SV Frömern kann ein Dutzend A-Junioren in den Kader einbauen – Trainer Thomas Schneider im Interview

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Fußball: SKU traf sich mit Thomas Schneider, Trainer des SV Frömern, auf der Platzanlage an der Brauerstraße. Themen waren die neue Mannschaft, die Kreisliga A, das Saionziel und die Vorbereitung dazu.

Sie gehen das zweite Jahr beim SV Frömern an
Thomas Schneider: Richtig, es ist mein zweites Jahr in Frömern. Ich fühle mich hier wohl. Das Besonders in dem Verein ist der Gemeinschaftssinn, eben Dorfcharakter.  Es macht Spaß. Da ist es mir eigentlich leicht gefallen, noch für ein Jahr zuzusagen.

Können Sie sogleich an das erste Jahr anknüpfen?
Thomas Schneider: Nein, wir sind im Prinzip bei einem Neuaufbau. Wir hatten letztes Jahr einen relativ kleinen Kader. Fünf Abgänge haben wir davon zu verzeichnen. Die tun schon ganz schön weh. Andersherum war es aber auch so, dass die Mannschaft relativ alt war.  Ein Neuaufbau war hier vonnöten. Aus der A-Jugend stehen jetzt viele gute Fußballer zur Verfügung. Vielleicht kam der Weggang der fünf Leute zur richtigen Zeit. Jetzt starten wir den Umbruch.

Sind die Abgänge zu verschmerzen?
Thomas Schneider: Sportlich tun die Abgänge sicherlich weh, auch menschlich. Gerade Kai (Hutmacher) und Dari (Ruzok) waren absolute Führungsspieler und fehlen. Kai hinten als Organisator in der Viererkette. Er hat letzte Saison durchgehend richtig gute gespielt. Dari hatte man zum Saisonbeginn die lange Verletzungspause angemerkt, er kam zum Ende hin immer mehr ins Rollen. Beide tun als Führungsspieler weh. Aber so ein Ende ist auch immer eine Chance für einen Neubeginn. Gerade so Leute wie Thomas Bartling,  Christian Döring oder Alex Heppe sind jetzt am ehesten gefragt, mehr Verantwortung zu übernehmen.

Können die Abgänge mit den A-Junioren kompensiert werden?
Thomas Schneider: Die Jungen müssen verständlicherweise noch lernen. Wir haben 12 dazubekommen. Alle sind von der JSG Langschede/Frömern und einer noch von Bösperde. Sie verstärken in der Breite den Kader. Alle haben aber auch das Potenzial in der Kreisliga A zu spielen. Auffangen können wir damit die Abgänghe. Zu bedenken ist aber auch, dass sich die Youngster noch in wellenförmigen Bewegungen entwickeln, auch schon mal in Leistungsloch fallen. Wir versuchen das aufzufangen mit der Breite des Kaders. Es fallen ja nicht gleich alle in ein Loch.

Bildzeile: Das Trainer-Trio beim SV Frömern (v.li.) Dirk Homann, Thomas Schneider und Patrick Musiol.

Wie bewerten Sie das Leistungsvermögen der Mannschaft?
Thomas Schneider: Wir sind quantitativ auf alle Fälle stärker geworden. Das sorgt aber auch dafür, dass die Trainingsqualität besser geworden ist. Im Schnitt sind wir im Training immer bei 20 Mann. Da bieten sich dann auch viele Möglichkeiten im Training an. Auch mit dem erweiterten Trainerstab mit Dirk Homann und Patrick Musiol. Wir können in Gruppen, mehr individuell arbeiten. Heute ist es die 11. Einheit.  So kann man im taktischen Bereich schon viel mehr tun. Das macht sich schon deutlich bemerkbar. Natürlich brauchen die Spieler noch eine gewisse Zeit um dahinzukommen, wo ein Kai oder Dari waren oder auch Martello.  Aber wir haben ja nicht Ziele wie Oberaden und auch andere Vereine und auch nicht die Mittel. Man muss dann aus den Gegebenheiten vor Ort, die man hat, das Beste daraus machen. Ich habe das viele Jahre in Rhynern gemacht, junge Leute  an den Seniorenbereich herangeführt. Die gleiche Aufgabe hatte ich in den drei Jahren in Wickede. Ich glaube, dass wir das auch hier in Frömern hinbekommen. Mit Sicherheit wird das keine einfache Saison, aber bis auf die oberen Drei oder Vier der Liga brauchen wir keinen anderen zu fürchten.

Welche Saisonziel geben Sie für den SV Frömern aus?
Thomas Schneider: Ich möchte natürlich so früh wie möglich im gesicherten Mittelfeld sein. Wenn man mit so einer jungen Truppe dann mal jeden Punkt braucht, dann könnte es eng werden. Wohlgemerkt von der Nervenstärke her. Aber letztlich glaube ich schon, dass wir mit den meisten Mannschaften auf Augenhöhe sein werden. Man darf ja nicht vergessen, wir haben ja immer noch elf erfahrene Spieler dabei, die auch schon über Jahre kicken und jede Menge Qualität mitbringen. Wir können einen einstelligen Tabellenplatz erreichen.

Wie bewerten Sie die Liga?
Thomas Schneider: Für mich stellt sich die Kreisliga A recht kurios dar mit einigen 2. Mannschaften. Undankbar, denn man kann die ja nicht richtig einschätzen, wenn das mal richtig eng werden sollte. Wir haben das in der letzten Saison beim VfL Kamen II in der Rückrunde gesehen. Die konnten mit der Ersten auch mal durchtauschen und variieren. Auch jetzt hat der VfL wieder eine Vielzahl von Neuzugängen für die 1. Mannschaft zu verzeichnen. Aufgrund des großen Kaders kann dann ja immer mal wieder einer reinrotieren in die Zweite. Da kann man beileibe nicht sagen, das ist ja eine 2. Mannschaft, die können wir hinter uns lassen.

