Schluss für Olaf Pannewig und Ralf Driemel zum Saisonende: Interview mit Olaf Pannewig

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Fußball: Die Reserve des Holzwickeder SC verliert ihr Trainer-Duo Olaf Pannewig und Ralf Driemel zum Saisonende. Bis dahin, so verspricht Olaf Pannewig, werden Mannschaft und Verantwortliche alles tun, den drohenden Abstieg in die Kreisliga A zu verhindern. sport-kreisunna.de sprach mit Olaf Pannewig über seine Entscheidung sowie die kommenden Wochen und seine Zukunft.

Olaf, mitten im Abstiegskampf kommt die Nachricht vom Rücktritt zum Spielzeitende etwas überraschend…
So ganz überraschend kommt diese Entscheidung und die Entwicklung nicht. Bereits im Dezember haben Ralf und ich uns ernsthafte Gedanken gemacht, ob und wie es mit unserer Zweiten des HSC weitergehen kann und, und ob das mit uns ganz persönlich gehen kann und sollte. Konkret wurde es dann vor etwa zweieinhalb Wochen. Da haben wir unseren Abschied zum Ende der Spielzeit 19/20 offiziell der Sportlichen Leitung, Marco Hesse und auch der Mannschaft mitgeteilt. Das ist ganz sauber gelaufen.

Was genau hat Dich bewogen, gerade jetzt diese Entscheidung publik zu machen?
Die letzten beiden Jahren waren echt intensiv. Auch wenn wir immer in der erweiterten Spitzengruppe mit dabei waren, so war das ganz viel Arbeit auf und abseits des Platzes. Dieses Team war und ist ein Ausbildungsbetrieb. Hier sind keine „fertigen Spieler“ auf dem Rasen, sondern Aktive, die aus der Jugend an die Erste herangeführt werden sollte. Oder aber, wie in der Vergangenheit, Kicker aus der Ersten, die nach Verletzungen oder Pausen wieder an ihrem Comeback in der Oberliga-Mannschaft arbeiteten. Wir sind in der Region der einzige Verein, der eine Ober- und eine Bezirksligamannschaft hat. Man darf das nie vergessen: Das bedeutet auch für ein Reserveteam extrem harte Trainingsarbeit, viele Gespräche mit den Spielern, und so „ganz nebenbei“ spielen wir dann auch Fußball mit oft wechselnden Zusammensetzungen in einer Liga, die sich in den letzten Jahren von der Qualität her enorm verbessert hat. Nicht umsonst finden sich da viele Ex-Profis oder Trainer wie Kevin Großkreutz oder auch Sponsoren, die Teams massiv unterstützen und den Aufstieg unbedingt wollen. Ich bin hier Trainer, Ausbilder, Psychologe, Tröster, einfach alles. Und dann bin ich auch noch bekennender und hier lebender Holzwickeder und höre „im Dorf“ auch viel abseits des Platzes. Also: Das ist nicht irgendein Job als Trainer einer Zweiten. Das ist ganz harte Arbeit, die viel Fingerspitzengefühl und Diplomatie erfordert.

Hast Du das „Reden“ innerhalb des Vereins vermisst?
Na ja, das hätte besser sein können. Nach der Verlängerung mit „Akki“ Schmeing habe ich erwartet, dass der Verein sofort und im Anschluss ganz aktiv auf mich zukommt und mit mir redet. Das ist so und in der von mir gewünschten Form nicht passiert. Aber noch mal: Es war am Ende die Entscheidung von „Ralle“ (Redaktion: Ralf Driemel) und mir, die höchstwahrscheinlich auch so entsprechend ausgefallen wäre.

Ein anderer Verein ist nicht im Gespräch?
Nein. Der HSC ist mir ans Herz gewachsen. Das ist eine echte Herzensangelegenheit. Ich werde auch keine Trainerangebote von anderen Clubs annehmen. Und ich werde auch weiter in den Alten Herren des HSC spielen, keine Frage. Nicht weitermachen werde ich allerdings im Vorstand bei dem auch von mir initiierten Jugend-Förderverein. Das ist nun wirklich Sache der Jugend.

Ein Olaf Pannewig ohne Fußball – das ist kaum vorstellbar…
Na ja, wie gesagt, bei den Alten Herren des HSC geht es ja weiter. Ich habe auch meiner Familie versprochen, mehr für sie da zu sein. Und auch im Fitness-Studio habe ich mich angemeldet (lacht). Also: Um meine Fitness braucht sich keiner Sorgen zu machen, im Gegenteil. Der Druck und das Ärgern fallen weg, und man gewinnt Zeit für andere Dinge, das ist doch auch etwas.

Wie hat die Mannschaft reagiert?
Sie wird sich definitiv nicht hängenlassen. Hier will keiner „Kreisliga A“. Keiner will absteigen. Die Mannschaft hat mir versprochen, sich bis zuletzt reinzuhängen. Und wer mich kennt, der weiß, dass ich das auch tue. Also: Es geht weiter. Wir werden jetzt bestimmt nichts abschenken. Wir trainieren vielleicht sogar noch intensiver, haben sogar Videoanalysen eingeführt. Und der HSC, da bin ich sicher, arbeitet schon an einer Lösung für die neue Spielzeit. Vielleicht aus den eigenen Reihen. Das wäre sicherlich nicht das Schlechteste, denn es muss da schon alles stimmen.

Steigt Ihr ab?
Nein. So möchten weder die Mannschaft noch ich das alles enden lassen. Vielleicht geben diese klaren Worte und Ansagen jetzt zu diesem Zeitpunkt auch noch mal den richtigen, entscheidenden Ruck.

Bildzeile: Olaf Pannewig (li.) und Ralf Driemel treten zum Ende der Spielzeit 2019/20 als Trainer-Duo des Bezirksligisten Holzwickeder SC II zurück.

 

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