Sportministerin Christina Kampmann: „Wichtig, sich ein Bild vor Ort zu machen“

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Allgemein: Sie haben sich viele Notizen gemacht. Christina Kampmann, Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen. Ebenso die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Rüdiger Weiß und Hartmut Ganzke. Sie hatten ihre Parteikollegin zum Sport-Dialog in den Bergkamener Treffpunkt eingeladen – und viele Vertreter heimischer Sportvereine waren gekommen. Sie stellten Fragen, zeigten Probleme auf und nahmen einiges für den Sport-Alltag wieder mit in ihre Vereine. Mit am Tisch auch Klaus Stindt, Vorsitzender Kreissportbund Unna, und Ulrich Seliger, Leiter  SportServiceUnna.

Gemeinsam diskutieren alle Gäste über die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen im Bereich der Sportvereine Nordrhein-Westfalens. Christina Kampmann stellte vor allem den Sport als „Vorbildfunktion und verbindende Kraft in unserer Gesellschaft“ heraus und bekannte, dass ihr Ministerium fest an der Seite der Vereine stehe. Deren Vertreter im Treffpunkt horchten auf, als die SPD-Politikerin dem Sport zufließende Mittel bekannt gab. Damit der Sportbetrieb vor Ort funktioniere, werde die Landesregierung beispielsweise die Übungsleiterpauschale von 5,7 Mililionen auf 7.5 Millionen Euro erhöhen.  Kampmann: „Erstmals nach 21 Jahren steigt die Übungsleiterpauschale damit und soll möglichst nach 2017 weiter nach oben gehen.“ Den Einwand eines Clubvertreteters, dass man damit keine Trainer und Übungsleiter adäquat bezahlen könne, musste sie zur Kenntnis nehmen.

Als Sportpauschale will ihr Ministerium  50 Millionen Euro zur Förderung des allgemeinen Sportstättenbaubedarfs in den Gemeinden einsetzen. Allein in den letzten acht Jahren wären hier 1,2 Milliarden Mittel geflossen. Christina Kampmann sprach das Modellvorhaben der Landesregierung an „Kein Kind zurücklassen!“  Hier sollen Weichen für eine bessere Bildungs- und Vorbeugungsarbeit gestellt werden.  Im Mittelpunkt steht der Auf- und Ausbau von kommunalen Präventionsketten – von der Geburt bis zum Eintritt in das Berufsleben. Hier kann der Sport  einen wichtigen Beitrag zur positiven Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen leisten und den Weg zu einem selbstbestimmten und unabhängigen, zu einem verantwortungsbewussten und genussvollen Leben ohne Suchtmittelmissbrauch unterstützen.

Unterstützung erfährt der LandesSportBund  durch die Landesregierung bei  der Kampagne „„Das habe ich beim Sport gelernt“. “Hier findet im Sport mit seinen flächendeckend vorhandenen Vereinen täglich Bildung für sämtliche Altersklassen statt. So wird in jeder Trainingseinheit, jeder Übungsstunde und bei allen Wettkämpfen wertvolle Bildungsarbeit geleistet. Dieser untrennbaren Verbindung will der LSB NRW mit der groß angelegten Kampagne und der  klaren Botschaft „Das habe ich beim Sport gelernt“ die gebührende Anerkennung verschaffen.

Ganztagsunterrichtet bereitet den Sportvereinen Probleme

Die Ministerin erwähnte auch die Bewegungskindergärten, mittlerweile 777 anerkannte im Land NRW, auf die die Vereine zugehen sollen. Zu einem Problem habe sich ihrer Meinung nach der Sport im Rahmen der Ganztagsunterrichts entwickelt. Das wurde von den Vereinsvertretern auch unterstrichen. Tenor: Kinder haben nach der Schule nach 16 Uhr oftmals keine Lust mehr zum Vereinssport. Hierzu machte Erhard Münstermann, Vorsitzender der Schwimmfreunde Unna, den Vorschlag, den Sportunterricht in die Kompetenz der Vereine zu verlagern. „In den Vereinen können Talente mit fachkompetenten Trainern besser gefördert werden als in der Schule“, sein Standpunkt.

Vorsitzender Klaus Stindt bot von seinem KSB – Schwerpunkte Vereinsservice, Qualifizierung und Netzwerkpartnerschaft – den  Vereinen Hilfestellung an, wenn es beispielsweise darum geht, durchaus vorhandene Fördermittel zu beanspruchen. Hier kam aber auch sofort von den Clubvertretern der Einwand, auch an die Adresse der Ministerin, dass man Formulare verständlicher und einfacher gestalten solle.

Zwei Stunden währte der Sport-Dialog im vollbesetzten Treffpunkt. Wie gesagt, die Politiker machten sich viele Notizen. Rüdiger Weiß versprach, viele der gemachten Anregungen aufzunehmen und sie versuchen umzusetzen. Er räumte aber auch ein, dass „es etwas länger dauern kann.“ NRW-Ministerin Christina Kampmann zeigte sich angetan von der Diksussion. „Es war wichtig“, sagte sie, „sich ein Bild vor Ort zu machen und mit den Vereinen zu sprechen.“ Rüdiger Weiß wie auch Hartmut Ganzke stellten eine Wiederholung eines solchen Sport-Dialogs in Aussicht, wenn es gewünscht wird.

Bild: Diskussionspartner für die Sportvereine beim Sport-Dialog im Bergkamener Treffpunkt – (v.li.) Hartmut Ganzke, Ulrich Seliger, Christina Kampmann, Klaus Stindt und Rüdiger Weiß.

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