TVG-Triathleten Jannick Niessner und Daniel Marx beim Ironman Frankfurt erfolgreich

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Triathlon: Am vergangenen Sonntag stand für Jannick Niessner und Daniel Marx vom Hartman Triathlon Team des TVG Kaiserau der sportlich längste Tag des Jahres an. Bei der Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt galt es für das Duo eine Distanz von 3,8km Schwimmen im Langener Waldsee, 185km Radfahren und 42km auf der Laufstrecke zu absolvieren.

Für Daniel Marx aus Unna war es der erste Start über die Triathlon-Langdistanz. Die Begeisterung für den Ausdauersport liegt hier in der Familie, schon der Vater und Großvater durften sich „Ironman“ nennen. Für Jannick Niessner aus Südkamen war es nach seinem Langdistanzdebüt in Roth 2018 der zweite Auftritt auf diesem Streckenformat, nach monatelangem Training lautete das Ziel möglichst deutlich unter der 10 Stundenmarke zu bleiben.

Um 6:40 Uhr fiel der Startschuss für die Teilnehmer, eingepackt in einen Neoprenanzug galt es möglichst schnell die 3,8km im Langener Waldsee zu absolvieren. Die aufgehende Sonne machte es den Athleten jedoch nicht leicht die Markierungsbojen zu erkennen. Trotz Sichtproblemen blieb Niessner nah an der Ideallinie und hatte nach 1:03 Stunden wieder Boden unter den Füßen. Marx schwamm ungewollt einige Extrameter, zeigte aber in der Auftaktdisziplin eine gute Leistung und wechselte nach 1:15 Stunden aufs Rad.

In der zweiten Disziplin ging es für das TVG-Duo zunächst auf direktem Wege in die Frankfurter City und von dort auf einen ca. 85km langen Rundkurs, den es zweimal zu befahren galt. Das wellige Streckenprofil verlangte den Startern einiges ab, insgesamt mussten 1600 Höhenmeter auf den 185km absolviert werden. Nachdem sich das Feld auf den ersten Kilometern sortiert hatte, fand Niessner seinen Rhythmus und spulte mit im Schnitt 36km/h die Kilometer ab. Mit einer Radzeit von 5:03 Stunden rollte Niessner unter der Anfeuerung seiner Familie und Vereinskollegen in der Wechselzone am Main ein und schnürte die Laufschuhe für den abschließenden Marathon.

Für den Debütanten Marx kam es dagegen knüppelhart. Bei einer schnellen Abfahrt erwischte der Unnaer ein Schlagloch und zog sich einen Platten zu. Anders als bei Profi-Radrennen kann beim Ironman nicht auf Hilfe von außen zurückgegriffen werden, somit musste Marx die Panne allein beheben. Nach erfolgter Reparatur schlug das Schicksal auch in der zweiten Runde nochmal zu, wieder musste Marx einen Mechanik-Stopp einlegen. Das große Ziel aber weiter vor Augen und ermutigt durch Familie und Freunde schob der 35-jährige allen Ärger und Frust beiseite und fand zurück ins Rennen, 6:05 Stunden stand nach der zweiten Disziplin auf der Uhr.

In der dritten Disziplin stellten sich den Triathleten vier Laufrunden am Main in den Weg, das Thermometer zeigte mittlerweile über 30 Grad. Niessner legte ein flottes Tempo an den Tag und sammelte einige Athleten ein. Auf den letzten beiden Runden musste der 28-jährige TVG Athlet dann die Geschwindigkeit etwas drosseln, die Hitze und die Renndauer zeigten Wirkung. Niessner blieb jedoch konzentriert und durfte sich unter großem Jubel nach 9:43 Stunden im Ziel am Frankfurter Römer feiern lassen (Marathonzeit: 3:27 Stunden). Auch Marx trotzte den widrigen Bedingungen und warf alles in die Waagschale. Trotz schwindender Kräfte legte er Meter um Meter zurück und hörte nach 11:54 Stunden (Marathonzeit: 4:22 Stunden) die magischen Worte „You are an Ironman“.

Für Niessner ist in den kommenden Tagen nun zittern angesagt. Der sechste Platz in der EM-Altersklassenwertung könnte ihn für einen Startplatz bei der Ironman-WM auf Hawaii berechtigen, aufgrund der derzeitigen Covid-Situation steht aber noch ein Fragezeichen hinter dem Ticket.

Bildzeile: Jannick Niessner (li.) und Daniel Marx vom Hartman Triathlon Team des TVG Kaiserau starteten bei der Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt.

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