Unverletzt beim Boston-Marathon – 20 Minuten vor der Bombe im Ziel

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Leichtathletik: Der Boston-Marathon ist für viele Läufer/innen ein Traumziel. Auch Gérard van den Elzen von den Laufsportfreunden-Unna-2000 wollte sich diesen Traum erfüllen und einen ganz besonderen Moment erleben.

Er hatte bereits die Ziellinie überquert und war mit seiner Frau auf dem Weg ins Hotel, als sie etwa einen Block vom Ziel entfernt die Explosionen hörten. „Hey, komisch, was machen die? Abrissarbeiten? Feuerwerk?“, dachten beide. Dann rasten innerhalb von einer Minute sehr viele Polizeiwagen mit Sirene und Blaulicht vorbei. „Als dann auch noch die Feuerwehr anrückte, wussten wir, es ist was Ernsthaftes passiert“, berichtet van den Elzen. Im Hotel angekommen, erfuhren sie aus dem Fernsehen, was geschehen war.

„Der Lauf war eigentlich richtig toll, sehr sonnig, fast zu warm“, erzählt van den Elzen, „es ist auch ein irres Gefühl, mit 23.000 Läufern unterwegs zu sein, der Boston-Marathon ist eine riesige Veranstaltung“. Sein Plan war eine Zeit zwischen dreieinhalb und vier Stunden zu laufen. Auf der ersten flachen Hälfte der Strecke lief er schnell. Dann kamen die berühmten Hügel, der Heartbreak-Hill, und er musste das Tempo rausnehmen. Zum Ende des Laufs konnte er jedoch wieder zulegen und erreichte er das Ziel in 3:44:05 Stunden. 20 Minuten vor der Bombe. Seine Frau feuerte ihn im Zielbereich an, sie stand exakt dort, wo später eine der beiden Bomben explodierte. „Glücklicherweise sah sie mich in der Menge Einlaufenden und wir trafen uns später hinter der Ziellinie“, schildert van den Elzen, „aber wie leicht hätten wir uns verpassen können, denn sie wusste ja nicht genau, wann ich einlaufen würde.“

Es sollte ein unvergesslicher Moment werden, aber das hatten sie sich anders vorgestellt. Beide werden nie vergessen, wie knapp sie dem Tod entkommen sind.

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