Sportliche und logistische „Alarmstufe Rot“ im Montanhydraulik-Stadion

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Fußball-Oberliga: Holzwickeder SC – SG Wattenscheid 09 (Sonntag, 15 Uhr, Montanhydraulik-Stadion, Jahnstraße 7, Holzwickede). Es ist kein „normaler“ Spieltag für den HSC an diesem Sonntag. Bereits seit Tagen laufen sowohl auf dem Trainingsplatz als auch hinter den Kulissen die Vorbereitungen für das Top-Spiel der Oberliga Westfalen zwischen dem HSC und dem verlustpunktfreien Ex-Bundesligisten und Spitzenreiter SG Wattenscheid. Die Vorfreude in Holzwickede ist dabei mindestens ebenso riesig wie der enorme sportliche und organisatorische Aufwand, der für Sonntag betrieben werden wird und muss.

Aufstiegsfavorit kommt mit breiter Brust

Die Euphorie bei den Schwarz-Weißen aus Wattenscheid ist mindestens ebenso groß wie der Aufstiegswunsch nach vielen Jahren der sportlichen Magerkost, Insolvenz und sogar der zwischenzeitlichen Gefahr, ganz von der sportlichen Bildfläche zu verschwinden. Zur ruhmreichen Geschichte der SGW: Von 1991 bis 1994 waren die Bochumer Vorstädter Bundesligist und schlugen in der heimischen Lohrheide den FC Bayern München einmal mit 3:2 und vermasselten dem FCB damit die Meisterschaft.
Für diese neue Spielzeit 2021/22 hat der Club bislang 415 Dauerkarten verkauft – Rekord für die Liga. Gleich fünf Spieler aus dem ehemaligen Regionalliga-Kader sind wieder bei ihrem Heimatverein: Emre Yesilova (BSV Rehden) auf der Außenposition sowie Norman Jakubowski, Nils Hönicke, Umut Yildiz und Berkan Canbulut. Dazu kommt mit Außenverteidiger Nico Walsh ein großes Talent, der zuletzt in Arizona und davor beim griechischen Zweitligisten FC Iraklis Thessaloniki gespielt hatte. Trainer Christian Britscho, früher RW Ahlen und von Beruf Polizeibeamter, kann personell nahezu aus dem Vollen schöpfen und reist mit seiner Mannschaft nach Siegen gegen Meinerzhagen (3:2), Herne (3:1) und zuletzt zuhause vor über 900 Zuschauern gegen Rhynern (3:2).

Vorsicht vor „Wirbelwind“ Umut Yildiz und vor Standards der SGW-Routiniers

Coach Christian Britscho wird nach Videoanalysen sicherlich nicht verborgen geblieben sein, wo es beim HSC zuletzt hakte. Einen superschnellen und technisch versierten Spieler wie Umut Yildiz gilt es zu stoppen – was gegen einen ähnlichen Spielertypen im Schermbeck-Spiel nicht immer gelang. Dazu kommen Standards bei der SGW, die als kurze Ecken oder auch in den Strafraum geschlagen für viel Gefahr sorgen. So entstand auch der Siegtreffer gegen Rhynern in der letzten Minute durch Felix Casalino, der nach einer kurzen Ecke angespielt wurde, in den Strafraum zog und in die lange Ecke einschoss. Casalino ist übrigens mit zwei Treffern aktuell der beste SGW-Goalgetter bei insgesamt 9:5 Toren.

Ex-Wattenscheider Leon Gensicke bester HSC-Torschütze

Der bislang erfolgreichste Torschütze beim HSC ist mit Leon Gensicke ein Kicker mit Wattenscheider Vergangenheit. Er netzte dreimal ein – zuletzt zweimal gegen Schermbeck. Gensicke brennt naturgemäß auf das Match gegen seine Ex-Kollegen.

Beim HSC ist personelles Puzzeln angesagt

HSC-Trainer Marc Woller muss auf zwei ganz wichtige Spieler verzichten. Stürmer Philipp Gödde (Muskelfaserriss) und Abwehrchef Nils Hoppe (Schulterverletzung) stehen nicht zur Verfügung und fallen noch mindestens zwei Wochen aus. Da kommt es gerade richtig, dass sich der Lippstädter Neuzugang Jonathan Kyeremateng immer besser ins HSC-Spiel einfindet und die Defensive stärkt.

