Schiri mochte keine weißen Tennissocken und der HSC mochte nicht gewinnen

662

Fußball-Testspiel: FC Kray (Oberliga Niederrhein) – Holzwickeder SC (Oberliga Westfalen) 3:2 (2:1. Gegen den letztjährigen Zwölften der Oberliga Niederrhein, den FC Kray, endete am Sonntag die Ungeschlagen-Serie des HSC im Vergleich mit Teams aus dieser ganz starken und hoch eingeschätzten Parallel-Liga. Es war eine durchaus vermeidbare 2:3-Niederlage bei einem Team aus Essen, das nun auch wahrlich keine Bäume ausgerissen, am Ende aber die wenigen Chancen clever ausgenutzt hatte.

Am Ende aber mussten Mannschaft und das gute Dutzend mitgereiste Fans auch konstatieren, dass sich viele Spieler in einem „Vorbereitungstief“ befinden und an ihre guten Leistungen in den vergangenen Testspielen einfach nicht anknüpfen konnten. Zudem ist dem HSC anzukreiden, dass es immer wieder Phasen gibt, wo man „abschaltet“, sich ein Päuschen gönnt oder auch von Einflüssen auf oder neben dem Platz beeinflussen lässt. Genau das passierte in Kray auf fast schon komödiantische Art und Weise – doch der Reihe nach.

An der Linie verantwortlich war dieses Co-Trainer Florian Bartel, der die Elf, wie immer, eigentlich sehr genau eingestellt hatte. Chefcoach Axel Schmeing war familiär verhindert. Im Tor bekam Malte Hegemann eine Chance in einem Wochenend-Spiel. Um es vorweg zu nehmen: Es war einer jener Tage für einen Keeper, der aus dem Kalender gestrichen werden sollte.

Der HSC hatte sich zu Beginn wohl einen kollektiven Tiefschlag verordnet. Irgendwie war das Team nicht bei der Sache. Angelos Pavlidis vom FC Kray, am Sonntag überragend, schaffte es mit einem Wachmacherschuss von der Strafraumkante nicht (6.), beim HSC endlich den „Wecker klingeln zu lassen“.

Der Schiri, der weiße Tennissocken nicht mag

Für das zweite „Hallowach“ nach dem Pavlidis-Schuss sorgte dann ausgerechnet der Mann in Schwarz. Lukas Luthe vom Juspo Essen-West schaute sich einfach mal während des bis dato eher langweiligen Matches Stutzen und Socken der HSC-Kicker genau an – griff vehement zur Pfeife und unterbrach den Kick. Der Grund: Unter den grünen Stutzen vieler HSCer und den roten von Keeper Malte Hegemann blitzten doch frech weiße Tennissocken hervor. Und der FC Kray hatte doch weiße Stutzen an. Weiße Tennissocken fand Lukas Luthe weder modisch noch regelkonform. Was folgte, war eine insgesamt zweimalige Unterbrechung (!) von sechs und dann noch einmal zwei Minuten im späteren Spielverlauf, in der eifrig passende Stutzen und Socken gesucht und Abklebebänder gleich meterweiße bemüht wurden.

Bildzeile:Das ist die „Abklebeaktion“ aufgrund der weißen Tennissoclen. Hier mit Marcel Duwe, Malte Hegemann und Nico Berghorst (v.l.).

Die „Klebepause“ tat dem HSC nicht gut. Nach Foul von Nico Berghorst gab es Freistoß. Luca Kozelis versuchte es einfach mal direkt und traf aus gut 25 Metern (13.). HSC-Keeper Malte Hegemann hätte den Ball eigentlich mit der Mütze fangen müssen – tat er aber nicht. Und weil die Abwehr des HSC immer noch nicht im Spiel war, ging Nouaret Myanyedi auf und davon und erhöhte auf 2:0 (16.). Das war alles zu leicht. Als Marcel Duwe dann in der 27. Minute seine Mitspieler anpfiff „Wir bringen hier nur 80 Prozent“, dann war das komplett übertrieben – 30 Prozent kämen der Sache näher.

Geniestreich von Hahne und Berghorst zum Anschluss

Es musste also wieder mal ein Wunder oder Geniestreich her. Für den sind aktuell beim HSC zwei Spieler zuständig. Sebastian Hahne, der bereits nach einer Viertelstunde von Schmerzen am Zehen geplagt war und sich lange außerhalb des Platzes behandeln ließ, schickte mit einem tollen Pass Nico Berghorst auf die Reise. Der zog über die linke Seite schön in den Strafraum ein und ließ Krays Torhüter Lucas Goy mit einem Flachschuss ins lange Eck keine Chance (45 + 3).

Klassisch ausgekontert

Der HSC hatte sich wohl in der Kabine einiges vorgenommen. Die ersten Minuten dominierten die Holzwickeder klar, ließen Ball und Gegner laufen. Doch dann lief der Gegner einfach mal davon – und nahm den Ball mit, bis in Netz. Angelo Pavlidis war es, wer eigentlich auch sonst, der mit einem Konter das 3:1 erzielte (53.). Und auch der nicht optimal getroffene Ball war alles andere als unhaltbar und rutschte Malte Hegemann irgendwie durch die Hände und zur erneuten Zweitore-Führung der Essener Vorstädter.

