Siegen gegen Siegen bedeutet Sprung auf Platz vier

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Fußball-Oberliga: Holzwickeder SC – Sportfreunde Siegen (Samstag, 22. Februar, 14 Uhr, Montanhydraulik-Stadion Holzwickede, Jahnstraße 7). Man merkt, dass es kribbelt und jeder Spieler nach über zweieinhalb Monaten ohne Meisterschaftsspiel auf den Jahresstart in der Oberliga „brennt“. Bei den Trainingseinheiten am Donnerstagabend und der Abschlusseinheit am Freitagabend im Montanhydraulik-Stadion ging es sehr engagiert und konzentriert zur Sache.

Nach zuletzt drei Siegen hintereinander in der Oberliga und einer ungeschlagenen Vorbereitung gegen starke Gegner möchte der HSC mit einem Erfolg am Samstag im Nachholspiel über die Sportfreunde aus Siegen auf Platz 4 springen. Die Sportfreunde aus Siegen wiederum haben bereits ein Match absolviert – und zwar mit einem Negativerlebnis. Sie unterlagen am vergangenen Sonntag bei Eintracht Rheine mit 1:2. Vor der Winterpause aber waren die Siegerländer in vier Matches ungeschlagen geblieben und hatten dabei unter anderem Westfalia Herne mit 3:0 geschlagen.

Jacob Pistor Torschütze gegen Rheine – Obacht auf Björn Jost

Bei der Niederlage in Rheine spielten in einem 4-1-4-1 System. Dabei spielte Til Hilchenbach neben Noél Below in der Innenverteidigung, über rechts verteidigte Jannik Krämer, links Furkan Yilmaz. Auf der Sechserposition agierte Marcel Becker, davor Benedikt Brusch neben Björn Jost. Über außen stürmten Yannick Wolf und Ryo Suzuki, im Sturmzentrum wirbelte Jacob Pistor. Beobachter und Siegens 45-jähriger Übungsleiter Tobias Cramer sahen das entscheidende 2 : 0 für Rheine nach einem verheerenden Fehler in der Vorwärtsbewegung und einem Treffer Marke „Sonntagsschuss“. Allerdings war Siegen in der zweiten Hälfte bissig und wollte den Ausgleich. Doch nur Jacob Pistor gelang der am Ende Ehrentreffer. Dennoch: Siegen war gallig, wollte und zeigte Moral. „Darauf wollen wir in Holzwickede aufbauen“, so Tobias Cramer, der zuvor Trainer beim Traditionsverein Hessen Kassel war. Aufpassen müssen die HSCer auf Björn Jost, der mit neun Toren genauso viele erzielt hat wie auf der Holzwickeder Seite Sebastian Hahne.

Eine positive Nachricht: Siegen raus aus dem Insolvenzverfahren

Eine gute Nachricht kommt aus Siegen: Der Verein hat das Insolvenzverfahren nach zweieinhalb Jahren durchlaufen und erfolgreich beendet. Die Gläubiger und der Verein haben sich geeinigt. Damit geht es in jedem Fall in Siegen weiter. Alles andere wäre bei diesem Traditionsverein auch schade gewesen, denn auch die Jugend ist erfolgreich. Die A-Jugend hatte im Sommer auf einen möglichen Bundesliga-Aufstieg verzichtet. Auch die B- und C-Jugend spielt in den zweiten Ligen ihrer Jahrgänge.

Duell der ehemaligen Deutschen Amateurmeister

Das Duell der ehemaligen Amateurmeister (Siegen: 1955, Holzwickede 1976) lebt von jeder Menge Brisanz. Beide Teams haben je 34 Tore erzielt und gehören damit zu den offensivstärksten der Oberliga Westfalen. Beide haben allerdings mit 34 (HSC) und 33 (Siegen) auch sehr viele „Buden“ kassiert.

Fast schon logisch, dass es in den letzten drei Duellen in der Oberliga mit 0 : 0 und 1 : 1 (Saison 2018/19) und 3 : 3 im Hinspiel im August diesen Jahres auch keinen Sieger gab. Die zahlreichen Zuschauer, die die Holzwickeder aber damals zum Saisonstart per Auto und Fan-Bus ins Siegerland begleitet hatten, werden sich an ein dramatisches Match erinnern. 3 : 1 hatten die Sportfreunde bis kurz vor Schluss geführt. Dann wurde Holzwickede immer stärker und dominant. Nis Hoppe (85.) und Nico Berghorst (90.) glichen zum 3 : 3 aus. Und hätte das Spiel auch nur wenige Minuten länger gedauert, wären die drei Punkte in die Emscherquellgemeinde gewandert.

„Siegen ist weitaus besser als Platz 13“

„In den letzten Interviews vor dem Spiel haben Trainer Tobias Cramer und die Spieler sinngemäß genau das ausgedrückt, was uns erwarten wird: Siegen will siegen – und dabei nicht unbedingt einen Schönheitspreis gewinnen. Was uns bevorsteht, ist also ein qualitativ sehr guter Gegner, der von einem erfahrenen und guten Coach gut eingestellt sein wird und vor allem ein sehr unangenehmer Gegner, der mit Platz 13 eigentlich viel zu tief in der Tabelle und sechs Punkte hinter uns steht. Nein, das wird ein ganz kompliziertes Spiel“, weiß HSC-Trainer Axel Schmeing. Personell sieht es gut aus.

Unangenehme Erinnerungen an letztes Spiel unter Leitung von Selim Erk

Vorweg: Am damaligen Schiedsrichter Selim Erk hatte es sicherlich nicht gelegen, dass der HSC mit 0 : 5 vor einigen Wochen beim RSV Meinerzhagen unterlegen war. Doch genau dieser Unparteiische ist nun am Samstag mit der Leitung des Matches gegen Siegen beauftragt worden. Erk, seit 2005 Referee, pfeift seit 2016/17 in der Regionalliga und leitete dort vor einer Woche die Begegnung zwischen den Reserveteams von Fortuna Düsseldorf und Borussia Dortmund (3 : 3).

HSC bereits am Dienstag im Test bei Borussia Dröschede

Eine lange Pause gönnt Axel Schmeing seinen Mannen nicht nach dem Match gegen Siegen. Bereits am Dienstag, 25. Februar, geht es zu einem Testspiel zum aktuellen Tabellenzweiten der Landesliga 2, Borussia Dröschede. Anstoß im ESO-Stadion, Auf der Emst, Südenberg 36a in Iserlohn-Dröschede, ist um 19.30 Uhr.

Bild: Im letzten Jahr trennten sich der HSC und Siegen im Montanhydraulik-Stadion mit 0 : 0 (unser Foto). Bei der Offensivstärke beider Teams sind am kommenden Sonntag Treffer zu erwarten.

 

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