HSC-Statistik – erst ein Punkt und ein Tor als HSC gegen damalige SGW-Reserve

Fast zweieinhalb Jahrzehnte hat Holzwickede nicht mehr gegen Wattenscheid gespielt. In den 90er Jahren gab es diese Begegnungen – und dann auch „nur“ gegen die Reserve der SGW. Und da sieht es denkbar schlecht für die damalige Spielvereinigung Holzwickede und heutigen HSC aus. 93/94 siegte die SGW mit 7 : 0, 93/94 gab es im Montanhydraulik-Stadion ein 1:1, 96/97 ein 0:1 aus Sicht des HSV und 96/97 im Rückspiel ein 0:6 aus Holzwickeder Perspektive. Unter dem Strich also nur eine Ausbeute von einem Punkt und ein Tor für den heutigen HSC – das soll sich am besten Sonntag gleich deutlich verbessern.

Wichtige Infos für Zuschauer am Sonntag

Der HSC erwartet rund 200 bis 400 Gästefans der SGW. Dazu wird eigens ein Gästebereich auf der Gegenseite errichtet. Zugang zum Gästeblock haben nur Fans der SGW, über den Hintereingang (Montanhydraulikstraße). Neutrale- und HSC-Zuschauer kommen über den Haupteingang ins Stadion. In Schlangen vor Kassen und Imbissständen ist ein Mundschutz zu tragen sowie auch auf Toiletten. Es wird ein externer Sicherheitsdienstleister bei diesem Spiel eingesetzt. An beiden Eingängen finden Taschenkontrollen statt. Das Parken von PKW ist nur auf ausgewiesenen Parkflächen erlaubt. Das Ordnungsamt wird am Sonntag wie immer bei solchen Spielen massive Kontrollen durchführen. Für Besucher der Sponsoren-Lounge gilt die Corona 3G-Regelung, ebenfalls für Sportler in den Kabinen.

DFB-Schiedsrichterin Nadine Westerhoff leitet Spiel

Die eingesetzte Unparteiische könnte eine Fahrgemeinschaft mit dem Gast aus Wattenscheid bilden. Wohnhaft in Bochum pfeift die 38-jährige Reiseverkehrskauffrau für den DSC Wanne-Eickel. Bereits seit 2014 pfeift sie Spiele in der Frauen-Bundesliga und bei den Herren seit 2012 bis zur Oberliga und seit 2016 bis zur Regionalliga. Neben ihrer aktiven Tätigkeit engagiert sich die Unparteiische für die Schiedsrichtervereinigung Herne auch ehrenamtlich als Beisitzerin im Kreisschiedsrichterausschuss. Sie ist unter anderem für die Koordination der Frauenförderung zuständig.

Für die Fans: „Richtig angezogen“ ist halb gewonnen

Jetzt können HSC-Fans auch mit Trikots Farbe bekennen. Ab sofort können die Spieler-Trikots entweder in Blau oder Grün erworben werden. Das Kurzarm kostet 20 Euro, Langarm 24 Euro. Dazu kommen Kosten für eine Beflockung mit Namen (4 Euro), Sponsorenlogo (5 Euro) und Rückentext (4 Euro). Die Trikots stehen von S bis 2XL zur Verfügung. Sie können im Fanshop im Montanhydraulik-Stadion erworben werden. Dazu sind nun auch Saison-Spielpläne und das neue Vereinsmagazin erhältlich. Ferner gibt es auch einen neuen HSC-Plastikbecher.

Bildzeile: Eng zusammenrücken müssen die HSC-Spieler beim Match am Sonntag zuhause gegen den Ex-Bundesligisten SG Wattenscheid. Die Gegenseite des Stadions (siehe Foto) wird am Sonntag den Wattenscheider Fans vorbehalten werden. Dort wird es auch einen Getränke- und Würstchenstand geben.

 

 

 

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