Auswechslungen brachten frischen Wind

Zugutehalten musste man den HSC am Sonntag, dass Bemühungen durchaus da waren. Insbesondere die eingewechselten Connor Riley McLeod, Tim Finkhaus und Lavdrim Jusufi brachten viel frischen Wind und belebten mit ihrem Einsatz auch den Konkurrenzkampf im Team. Tim Finkhaus war es dann auch, der im Strafraum nur mit unfairen Mitteln gestoppt werden konnte. Doch Nico Berghorst verschoss mit einem schwach geschossenen Schuss flach Richtung rechte Ecke das mögliche 2:3 (69.). Das machte dann Robin Schultze besser. Dieses Mal war Nico Berghorst im Strafraum gefoult worden. Robin Schultze nahm sich das Leder und hämmerte es in die Maschen – unhaltbar (84.).

Enis Delija verpasst mit Pfostenschuss den Ausgleich

Und es war sogar noch das Remis drin. Enis Delija nahm bei einem Schuss zu viel Maß und traf nur den rechten Pfosten (85.). Das wäre der Ausgleich gewesen – doch es sollte an diesem Nachmittag einfach nicht sein.

Stimmen
Florian Bartel (HSC): Das war definitiv von uns das schlechteste Vorbereitungsspiel bislang. Wir sind ganz schlecht gestartet, haben viel zu körperlos gespielt und waren erst nach 25 Minuten ein wenig besser im Spiel. Da stand es aber schon 0 : 2 gegen uns. Die zweite Halbzeit war deutlich besser von uns. Wir hatten mehr Spielanteile als der FC Kray und die besseren Torchancen. Der Ausgleich wäre vielleicht sogar verdient gewesen. Aber noch mal: Das war insgesamt zu wenig.
Robin Schultze (HSC): Man merkte schon vielen von uns an, dass sie in einem „Vorbereitungs-Loch“ sind. Normalform hatte heute fast keiner – und da nehme ich mich auch nicht aus. Wir haben aber noch 14 Tage bis zum Meisterschaftsbeginn und noch drei Spiele, davon ein Pokalspiel. Da werden und müssen wir uns steigern.

FC Kray: Lucas Goy, Abdoulie Cham (77. Thorben Kern), Maxwell Bimpek, Nouaret Myanyedi, Alkan Talas (56. Ozan Simsek), Luca Kazelis, Girolamo Tomasello, Christian Büttner, Angelos Pavlidis (66. Berhan Eren), Kamil Poznanski, Soufian Rami.
HSC: Malte Hegemann, Moritz Müller, Til Busemann, Enis Delija, Marcel Duwe (72. Lavdrim Jusufi), Sebastian Hahne, Sebastian Hahne, Robin Schultze, Mohamed Yarhdi (81. Haris Rovcanin), Joshua Heinrichs (56. Connor Riley McLeod), Nico Berghorst, Ferdinand Franzrahe (66. Tim Finkhaus)
Tore: 1 : 0 Kazelis (13.), 2 : 0 Myanyedi (16.), 2 : 1 Berghorst (45 +3), 3 : 1 Pavlidis (53.), 3 : 2 Schultze (FE, 84.)
Besondere Vorkommnisse:Berghorst verschießt Foulelfmeter (69.)
Schiedsrichter: Lukas Luthe (Juspo Essen-West)
Zuschauer: 80

HSC am Samstag im Kreispokal beim Kamener SC und am Sonntag Test zuhause gegen SV Hohenlimburg

Am Samstag, 29. August, muss der HSC in der 1. Pokalrunde auf Kreisebene beim A-Ligisten Kamener SC antreten (18 Uhr). Am Sonntag, 30. August, empfängt der HSC im Test den Westfalenligisten SV Hohenlimburg (15 Uhr, Montanhydraulik-Stadion). Saisonstart ist dann gegen den SV Schermbeck (15 Uhr, Montanhydraulik-Stadion. Schermbeck unterlag am Samstag im Westfalenpokal-Endspiel dem RSV Meinerzhagen in Kaiserau mit 0 : 2 und verpasste damit die Qualifikation für die 1. Runde im DFB-Pokal.

Achtung: Jetzt bereits Karten für das Pokalspiel beim Kamener SC sichern

Um beim Pokalspiel der 1. Runde auf Kreisebene einen reibungslosen Ablauf nach den Corona Regeln zu gewährleisten, verkauft A-Ligist Kamener SC bereits im Vorfeld Eintrittskarten! Auf diesen Tickets müssen der Name, Anschrift und Telefonnummer eingetragen werden! Die Zuschauerzahl ist auf 300 Fans begrenzt. Die Karten sind im Vereinsheim an der Sportanlage Gutenbergstraße zu erwerben! Erwachsene zahlen fünf, Kinder 3 Euro. Die Tageskasse wird nur geöffnet, wenn das Kontingent von 300 Menschen noch nicht erreicht ist.

Bildzeile: Sebastian Hahne (li.) plagten bereits nach einer Viertelstunde Schmerzen am Zehen und musste sich lange außerhalb des Platzes behandeln lassen.

 

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.