Rückkehr an die alte Wirkungsstätte SuS Kaiserau – Philipp Bremer im Interview

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Fußball: Vor einigen Jahren war Philipp Bremer bereits eines der gern gesehenen Gesichter der 1. Mannschaft des SuS Kaiserau. Er veränderte sich zum TuS Westfalia Wethmar. Seit kurzem ist er zurück, inzwischen nicht mehr als Leistungsträger auf dem Platz, sondern auch als Co-Trainer an der Seite von Jörg Lange. Durch seine kürzliche Zusage geht er sobald wie möglich dieses neue Abenteuer mit dem SuS an. Philipp Bremer im Interview.

Philipp, du bist jetzt seit kurzem wieder zurück beim SuS Kaiserau. Wie fühlt sich die Rückkehr für dich an?
Philipp Bremer: Grundsätzlich als wäre ich nie wirklich weg gewesen. In den ersten Trainingseinheiten sieht man aber, dass sich einige Spieler in den drei Jahren wirklich weiterentwickelt haben und ich dagegen noch langsamer geworden bin. Ich werde es mir daher lieber sparen in den Abschlussspielen mitzuwirken.

Als ehemaliger Spieler hast du dich also entschieden, zurück zu deinen alten Jungs zu kommen und mit ihnen die Mission Klassenerhalt anzugehen. Was macht die Mannschaft und den Verein für dich aus?
Philipp Bremer: Um diese Frage zu beantworten, muss man eigentlich nur dem Facebook-Account der ersten Mannschaft folgen. Die Mannschaft – oder vielmehr der gesamte Verein – ist sich seiner sozialen Verantwortung bewusst und verkörpert Werte, mit denen ich mich bestens identifizieren kann.

Was war letztlich ausschlaggebend für deinen Wechsel?
Philipp Bremer: Simon (Erling) hat anscheinend oft genug angerufen.

Du hast in der Zeit in Kaiserau einiges erlebt. Gibt es Momente, die für dich besonders wertvoll waren?
Philipp Bremer: Quasi jedes Duschen nach dem Training. Mein 3:2-Siegtor in der Nachspielzeit gegen den VfL Kamen. Munir Quinna im Physical auf Mallorca.

Es gab sicherlich auch Zeiten, die dir nicht leicht fielen. Was waren die schwierigsten Momente für dich?
Philipp Bremer: In meinem letzten aktiven Jahr für den SuS sind wirklich viele talentierte Spieler aus der A-Jugend zu uns gestoßen, sodass ich mich plötzlich auf der Bank wiedergefunden habe. Wohl wissend, dass die Jungs alle besser kicken konnten als ich, musste ich mich mit meinen 27 Jahren trotzdem erst einmal mit der neuen Situation arrangieren, nicht den gewohnten Beitrag auf dem Feld leisten zu können. Glücklicherweise spielen besagte Jungs noch in der Mannschaft, sodass ich es dem ein oder anderen heimzahlen kann und für Nino, Ulli und Tom demnächst wohl ein intensives Konditionstraining auf dem Programm steht.

Seit etwas mehr als drei Jahren bist du als Trainer tätig. Wie fühlt sich die neue Rolle an?
Philipp Bremer: Insbesondere die Rolle des Co-Trainers ist für mich gar nicht so divers anders gegenüber der des Spielers. Ich habe auch schon als Spieler gern über Fußball auf und neben dem Platz diskutiert. Eigentlich hast du als Co-Trainer lediglich einen Schnuff mehr Entscheidungsbefugnis.

Wie hat sich der Fußball in deinem Alltag seitdem verändert?
Philipp Bremer: Der Blickwinkel auf die Sportart ist etwas theoretischer geworden und man nimmt plötzlich doch schon mal das ein oder andere Buch in die Hand, wozu ich als Spieler noch nicht unbedingt den Draht hatte.

Wie würdest du dich als Trainer beschreiben?
Philipp Bremer: Wie den Spieler Philipp Bremer nur etwas adipöser als zur aktiven Zeit.

