RWU-Trainer Patrick Kulinski im Interview

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Fußball: SKU traf Patrick Kulinski, den neuen Trainer des A-Kreisligisten Rot-Weiß Unna, auf der Sportanlage am Südfriedhof und sprach mit ihm über die neue Saison.

Herr Kulinski, neuer Verein, neue Mannschaft. Wie haben Sie sich eingefunden?
Patrick Kulinski: Ja, neu in Anführungsstrichen. Ich habe ja hier vorher schon einige Jahre gespielt. Ich kenne die Kabinen, kenne das ganze Umfeld. Es fühlt sich eigentlich so ein bisschen wie nach Hause kommen an. Es spielen ja auch noch einige Weggefährten und gute Freunde hier. Ich bin bei RWU in ganz ruhigen Gewässern. Der Vorstand vertraut mir. Das ist ein gutes Gefühl, wenn man miteinander spricht und arbeitet. Eine gute Basis.

Wie war der Start beim „neuen“ Club?
Patrick Kulinski: Wir sind mit allen Neuen gestartet, 12 bis 13 an der Zahl. Die Vorbereitung läuft ganz gut. Wir sind am 8. Juni angefangen einmal die Woche. Letzte Woche haben wir dienstags, donnerstags und freitags trainiert und auch mal samstags. Sonntag hatten wir das erste Spiel.

0:6 beim VfR Sölde verloren
Patrick Kulinski: Das Spiel ist leider für uns nicht so gut gelaufen. Das ist unter der Kategorie einzuordnen, noch ein bisschen grün hinter den Ohren. Wir waren in der Tat recht grün. Ich habe mal Zuhause auf dem Sofa gerechnet. 22,7 Jahre betrug das Durchschnittsalter der Mannschaft. Der Bezirksligist hat uns ganz schön laufen lassen.  Wir haben nicht so den Zugriff gefunden, einfache Tore kassiert. Der Gegner war aber auch gut. Das muss man anerkennen. Die haben uns hoch angelaufen.

Wie beurteilen Sie das Leistungsvermögen der Mannschaft?
Patrick Kulinski: Wir haben definitiv Potenzial, das muss ausgeschöpft werden. Die Jungs sind wissbegierig, lernfähig, hungrig. Mal schauen, was möglich ist. In der Breite haben wir ja einiges zugelegt, aber auch Qualität dazu bekommen. Natürlich haben uns einige verlassen. Unter anderem Marco Wahle, der aber auch viel verletzt und das eine oder andere Mal gesperrt war. Der Abgang schmerzt sicherlich. Der Abgang von Elyesa Dumanli ist ebenfalls bekannt. Wir haben qualitativ dennoch zugelegt. Mit den Jungs aus Mühlhausen, mit den Jungs von der Hammer SpVg. Die sind vom Grundsatz her gut ausgebildet worden bei ihren Vereinen. Mathias Lage ist ein Topscorer aus Platte Heide.  Dementsprechend sind wir ganz gut aufgestellt. Wir planen mit unseren 26 Jungs. 3 Torhüter, 23 Feldspieler. Das ist der Kader, aber wir werden die Zweite auch unterstützen.  Geplant ist eine enge Zusammenarbeit mit der Zweiten.

Wo ordnen Sie Ihre Mannschaft für die kommende Saison ein?
Patrick Kulinski: Mit Platz fünf haben die Jungs in der Corona-Saison abgeschlossen. Da wollen wir mindestens auch wieder hin. Das wollen wir bei der Konkurrenz auch ganz realistisch betrachten. Aber Platz vier oder drei, das würden wir, wenn es geht, auch mitnehmen.

Wem trauen Sie den Spitzenplatz zu?
Patrick Kulinski: Wenn man festhält, was Oberaden kadertechnisch getan hat, dann habe ich sie ganz oben auf dem Schirm. Overberge hat gut aufgerüstet. Einige Jungs kenne ich noch vom Jahrgang 2001. Da sind viele gute Jungs und einiges möglich.

Wie sieht die Saisonvorbereitung bei RWU aus?
Patrick Kulinski: Wir haben erst mal Grundlagen geschaffen. Innerhalb von zwei Wochen wurden vier bis sechs Läufe absolviert. Das haben die Jungs auch soweit erledigt.  Es standen zudem noch Krafteinheiten auf dem Programm. Jetzt geht es weiter Richtung Schnelligkeit, Beweglichkeit, Spritzigkeit, kurze Sprints. Alles mit Ball. Davon bin ich ein Verfechter.  Diese fußballspezifische Ausdauer holt man sich mit Ball und nicht durch stupides Laufen. Ohne Ball, da hat keiner Bock drauf. Ich als Trainer auch nicht.

Sie arbeiten hauptberuflich beim BVB in der Fußballschule. Was können Sie davon bei RWU einbringen?
Patrick Kulinski: Was die Sportwissenschaft angeht, kann man das aus dem Profibereich leistungsorientiert auf jeden Fall auch im Amateurbereich einsetzen. Bei den Spielformen muss man es, was Qualität anbetrifft, runterbrechen. Aber auch das funktioniert. Wir werden mit Videoanalyse arbeiten. Das funktioniert auch sehr gut. Wir werden entweder vom Dach aus filmen oder von einem Malergerüst. Dienstags und donnerstags soll es dann in die Analyse reingehen, zumindest wenn wir am Sonntag Heimspiele hatten. Ansonsten lässt sich alles runterbrechen auf Amateurniveau.

An ihrer Seite arbeitet Norbert Kaczmarek als Co-Trainer
Patrick Kulinski: Das ist richtig. Nobby hat das schon mit Tim Richter in der Rückrunde der letzten Saison gemacht. Jetzt schnuppert er mehr rein Richtung Trainerdasein. Die Schuhe hat er noch nicht ganz an den Nagel gehängt. Wenn er fit ist, wir er uns bei Bedarf noch helfen können. Er hat im Moment Schulterprobleme. Grundsätzlich ist es geplant, dass Nobby als Co-Trainer an meiner Seite ist. Er kann mit Sicherheit von mir lernen. Ich werde mir definitiv auch eine zweite Meinung von ihm einholen. Eine enge Zusammenarbeit, wie das auch in Kaiserau der Fall war, stelle ich mir vor.

Herr Kulinski, danke für das Gespräch.

Bildzeile: RWU-Vorsitzender Thorsten Schwarz und Trainer Patrick Kulinski (li.) besiegeln hier ihre Zusammenarbeit / Foto RWU.

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