Schlimmer geht immer – Heimspiele des HSC nicht vergnügungssteuerpflichtig

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Fußball: Sechs Heimniederlagen am Stück, damit null Punkte bei 4:23 Toren auf heimischen Terrain, am Sonntag eine Steigerung der bisherigen „Niederlagen-Bestmarke“ von 0:5 (gegen Sprockhövel) auf 0:6 durch die Schlappe gegen Erndtebrück: Anhänger des HSC müssen zumindest bei Spielen im Montanhydraulik-Stadion große Leidensfähigkeit zeigen. Auch für Trainer Marc Woller ist die aktuelle Situation seines auf den viertletzten Rang abgerutschten HSC nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig. Holzwickede hat nicht nur den Kontakt zur Aufstiegsrunde längst abreißen lassen – jetzt droht auch noch Ungemach im Abstiegskampf. Zum ersten Nichtabstiegsplatz sind es schon zwei Punkte und die Konkurrenz punktet fleißig.

Und täglich grüßt das Murmeltier – Marc Woller wie Bill Murray       

HSC Coach Marc Woller muss sich bei jedem Heimspiel (und leider auch bei vielen Auswärtsbegegnungen) wie Bill Murray im 1993 erschienen Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ fühlen. In der US-Filmkomödie gerät Phil Connors (gespielt von Bill Murray) irgendwie in eine Zeitschleife und muss denselben Tag immer wieder aufs Neue erleben. Und genau das muss Woller gerade immer wieder erleben. Verletzungen und Abmeldungen vom Spiel, dann ein traditioneller 0:1-Rückstand, dem dann in den Heimspielen der Zusammenfall des Teams nicht selten mit Slapstick-Toren folgt, dann die zumeist hohe Niederlage, ein gegnerischer Trainer, der etwas von „Das wird schon bald/wieder besser“, oder „Der HSC hat es uns schon in manchen Phasen schwergemacht“ pflichtbewusst murmelt. Dann folgen die traditionellen Schlussworte „Am Dienstag geht es im Training (hart) weiter – wir geben nicht auf.“ Und das alles immer wieder, Spiel nach Spiel, eine wahre Dauerschleife. Immer gleich die Bilder auf der Gegengerade, wo die Sportliche Leitung des HSC mit Tim Harbott und Karl-Friedrich Lösbrock in dicken Mänteln eingemummelt sitzen und sich die mageren Darbietungen auf dem Platz oft wie versteinert anschauen. Dann folgt die „Routinesitzung“ im kleinen Sitzungssaal des Montanhydraulik-Stadions. Im Film gibt es übrigens ein Happy End und die Schleife wird durchbrochen – aber davon ist der HSC aktuell meilenweit entfernt.

Bildzeile: Leon Gensicke musste bereits in der ersten Halbzeit nach einer mutmaßlichen Kapselverletzung passen.

Personell geht der HC schon wieder am Stock

Auch personell gibt es einfach keine Entspannung mehr. Mathieu Bengsch hat nach wie vor arge Probleme mit seiner Armverletzung. Jonathan Kyeremateng wird wegen seiner Tätlichkeit bei Rudelbildung („Griff an den Hals des Gegenspielers“) bis zu vier Wochen absitzen müssen. Leon Gensicke befürchtet eine Kapselverletzung bei sich. Und Henri Böcker hat Probleme im Bereich Hüfte/Oberschenkel. All ihre Einsätze in den kommenden Spielen sind fraglich. Und die Rückkehrer: Nis Hoppe braucht noch seine Zeit. Zu sehen war das kurz vor Schluss, als ihm bei einem Konter fast schon die Luft ausging und nur ein Schüsschen auf den Torhüter herauskam. Marcel Duwe ist angeschlagen, kommt aktuell nur zu Kurzeinsätzen. Tomislav Ivancic hat nach seinen beiden Toren zu Beginn der Spielzeit 21/22 nicht mehr an diese Form anknüpfen können. Und auch die Routiniers wie André Schneider und Lucas Arenz haben bislang ihr Potential wenig ausgeschöpft.

Am Samstag gegen Preußen Münster II – Bastelstunde bei Marc Woller angesagt

Bereits am Samstag, 20. November, geht es für den HSC weiter. Es geht dahin, wo sich der HSC in dieser Spielzeit ohnehin wohler fühlt: Ein Auswärtsspiel steht an. Es geht zur Zweitvertretung von Preußen Münster auf den Kunstrasenplatz an der Hammer Straße in Münster. Anstoß ist um 14.30 Uhr. Marc Woller meinte am Samstag dazu: „U-Mannschaften sind immer schwer zu bespielen. Die Spieler sind alle gut ausgebildet. Auch der Kunstrasenplatz ist für uns eher ungewohnt. Es wird auf die Tagesform ankommen.“ Es werden wohl Spieler eingesetzt, die nicht unbedingt in der ersten Reihe stehen. So könnte Nils Hoppe wieder in die Defensive rücken, der A-Junior Michele Teofilo in die Offensive. Und auch Aktive wie Elmar Selmanaj, Lavdrim Yusufi oder Dario Biancardi könnten Einsatzminuten bekommen – vor allem, da die „Zweite“ des HSC spielfrei ist. Erschwerend kommt allerdings hinzu, dass die A-Junioren des HSC ab 17 Uhr am Samstag das Kreispokalfinale bei der Hammer Spielvereinigung bestreiten müssen. Da werden Absprachen notwendig sein, denn beide Teams haben berechtigte und hohe Ziele am Wochenende.

HSC-Termine

Das nächste Heimspiel hat der HSC auf Donnerstag, 25. November, 19 Uhr im Montanhydraulik-Stadion vorverlegt. Gegner ist der SC Paderborn II – ein weiteres Team aus der Spitzengruppe der Oberliga Westfalen. Auch da hängen die Trauben sehr hoch – es droht die siebte Heimniederlage. Von Freitag, 26. bis Sonntag, 28. November, nimmt der HSC am Holzwickeder Weihnachtsmarkt statt – wenn er denn stattfindet aufgrund der Corona-Vorgaben. Am Donnerstag, 23. Dezember, findet ab 18 Uhr das Adventsfenster des HSC im Ballhaus im Montanhydraulik-Stadion statt. Abgesagt wurde inzwischen der Silvesterspaziergang mit anschließender Einkehr auf einem Hof Riedel in Hengsen, den es in den letzten Jahren stets gegeben hat.

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