Spielabbruch wird jetzt am „grünen Tisch“ bewertet und entschieden – fragwürdiges Verhalten von Hohenlimburg

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Handball: Die verhängnisvolle 49 Minute in der Unnaer Hellwegsporthalle hallt immer noch nach und wird es wohl auch noch einige Zeit tun. Wie berichtet wurde das Handballspiel in der Frauen-Verbandsliga zwischen dem Königsborner SV II und HSG Hohenlimburg am Samstag in just dieser 49. Minute abgebrochen. Da stand es 26:16 (17:12) für Königsborn.

Was war passiert? Wie berichtet wurde Königsborns Spielerin Jona Krollmann gefoult. Der besorgte Vater Kai Harbach – bekanntlich Coach der ersten Damen des KSV – sprang von der Tribüne auf das Spielfeld und wollte seiner Tochter verständlicherweise helfen. Nach einer Erstbehandlung führte er sie zur KSV-Spielerbank. Dabei soll er Hohenlimburger Spielerinnen beleidigt haben. So vermerkten es auch die Schiedsrichter im Spielbericht. Die Harbach-Beleidigungen nahm Hohenlimburg zum Anlass, nicht mehr weiterspielen zu wollen. Die Unparteiischen brachen daraufhin die Begegnung ab, wollten sie ursprünglich jedoch weiter laufen lassen. Die Spielerinnen beider Mannschaften, also auch Hohenlimburg, klatschten sich danach noch ab. Sehen so beleidigte Spielerinnen aus?

Jetzt hätte sich der Spruchausschuss mit den Vorkommnisse beschäftigen müssen. Das wäre in der Frauen-Verbandsliga 2 die Sache von Bernd Kuropka gewesen. Doch der ist bekanntlich auch Vorsitzender der Königsborner Handballer. Er darf also nicht richten, die Zuständigkeit geht in diesem Fall weiter an Andreas Thiemann, den Vorsitzenden der Technischen Kommission im Handball Verband Westfalen (HVW). Ihm liegt der Spielbericht bereits vor und er hat die Vereine zunächst um eine Stellungnahme gebeten. Seine Entscheidung und Wertung des abgebrochenen Spiels ist zeitnah zu erwarten.

26:16 der Spielstand – und es wären nur noch knappe elf Minuten zu spielen gewesen. Höchst unwahrscheinlich, dass Hohenlimburg da noch für die Wende hätte sorgen können. Der erste Saisonsieg für Königsborn stand eigentlich so gut wie fest. Vielleicht sah man auf Seiten von Hohenlimburg durch den Spielabbruch so eine Chance, das eigentlich schon verlorene Spiel „am grünen Tisch“ noch zu seinen Gunsten drehen zu können?

Auf der Homepage der HSG Hohenlimburg heißt es: Was in der 49. Spielminute passierte, hat mit Handball in keiner Weise was zu tun. Leider sahen wir uns nach dem Vorfall nicht mehr in der Lage das Spiel weiterzuführen. Warum solch ein Vorfall bei einem sehr fairen Spiel passieren muss, verstehen wir nicht. Dass man sich dann noch als schlechter Verlierer bezeichnen lassen muss und von der Tribüne Beschimpfungen kommen, setzt nochmal einen oben drauf!

Bildzeile: Beim Stande von 26:16 für den Königsborner SV II wurde das Spiel Königsborn II – Hohenlimburg in der 49. Spielminute abgebrochen. Bis dahin hatte sich Doreen Hülsewede als achtfache Torschützin auszeichnen können / Foto KSV.

 

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