SuS Kaiserau schreibt offenen Brief an Landesregierung – Jugend soll sich wieder sportlich betätigen dürfen

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Fußball: Beim SuS Kaiserau sorgt man sich angesichts der anhaltenden Pandemie um seine rund 300 Jugendspieler, die sich derzeit nicht sportlich betätigen können. Kein Training, keine Spiele, fehlender Kontakt zu den Mannschaftsspielern. Die Folge: Mangelnde Bewegung, Übergewicht droht. Zudem die Befürchtung, dass teilweise Jugendliche ganz mit dem Sport aufhören und der Playstation den Vorzug geben. Der Verein sieht sich in einer sozialen Verantwortung seinen Jugendspielern gegenüber, will dem gerecht werden.

Dabei geht es dem SuS Kaiserau nicht so sehr um den derzeit ausgesetzten Pflichtspielbetrieb, sondern vielmehr um den Trainingsbetrieb. Der Vorstand schrieb einen offenen Brief an die Stadt Kamen, den Landrat im Kreis Unna und die Landesregierung NRW mit der Bitte, den Jugendlichen durch kontaktloses Training eine Chance geben, sich wieder sportlich zu betätigen.

Bildzeile: Der SuS-Vorstand um Ecki Stender wendet sich mit einem offenen Brief an Stadt, Kreis und Land mit der Bitte, Jugendspielern wieder Trainingsmöglichkeiten zu verschaffen.

Der Vorstand schreibt: Wir sind seit Monaten, wie viele andere Sportvereine auch, als regionaler Fußballverein in Kamen massiv gefordert, alle Hygienemaßnahmen vollumfänglich umsetzen. Wir haben alles versucht, die Ausbreitung des Corona Virus auf unserer Sportanlage zu verhindern. Das ist uns bisher auch sehr gut gelungen. Unsere Mitglieder haben uns hier allesamt unterstützt. Wir stehen voll und ganz hinter allen Maßnahmen, die dem Gesundheitsschutz von uns allen dienen.
Es lohnt allerdings einen differenzierter Blick auf die weitere Ausübung des Fußballsports zu werfen. Hier insbesondere auf unsere Jugendlichen. Mit mehr als 300 Jugendlichen haben wir eine starke soziale Verantwortung. Dieser wollen wir als SuS Kaiserau hier in Kamen immer gerecht werden.

Jugendlichen wieder kontaktloses Training ermöglichen 

Unsere 46 Jugendtrainer und wir beobachten mit großer Sorge, dass sich unsere Spieler nun sportlich nicht betätigen können. Etliche unserer Jugendspieler leben mit ihren Familien in Mehrfamilienhäusern und können dort nicht so frei und aktiv sein, wie Kinder und Jugendliche mit einem Garten oder einem Bolzplatz in der Nähe. Konkret geht es uns darum, dass wir unseren Jugendlichen wieder kontaktloses Training ermöglichen wollen. Einige Landesregierungen wie Mecklenburg-Vorpommern lassen das nun auch wieder zu.

Natürlich geht es auch um Freiwilligkeit, Eltern mit Sorgen rund um den Trainingsbetrieb verstehen wir selbstverständlich. Die Teilnahme am Training erfolgt immer freiwillig. Der SuS Kaiserau möchte seinen Jugendspielern die Chance geben, sich sportlich zu betätigen. Unsere Übungsleiter sind so versiert, dass auch ein Training ohne Elternteilnahme am Rand möglich ist. Bei jedem Training wird der Infektionsschutz immer angewandt. Die Kabinen würden wir auch weiterhin geschlossen halten.
Es geht uns heute nicht um den ausgesetzten Pflichtspielbetrieb, wo unsere Spieler teilweise gemeinsam im Auto sitzen und zu Auswärtsspielen fahren. Das ist bei den Infektionszahlen sicher kritisch zu sehen. Es geht um ein zweimal oder dreimal wöchentliches Training auf unserer Sportanlage. Nach dem 1. Lockdown hatten wir leider einige Spieler mit Übergewicht zu verzeichnen. Hier fehlt es deutlich an Bewegung, teilweise sicher auch durch schwierige häusliche Rahmenbedingungen. Natürlich spielt auch die fehlende Nähe zu den Teamkameraden eine hohe Rolle.
Das teilweise Jugendliche ganz mit dem Sport aufhören, ist ein weiterer bedeutender Faktor. Wenn die Play Station eher zieht, ist es schon sehr bedenklich.

Wir bitten als SuS Kaiserau darum, dass in den Entscheidungsgremien diese Punkte überdacht werden.

Bildzeile: SuS Kaiserau möchte seinen Jugendlichen durch kontaktloses Training – wie hier praktiziert – eine Chance geben, sich wieder sportlich zu betätigen.

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