Was können sich unsere Jungs also vom Coach Bremi erhoffen?
Philipp Bremer: Da die meisten Jungs noch wissen, wie ich als Spieler war, wird es unmöglich, eine Rolle á la Felix Magath einzunehmen. Aber wenn man 10 Jahre hinweg der langsamste Spieler der Bezirksliga 8 war, lernt man viele Dinge taktisch zu lösen. Ich glaube schon, dass ich der Mannschaft Hilfestellungen geben kann, bestimmte Situation clever und erfolgreich zu lösen.

Wie ist dein erster kurzer Eindruck von der Zusammenarbeit mit Jörg und Robert? Was wünschst du dir für eure Zusammenarbeit?
Philipp Bremer: Robert Kittel kenne ich ja quasi schon aus Kindheitstagen und wer Robert kennt, weiß, wie unkompliziert und konstruktiv das miteinander mit ihm ist. Jörg Lange kannte ich vorher nur als gegnerischen Trainer und über Rückmeldungen von Freunden. Allerdings habe ich bislang niemanden gefunden, der einen schlechten Ton über Jörg verliert. Diesen Eindruck kann ich aus den ersten Wochen nur bestätigen. Ich bin davon überzeugt, dass unsere Charaktere sehr kompatibel sind und wir uns im Trainerteam wirklich gut ergänzen werden.

Nachdem die Saison ja bereits gestartet ist, warten wir alle gespannt auf den Restart. Was hast du noch für Wünsche und Ziele für den Rest der Saison?
Philipp Bremer: Eigentlich das, was sich wahrscheinlich jeder Kaiserauer zurzeit wünscht. Zeitnah auf den Platz zurückkehren – Siege feiern – den Klassenerhalt eintüten – weitere Siege feiern – und im Sommer vielleicht endlich mal wieder unter den nötigen Vorsichtsvorkehrungen mit seinen Freunden und den Mitwirkenden des SuS eine gezapfte Apfelschorle am Platz trinken zu können.

Wie sieht es mittelfristig aus? Was möchtest du persönlich mit der Mannschaft noch erreichen?
Philipp Bremer: Der SuS Kaiserau steht ja für eine gewisse Fußball-Romantik. Elf Freunde, die überwiegend in der eigenen Jugend ausgebildet wurden, stehen da sonntags auf dem Platz und nehmen es teilweise mit gut bezahlten Amateurfussballern auf. Ich denke, dass mit den Ressourcen, die dem Verein, der Mannschaft und den Spielern zur Verfügung stehen, es schon eine herausragende Leistung ist, sich nachhaltig auf dem Niveau bewiesen zu haben. Wenn die Mannschaft die gezeigten Leistungen auch in Zukunft bestätigen kann und es immer wieder Spielern aus der Umgebung ermöglicht wird, auf Landesliga-Niveau Fußball zu spielen, sollte dies auch anerkannt werden und würde meine aktuellen Ziele mit der Mannschaft total befriedigen.
Persönlich wäre es natürlich schön, wenn am Ende des Jahres noch ein Feedback der Spieler käme, dass gar nicht alles Quatsch war, was das Trainerteam so ausgegeben hat und wir zur Entwicklung der Mannschaft und einzelner Spieler unseren Beitrag leisten konnten.

In deiner langen Karriere hattest du sicherlich viele besondere Mitspieler. Wer war für dich der beste Spieler, mit dem du jemals zusammengespielt hast?
Philipp Bremer: Entschuldige Maurice Althoff, ich weiß du hast ohne Ende für uns in Kaiserau geknipst und uns vor dem Abstieg bewährt, aber die Antwort auf diese Frage kann nur Thomas Berns lauten. Wie jemand mit Schuhgröße 39 so gut und effektiv Fußball spielt, ist mir bis heute ein Rätsel.

Philipp, vielen Dank für das Gespräch.

Bildzeile: Philipp Bremer.

 

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