Laufend unterwegs“ und „Ausdauer auf Dauer“. Dabei können die Vereine mit zertifizierten Trainern diese Kurse anbieten. Diese Angebote können für die Vereine ein Feld sein, um zusätzliche Einnahmen zu generieren. Am 31. Oktober findet dazu eine Schulung im SportCentrum Kaiserau statt.

Neele Holzhausen teilte den Anwesenden mit, dass sich die virtuellen Läufe in Westfalen in den vergangenen Wochen als Alternativ-Angebote zu den abgesagten Veranstaltungen einer recht großen Beliebtheit erfreuten. Sie schlug vor, dieses Format, auch wenn Corona vorbei ist, beizubehalten. So eignen sich ihrer Meinung nach die virtuellen Läufe gut als Werbemaßnahmen für reale Veranstaltungen.

Sehr großen Anklang fanden auch die Online-Fortbildungen für Trainerinnen und Trainer (Webinare 2020), die in den kommenden Wochen noch fortgesetzt werden. Ein Highlight wird sicherlich am 24. Juni das Thema „Hürden im Grundlagentraining“ bilden, bei dem sich Hürden-As Pamela Dutkiewicz mit einem Gastbeitrag angekündigt hat.

2021 ist eine neue Laufserie geplant

Zusammen mit der FLVW Marketing GmbH plant der FLVW im kommenden Jahr eine Laufserie durchzuführen, zu der fünf bis acht Veranstaltungen, die von den Vertragspartnern des FLVW unterstützt werden, zählen. Die Läufe sollen eine Größenordnung von 250 bis 1.000 Finishern haben. Bei den Veranstaltungen soll die neue Race Result Anlage zum Einsatz kommen. Zudem wird ein Getränkepartner für die Getränkeversorgung im Zielbereich sorgen und es soll ein Zielbanner für jede Veranstaltung geben.

Es können auch bestehende Läufe für die Serie berücksichtigt werden. Interessenten können sich bei Neele Holzhausen (neele.holzhausen(at)flvw.de) bis zum 31. August 2020 melden.

Bildzeile: Immer mehr Schüler nehmen an den Läufen in Westfalen teil / Foto FLVW

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