Ist die Liga stärker geworden?
Thomas Schneider: Ich glaube, dass die Liga nicht stärker geworden ist. In der Spitze ist sie nicht mehr so kompakt. Im letzten Jahre hatten wir mit Königsborn, TSC Kamen und Oberaden wirklich drei richtig gute Mannschaften. Hinzu kam der VfL immer so punktuell mit Schwankungen. Dem Kamener SC fehlte die Konstanz. Aktuell hat man mit Sicherheit Oberaden als die Mannschaft mit dem besten Kader auf dem Schirm. Ich kann mir aber auch Mannschaften wie den Kamener SC, FC Overberge und auch RW Unna oben vorstellen. RWU hat eine gesunde Mischung aus Routiniers und jungen Talenten. Deren Kader ist ja so zusammengeblieben und nur ergänzt worden. Das sind so meine vier Kandidaten für oben. Dahinter ist alles ausgeglichen. Also, stärker insgesamt ist die Liga nicht geworden. Es fehlen drei richtig gute Teams des Vorjahres. VfL I ist rübergewechselt, KSV und TSC sind bekanntlich aufgestiegen.

Wie lange ist die Mannschaft schon im Training?
Thomas Schneider: Nach dem Ende des Lockdowns sind wir mit einmal die Woche angefangen. Als es dann offen war, haben wir auf zwei Mal gesteigert. Das wollten die Jungs auch. Heute haben wir offiziell  die 11. Trainingseinheit absolviert.

Und wie ist der Trainingsaufbau gestaltet?
Thomas Schneider: Wir arbeiten jetzt im Grundlagenbereich. Vorrang hat aber immer der Ball. Die Jungs mussten in der Coronapause Hausaufgaben machen. Die sind genug gelaufen. Man hat auch bei den ersten Einheiten den Unterschied gesehen zwischen den Spielern, die ihre Hausaufgaben gemacht haben und den A-Jugendlichen, die keine Hausaufgaben gemacht haben im konditionellen Bereich. Ja, wir legen Grundlagen, aber es werden aber auch auch immer wieder taktische Dinge eingebaut. Ganz viel Spielformen.  Der Ball ist immer mit dabei. Wir sind keine Leichtathleten und keine Marathonläufer. Das Schlimmste für den Fußballer ist, wenn er stupide durch die Gegend laufen muss. Das bringt ja auch nicht so viel. Der Fußball besteht bekanntlich zuvorderst aus Sprint, Pause, Sprint. Nicht aus 30 Minuten Dauerlauf.

Zur Vorbereitung gehören auch Testspiele. Was ist geplant?
Thomas Schneider: Zum Auftakt letzten Sonntag haben wir gegen Bezirksligist Freienohl 0:5 verloren, zwei Elfer kassiert. Da haben wir aber auch gegen eine eingespielte Truppe gespielt. Bei uns fehlte noch so ein bisschen die Abstimmung. Nach 5 Monaten Pause war es das erste Spiel. Eine Eingewöhnungsphase ist vonnöten. Dienstag  gegen Sönnern war das schon deutlich besser. Da haben wir über weite Strecken auf Augenhöhe agiert. Ich fand, wir waren sogar spielerisch einen Tick stärker. Wichtig ist, dass wir in die Defensive eine Stabilität reinkriegen. Dann kümmern wir uns anschließend um das, was das Toreschießen anbetrifft.

Haben Sie schon so eine Art Wunschelf im Kopf?
Thomas Schneider: Die würde ich nie haben wollen. Es wäre ein großer Fehler, den der Trainer machen würde. Letztes Jahr haben wir nicht einmal mit einer Elf gespielt, so wie ich mir vorgestellt hatte. Gerade in unserem Amateurbereich stehen viele Hemmnisse entgegen wie durch Urlaub, Arbeit, Familie, Krankheit, Verletzungen. Da passt es dann sowieso nie. Nein, ich bin offen. Jeder hat die Chance sich anzubieten. Keiner von den elf Alten ist gesetzt. Genauso ist keiner von den jungen Leuten draußen. Wer gut trainiert, kann sich auch anbieten. Mit dem Pokalspiel haben wir neun Spiele vor der Brust. In den neun Spielen kann sich jeder zeigen. Wenn da nicht die Problematik mit den Wechseln wäre. Es ist sehr schwer für einen Trainer, die Vorgaben umzusetzen. Gerade bei unserem großen Kader könnte man ja auch sagen, zehn eine Halbzeit, zehn die andere. Nur vier zu wechseln ist extrem schwer.

Am 6. September soll die Meisterschaft beginnen. Gibt das Planungssicherheit?
Thomas Schneider:  Ja, auf jeden Fall. Das erste September-Wochende war kurioserweise mein Zieldatum, als ich angefangen habe zu planen. Wir werden am letzten August-Wochenende ein Trainingslager bestreiten. Das werden wir hier vor Ort machen mit dem Abschluss des Kreispokalspiels. Die Truppe wollen wir noch einmal über zwei, drei Tage zusammen haben. Da werden noch ein paar taktische Feinheiten erarbeitet und praktiziert. Dann kann es losgehen.  Dann sollten 15, 16 Spieler der Mannschaft in einer Topverfassung sein.

Herr Schneider, Danke für das Gespräch.

Bildzeile: Die Neuen des SV Frömern: Janis Wilke, Simon Sommer, Paul Homann, Felix Goliasch, Jan Westphal, Sven Wortmann, Alex Höttler, Jonas Altmann, Fabio Walter, Samuel Ribeiro Peixoto, Maurice Hardt, Linus Röber, Yannis Neuhaus und Arne Dornemann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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