Sangesfreudige Holzwickeder rücken wieder auf Platz sechs vor

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Fußball: In der Kabine schmetterten die HSC-Spieler fröhlich ihr Liedchen „Von der Haarstrang-Anlage kommen wir“, die sportlich-geschlagenen Spieler von Preußen Münster übten sich im Schnellduschen und raschen Verschwinden und HSC-Coach Axel Schmeing, gewiss kein Freund großer Reden, erklärte ungewohnt lange und mit gewählten Worten, warum man denn drei Punkte nach Holzwickede mitgenommen habe und gab dabei auch Einblicke in sein Seelenleben. Neben „Hurra“ waren da auch sehr nachdenkliche Worte zu hören. So die Sorge um Joshua „Joshi“ Heinrich, der sich eine Blutvergiftung unter der Woche zugezogen hatte, die ihn sogar zu einer Not-OP am Samstagabend zwang. Oder wieder das Verletzungspech, das zum HSC zurückgekehrt ist. „Gerade die Geschichte mit Joshi zeigt, dass Fußball am Ende sicherlich sehr viel, aber auch nicht alles ist“, so Axel Schmeing. Dazu die nun wieder längere Ausfallliste. Und so waren doch Sorgenfalten beim HSC-Coach zu erkennen, die ihn nach dem hochverdienten 3:1-Erfolg in Münster auf der Heimfahrt begleiteten.

Marcel Reichwein an alter Wirkungsstätte äußerst engagiert

Dass der Sieg überaus verdient war, da gab es keine zwei Meinungen. Nach den Treffern von Marcel Reichwein (34.) und Sebastian Hahne (71.) hatte der HSC 2 : 0 geführt, musste dann aber durch den eingewechselten Sören Wald in der 81. Minute den Anschluss hinnehmen. Doch fast im Gegenzug machte Marcel Reichwein mit dem 3 : 1 alles klar und die Preußen-Serie von sechs Spielen ohne Niederlage zunichte. „Wir haben nur an der Wende geschnuppert – aber wir schlagen uns selbst und spielen die wenigen guten Szenen nicht konsequent aus“, sagte Münsters Trainer Sörgen Weinfurtner nach Abpfiff sichtlich enttäuscht.

Überhaupt Marcel Reichwein. Der 34-jährige hatte von 2014 bis 2016 das Trikot von Preußen Münster getragen. Gegen seinen Ex-Club war er höchst engagiert, sehr präsent, spielte und kämpfte fast bis zur totalen Erschöpfung und lieferte sich auch das eine oder andere „Diskussions-Duell“ mit „Adlerträgern“ oder Münsters Kapitän Nils Burchardt und auch Trainer Sören Weinfurter. Am Ende, im Kabinengang, hatten sich aber alle wieder „lieb“.

Axel Schmeing und das „liebe Abseits“

„Ich bin ja nun bestimmt kein Lauter meiner Zunft. Aber diese Abseits-Entscheidungen gegen uns in Paderborn und nun auch wieder in Münster waren nun bei weitem nicht alle korrekt. Aber vielleicht sind meine Spieler wie Sebastian Hahne auch einfach bei Kontern nur zu schnell“, konnte Schmeing nach Schlusspfiff schon wieder schmunzeln.

„Hilfs-Coach“ Moritz Müller – Axel Schmeing hofft auf Vertragsverlängerung für Müller

Selbst HSC-Keeper Kevin Beinsen war überrascht. Da gab doch jemand ganz fleißig der Defensivreihe des HSC aus einem kleinen Unterstand am Rande des Spielfelds Tipps. Und dieser „Hilfs-Coach“ war kein Geringerer als Moritz Müller. Der konnte aufgrund seiner Knochenabsplitterung noch nicht wieder auflaufen, unterstützte seine ganz in Blau gekleideten Kollegen aber lautstark verbal. Moritz Müller, der zu den Säulen im HSC-Team gehört, steht kurz vor dem Abschluss seiner Gespräche über eine Vertragsverlängerung. „Mach das jetzt schnell mit der Sportlichen Leitung klar“, meinte Axel Schmeing und hofft auf eine weitere Zusammenarbeit mit dem Defensivspezialist.

Robin Rosowski gegen Rheine gesperrt

Robin Rosowski, in den letzten Wochen einer der Stärksten im HSC-Dress, bekam von Schiedsrichter Leonidas Exuzidis (Ickern) seinen nun fünften Gelben Karton unter die Nase gehalten. Damit fehlt er am kommenden Sonntag, 15. März, im Heimspiel gegen den Tabellenfünften, Eintracht Rheine.

„Lieblingsgegner“ Eintracht Rheine kommt nach Holzwickede

Apropos Rheine: Die Münsterländer sind wieder einmal mehr eine der großen Überraschungen in der Oberliga Westfalen. Als Fünfter hat man 32 Punkte gesammelt und damit einen mehr als der HSC. Holzwickede wiederum hat eine blütenweiße Weste gegen die Eintracht. In der Hinrunde in Rheine siegte der HSC mit 4 : 2. In der vergangenen Spielzeit gab es zuhause ein 4 : 3 und auswärts ein 2 : 0. In diesem Jahr ist Rheine bei drei absolvierten Spielen noch ungeschlagen. Zuletzt gab es zuhause ein 2 : 2 gegen Herne, davor auswärts ein 2 : 2 in Schermbeck und vor drei Wochen einen 2 : 1-Heimerfolg gegen Siegen. Da wird sich der HSC also strecken müssen, die Positiv-Serie beizubehalten.

„Geisterspiele“ im Ballhaus im Montanhydraulik-Stadion

Torsten Potyka, HSC-Vereinswirt im Ballhaus im Montanhydraulik-Stadion, öffnet das Vereinslokal bei den kommenden beiden BVB-Spielen. So ist am Mittwoch, 11. März, ab 20 Uhr geöffnet. Gezeigt wird um 21 Uhr das „Geisterspiel“ des BVB in der Champions League in Paris. Und auch am Samstag, 14. März, ist das Ballhaus ab 14.45 Uhr geöffnet. Gezeigt wird dann das Revierderby – mit oder ohne Zuschauer im Signal-Iduna-Park. Im Ballhaus ist man in jedem Fall „live“ dabei.

Bildzeile: Marcel Reichwein (r.) erzielte an alter Wirkungsstätte zwei Treffer und war gegen die Reserve von Preußen Münster nicht zu bremsen. Im Hintergrund beobachtet Aldin Kljajic die Szene. Der Defensiv-Spezialist Kljajic feierte am Sonntag seinen 29. Geburts

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