Schlechteste Defensive und Offensive: HSC nach desolater Leistung im Sauerland tief im Abstiegs-Schlamassel

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Fußball: Zahlen lügen nicht. Mit 41 Gegentreffern die unsicherste Defensive der Oberliga Westfalen und mit 15 erzielten Toren die mit Herne und Haltern schlechteste Offensive bedeuten für den Holzwickeder Sport Club den 17. Rang und damit den ersten Abstiegsplatz. Dazu kommt die Tatsache, dass anders als viele andere Teams, die sich um den Klassenerhalt mühen, der HSC bereits 15 Spiele absolviert hat. Zwölf, 13 oder 14 Spiele haben die HSC-Konkurrenten erst gespielt – damit kann der Club aus der Emscherquellgemeinde ganz schnell noch tiefer fallen.

Nach den Eindrücken der desolaten Leistung beim 1:4 in Meinerzhagen steht Holzwickede in der Schlange der Mannschaften, die ein Ticket für die Westfalenliga buchen wollen, ganz vorne. Damit würde das Kapitel Oberliga, für das sich der HSC mit einem 1:0 in Olpe im Mai 2018 qualifiziert hatte und vom 1:2 der SpVgg Erkenschwick bei Westfalia Wickede profitiert hatte, zugeschlagen. Wahrscheinlich erneut lange Zeit. Und zwar mit einem mächtigen „Wumms“, denn niemand steigt gerne ab. Aber was für Fehler und zum Ende des Matches Unlust auf dem Kunstrasenplatz am Sonntag vor 150 Zuschauern in Meinerzhagen gezeigt wurde, war schon abenteuerlich. Ja, es gab erneut vor dem Spiel Ausfälle. Dafür aber auch Rückkehrer mit Nils Hoppe und Lucas Arenz sowie junge Spieler auf dem Platz, die ihr Potential einfach nicht abrufen können. Warum auch immer.

Das Gute aus dem Münster-Spiel irgendwie verschollen

„All das Gute, was in Münster beim 3:0-Auswärtserfolg ohne Zweifel da war, war zuletzt gegen Paderborn beim 0:6 und in Meinerzhagen beim 1:4 irgendwie weg“, meinte Marc Woller nach dem Spiel. HSC Co-Trainer Daniel Frieg stellte gegenüber Medien nach Spielende die Oberligareife des HSC in Frage. Deutlich wurde das bei den Gegentoren, wo man nur Geleitschutz gegeben habe. Und in der Tat wurde viel zu oft in der HSC-Defensive sehr luftig agiert. Was auch ärgerlich waren, waren zudem Szenen Richtung Spielende. Mit welcher Unlust da Pässe gespielt wurde, war auch nach außen kein gutes Zeichen.

RSV-Trainer: „Individuelle Fehler des HSC haben uns in die Karten gespielt“

Der Gegner musste sich nicht mal groß anstrengen. „Holzwickede hat energisch und wild, und das meine ich positiv, begonnen. Dann aber kamen zwei individuelle Fehler, die zu Toren für uns führten und uns natürlich in die Karten gespielt haben“, kommentierte RSV-Trainer Mutlu Demir die 90 Minuten.

Bei einem Gegentreffer ist der zweite oft nicht weit

Zweite Erkenntnis: „Scheppert“ es im Holzwickeder Kasten, ist, bei konsequentem Nachsetzen des Gegners, das nächste Tor zeitlich nicht weit. So folgte dem 1:0 durch Andreas Spais in der 15. Minute gleich das 2:0 durch Nik Kunkel vier (!) Minuten später. Und auch Raphael Grässer ließ seinem Treffer in der 68. Minute exakt wieder vier Minuten später das 4:0 folgen. Das Ehrentor durch Enis Delija in der 87. Minute war einzig und allein den RSV-Auswechslungen und einer daraus resultierenden Unordnung in der Defensive geschuldet.

Dem Leistungs-Lockdown muss nun Gegentor-Lockdown gegen Herne folgen

Für den HSC geht es nun darum, durch einen Sieg im letzten Spiel des Jahres am Sonntag, 12. Dezember (Anstoß: 14.30 Uhr, Montanhydraulik-Stadion) auf einem Nicht-Abstiegsplatz zu überwintern. Ein Lockdown muss her: Und zwar ein kompletter Lockdown rund um die Zone des eigenen Tores. Fast drei Gegentore pro Spiel – das ist einfach zu viel. Doch Westfalia Herne ist zu Unzeiten für den HSC in Form gekommen. Am Sonntag gab es ein 2:0 gegen Rhynern – und damit den ersten Saisonsieg. Dem HSC droht also die achte Heimniederlage in Folge.

Bildzeile: Maximale Energie steht auf dem Werbebanner bei Pressegesprächen des HSC. Marc Woller (re.) fordert das auch nachdrücklich für sein Team im Spiel gegen Westfalia Herne am Sonntag, 12. Dezember, ein.

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