Siegen gegen Siegen – und endlich raus aus dem Keller der Oberliga Westfalen

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Fußball, Oberliga Westfalen: Holzwickeder SC – Sportfreunde Siegen (Sonntag, 17. Oktober, 15 Uhr, Montanhydraulik-Stadion, Jahnstraße 7, Holzwickede. 16. gegen 13. – das klingt nicht gerade nach einem Spitzenspiel der Oberliga Westfalen. Und doch hat dieses Match zwischen dem Holzwickeder SC und den Sportfreunden Siegen so einiges zu bieten. Der gastgebende HSC schöpft viel Hoffnung nach dem 1:1 im letzten Auswärtsspiel bei der Hammer SpVg, als man immerhin eine Stunde guten Fußball spielte. Oder auch aus dem 3 : 0-Sieg unter der Woche im Kreispokal gegen den A-Ligisten SVF Herringen, als man ordentlich spielte, ohne aber den Gegner an die Wand zu spielen.

Und dann wöre auch die Statistik, die bei insgesamt fünf Duellen in der Oberliga Westfalen einen Holzwickeder Sieg, vier Remis und keine Niederlage aufweist. Die Sportfreunde Siegen werden ihre Motivation insbesondere aus der Ansprache ihres Trainers Tobias Cramer ziehen, der gegenüber der Siegerländer Presse offen nach der 0:3-Heimpleite gegen Rhynern die Qualitätsfrage stellte, davor aber immerhin zwei Siege eingefahren hatte. Dazu hat Siegen als 13. Ein Pünktchen mehr eingefahren als der 16., der HSC. Was also kommt heraus? Ein Torfestival ist eher weniger zu erwarten, denn beide Teams haben in sechs Spielen gerade neun Treffer erzielt. In der Defensiv-Statistik liegt Siegen klar vorn: Es gab zwölf Gegentreffer, was allerdings auch zwei pro Spiel sind und damit erheblich zu viel, um ganz vorne in der Tabelle zu sein. Im Holzwickeder Kasten allerdings schlug es bereits 19 Mal ein – nur der Tabellenletzte Herne kassierte 20 „Buden“.

Siegen`s Strategie gegen Rhynern

Gegen Rhynern spielte Siegen mit einer Viererkette mit Eli Pinner, Till Hilchenbach, Tobias Filipzik und Furkan Yilmaz. Auf der Doppelsechs rückte Andreas Busik für den muskulär angeschlagenen Marcel Mosch ins Team und lief neben Moritz Brato auf. Über die Außenbahnen spielten Arda Nebi rechts und Joshua Walter links. Björn Jost kam im zentralen offensiven Mittelfeld hinter Stürmer Justin Huber zum Einsatz.

Bereits nach acht Minuten ging der Gast aus Rhynern in Führung. Nach einem eigenen Eckball schaltete die Westfalia schnell um und vollendeten den Konter schließlich durch Jan Kleine zum 0:1. Den einzigen gefährlichen Abschluss für Siegen hatte Björn Jost aus rund 20 Metern Mitte der ersten Hälfte. Auch im zweiten Durchgang lenkte die Westfalia das Spiel schnell zu ihren Gunsten. In der 54. Minute wurde Eduard Probst in den Sportfreunde Sechzehner geschickt, behielt vor Keeper Chris Thies die Übersicht und vollendete schließlich zum 0:2 ins rechte untere Eck. Rund zehn Minuten später kam es noch dicker für Siegen. Diesmal war es eine Ecke der Hammer Vorstädter, die Jonas Michler mit einer Direktabnahme vollendete und für die Vorentscheidung sorgte. Die Szenen brachten Trainwr Tobias Cramer formlich zur Weißglut. Er stellte die Qualität seiner Mannschaft in Frage – und fordert gegen Holzwickede Wiedergutmachung. „Die Gegentore gegen Rhynern durften wir so nicht kassieren, gerade weil wir die Situationen im Vorfeld angesprochen haben. Wir müssen die groben individuellen Fehler abstellen. Ansonsten wird es in den nächsten Wochen sehr schwierig, Punkte zu holen“, so Cramer. unser Cheftrainer. Gegen den HSC möchten die Sportfreunde wieder zurück in die Erfolgsspur finden möchten.

