Wechselbad der Gefühle bei Deutschen Leichtathletik Hallenmeisterschaften für TV Unnas Seniorinnen – Staffel und Schulte holen Bronze

196

Leichtathletik: Zu den nationalen Titelkämpfen der Senioren-Leichtathleten in Erfurt waren in dieser Hallensaison wieder über 1.100 Sportler aus der ganzen Republik gemeldet. Wie hoch das Niveau der Leistungen bis in hohe Altersklassen reicht, zeigte unter anderem der Europarekord über 800m von Herbert Müller (LAV Bayer-Uerdingen/Dormagen) in der M90. Der in Erfurt geehrte „Senioren-Leichtathlet des Jahres“ kam mit 4:13 Minuten ins Ziel. Auch am emotionalen Schlusspunkt der Meisterschaften war er beteiligt: Als Müller mit der National-Staffel der M85 für einen neuen Weltrekord über 4x200m sorgte, tobten die Zuschauer in der Halle.

Auch fünf Athletinnen des TV Unna hatten sich für zahlreiche Disziplinen qualifiziert und waren dieses Jahr wieder dabei. Wenn auch nicht auf Rekordkurs, so ist die intensive Atmosphäre der Deutschen Meisterschaften ein besonderes Erlebnis und guter Rahmen für optimale Leistungen.

Dass es damit nicht immer klappt, gehört zum Sport dazu. So wurde auch dieser Wettkampf wie schon die NRW-Meisterschaften im Januar zu einer Berg- und Talfahrt. Zunächst startete Claudia Schulte (W50) gut in den Wettbewerb mit dem 60m Kurzsprint. Am Ende der Vorläufe fehlten ihr nur acht Hundertstel für einen Platz im Finale. „Die habe ich am Start liegen gelassen und auf den ersten Metern“, erklärt sie.

Kurz darauf bahnte sich beim Weitsprung der W55 ein Wechselbad der Gefühle an. Maria Wolff jubelte über ihre Leistung, die deutlich besser als in den letzten Jahren war und mit der sie einen guten sechsten Platz belegte. Derweil verletzte sich Ute Fischer gleich beim ersten Sprung, musste von da an den Wettbewerben zusehen und fiel auch für die Staffel aus. Mit Schrecken und Bedauern verfolgten die Teamkolleginnen die Ereignisse.

Den nächsten Grund zur Freude lieferte das Speerwerfen der W50 draußen im Stadion. Bei guten Witterungsbedingungen zeigte Claudia Schulte mit einer beeindruckenden Wurfserie, dass sie sich an das neue Gewicht des 500g-Speers und seine Flugeigenschaften gut herangearbeitet hatte. Mit dem letzten Wurf auf 29,32m war ihr die Bronzemedaille nicht mehr zu nehmen. „Jetzt habe ich das Gefühl, die 30m sind drin.“, verrät sie ihre nächsten Ziele.

Auf der Rundbahn in der Halle saßen inzwischen die 200m-Läuferinnen in den Startblöcken. Hier zeigte sich Dagmar Lütge (W50) in Bestform. „Ich bin überglücklich über die unerwartet gute Zeit“, kommentierte sie die 31,74 Sekunden, mit denen sie sich von Meldeplatz 14 auf Urkundenrang 8 vorgekämpft hat. Tanja Tejero-Jurksas (W50) und Maria Wolff nahmen die Läufe als Test für die Staffel am Folgetag, nachdem sie erst verletzt, dann krank um ihren Einsatz bei der DM im Vorfeld gebangt hatten.

Im Hochsprung verfehlte Maria Wolff um einen Hauch die Silbermedaille, als sie doch noch an 1,27m scheiterte. Die übersprungenen 1,24m brachten ihr den vierten Platz ein. Wenige Meter entfernt versuchten sich am Ende des Tages noch Schulte und Tejero-Jurksas im Weitsprung. Nach zwei ungültigen Versuchen reichte Tejero-Jurksas Sicherheitssprung nicht für die eigentlich sitzenden 4m. Schulte zeigte sich zufrieden über die 4 vor dem Komma, die aber nicht für den Endkampf in einem starken Teilnehmerinnenfeld von 15 Starterinnen reichten.

Mit dem Kugelstoßen begann der nächste Wettkampftag für Maria Wolff. Hier konnte sie sich pushen, um nah an die Leistung des Vorjahres heranzustoßen und mit 9,47m einen guten sechsten Platz zu belegen.

Den Abschluss der Meisterschaften bilden die Staffelwettbewerbe über 4x200m. Diesen Höhepunkt wollten die TVUlerinnen nicht verpasssen und wagten trotz krankheitsbedingtem Trainingsrückstand den Start auch ohne Ute Fischer. Das Rennen lief von Anfang an flüssig und selbstbewusster als in den Einzelläufen am Tag zuvor. Vor allem Startläuferin Tejero-Jurksas und Schlussläuferin Wolff konnten mit gestärktem Selbstvertrauen die Runden angehen. Dazwischen sorgten gewohnt souverän Claudia Schulte und verlässlich stark Dagmar Lütge für das Halten der Stellung. Doch an die siegreiche Staffel aus Paderborn und das stark besetzte Team aus Neukieritzsch war kein Herankommen. So wurde es am Ende die Bronzemedaille und löste im Team Euphorie aus, mit der nun die nächsten Ziele wie die Langstaffel-DM oder auch die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften angegangen werden.

Bild: Die fünf Teamkameradinnen (von unten nach oben) Tanja Tejero-Jurksas, Claudia Schulte, Maria Wolff, Dagmar Lütge und Ute Fischer.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.