Statistik spricht für den HSC

Die letzten fünf Spiele endeten mit einem Sieg für Holzwickede (am letzten Spiel der Beiden am 20. September 2020 mit 4:1) und vier Remis (0 : 0 am 22. Februar 2020, 3:3 am 11. August 2019 in Siegen 3:3, 0:0 am 24. Februar 2018 in Holzwickede und 1:1 am 2. September 2018 in Siegen).

HSC schöpft Mut aus 3:0 im Pokal in Herringen und Punktgewinn in Hamm – aber Ausfälle drohen

Vor vier Spielen bejubelte die Heimmannschaft zuletzt in der Meisterschaft einen Sieg – beim Sieg in Schermbeck. Unter der Woche siegte der HSC im Kreispokal-Viertelfinale beim Kreisliga-Sechsten, SVF Herringen, mit 3 : 0. Es trafen die Offensiven des HSC, Philipp Gödde, Tomislav Ivancic mit wunderbarem Freistoß aus 25 Metern und Henri Böcker. Dennoch aber verletzten sich die beiden wichtigen Defensiven, Moritz Müller und André Schneider. Ihr Einsatz ist fraglich. Auch für Leon Gensicke, der schon fleißig im Aufbautraining ist, kommt ein Einsatz wohl noch zu früh. Gensicke ist übrigens mit vier Treffern trotz Verletzungspause immer noch der erfolgreichste HSC-Torschütze.

Damit droht eine Umstellung in der Abwehrformation. Hier wäre dann Damjan Illic, eigentlich Spieler der U23, eine Option. Co-Trainer Daniel Frieg: „Wir haben gegen Hamm und Herringen bereits einen Schritt nach vorne gemacht. Jetzt geht es darum, auch über komplette 90 Minuten Einsatzwillen zu zeigen, zu kämpfen und dann auch alle drei Punkte zu behalten.“

Top-Schiedsrichterin Kathrin Heimann leitet das Spiel

Vor wenigen Tagen, am 10. Oktober, feierte sie ihren 36. Geburtstag. Statt nachträglicher Feier am Wochenende ist für die Unparteiische von Wacker Gladbeck Fußball angesagt Mit 15 Jahren begann sie ihre Referee-Karriere und wurde erstmals 2009 in der 2. Frauen-Bundesliga eingesetzt. Heute ist sie in der Frauen-Eliteklasse regelmäßig dabei und auch international „am Ball“. Neben dem Fußball absolviert sie ein Biologie-Studium. „Faulenzen und Shopping“ gibt sie als ihre Hobbies auf dem DFB-Internet an – und was sie gar nicht mag: schlechtes Wetter und Erbensuppe. Auf das Montanhydraulik-Stadion am Sonntag kann sie sich freuen. Es wurde gutes, freundliches Wetter angesagt – und Erbsensuppe wurde für den HSC-VIP-Raum auch nicht bestellt.

Kein „Ausnahmezustand“ im Montanhydraulik-Stadion

Besondere Sicherheitsvorkehrungen mit einer strikten Trennung der Fans wie beim Spiel gegen die SG Wattenscheid soll es am Sonntag nicht geben. Zwar hatten beim letzten Spiel vor einem Jahr ganz wenige unter den rund 700 Zuschauern sich nicht so gut benommen und Sitzschalen zerstört, doch wurden diese von Siegen später ersetzt. Jetzt hofft man bei beiden Seiten auf die guten Kinderstuben ihrer Anhänger.

Bildzeile: Vor 13 Monaten, am 20. September 2020, standen sich der HSC und Siegen im Montanhydraulik-Stadion das letzte Mal gegenüber (unser Foto). Holzwickede siegte damals klar mit 4:1.

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